Lesestoff: Tiere als Akteure in der Soziologie

Ganz egal, ob man Tiere mag oder von sich behauptet, sie nicht zu mögen, Tiere spielen in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen eine bedeutende Rolle. Vielen Menschen ist der Faktor Tier in ihrem alltäglichen Leben auch bewusst, anderen dagegen eher weniger. Vor allem beim Thema Fleischkonsum haben moderne Gesellschaften vielschichtige Verdrängungsmechanismen und Routinen entwickelt, um das Konsumgut Tierprodukt vom Lebewesen Tier zu trennen, was ja manchmal schon in diesem Blog Thema war.
Auch die Art, wie man mit Zuchthunden, mit Sporthunden und generell mit Hunden im Alltag und speziell in der Erziehung umgeht, ist geprägt durch unsere Vorstellung vom Hund als Tier, als Mitgeschöpf, als Individuum und vor allem geprägt durch unsere eigene Erziehung (oder das, was wir daraus gemacht haben).

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Vor ein paar Monaten habe ich dazu in einer Einführungsveranstaltung eine kurze Seminararbeit mit dem Titel „Tiere als Akteure in der Soziologie – von der Tiervergessenheit zum Humanimalismus?“ verfasst. Ursprünglich war diese Arbeit mit einer etwas anderen Thematik geplant, der Schwerpunkt sollte auf den Sozialbeziehungen zwischen Hunden und Menschen liegen und auf der Auseinandersetzung mit dem Thema Hund in der Gesellschaft. Da das 2017 neu erschienene Buch „Auf den Hund gekommen: Interdisziplinäre Annäherung an ein Verhältnis“ jedoch nicht rechtzeitig freigegeben wurde, habe ich mich allgemein auf die Abwesenheit der Tiere in der Soziologie konzentriert.
Denn Tiere sind für uns Menschen von großer Bedeutung in ökonomischer, sozioemotionaler und kultureller Hinsicht, aber die Beschäftigung mit der Mensch-Tier-Beziehung in den Gesellschaftswissenschaften und vor allem der Soziologie (von Soziologen selbst gerne als „Königsdisziplin“ der Gesellschaftswissenschaften bezeichnet 😉 ) war lange Zeit geradezu verpönt.

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Es war sehr spannend, sich mit diesem Thema auseinandersetzen zu können und weil ich es schade finde, wenn diese kleine Übersicht in der Schublade verschwindet, darf sie hier nochmal öffentlich stehen. Ich weiß, dass einige Leser sich darüber freuen werden und falls mal ein Student drüberstolpert – es gab 55 von 50 Punkten und die Empfehlung, an dem Thema dranzubleiben. Kam also ganz gut an und ist sicher etwas mit Zukunft, die Zeit scheint endlich reif zu sein 🙂
Was mich aber momentan auch interessiert, ist Herrschaftssoziologie und Macht(missbrauch) in Strukturen (Vereine, Verbände usw.). Da bietet die Hundewelt echt einen unerschöpflichen Fundus und ich finde es total spannend, diese Strukturen und das Handeln Einzelner besser zu verstehen.

Das oben erwähnte Buch „Auf den Hund gekommen“ durfte ich dann danach ein bisschen querlesen und wer Zugang dazu hat (es kostet ja doch nicht wenig), dem kann ich es nur ans Herz legen. Sehr nett und gewohnt fundiert geschrieben und als populärwissenschaftliche Literatur auch leistbar, ist das neue Buch von Kurt Kotrschal, Hund & Mensch: Das Geheimnis unserer Seelenverwandtschaft.

Und hier gibts jetzt die Arbeit: Klick mich für Proseminararbeit Tiere als Akteure in der Soziologie

Genomweite DNA-Analysen als Möglichkeiten in der modernen Hundezucht I

Ich möchte heute gerne eine kleine Beitragsserie beginnen, die mir schon lange am Herzen liegt: Genomweite DNA-Analysen in der Hundezucht.

In der Pädagogik und der Sozialarbeit heißt es oft, man muss die Menschen dort abholen, wo sie stehen. Das bedeutet in diesem Kontext, man muss schauen, was an Grundwissen vorhanden ist, bevor man weitere Ausführungen anhängen kann.

Daher beginne ich bei Adam und Eva:
Menschen und Hunde nutzen DNA um ihre Erbinfomationen, also Gene, weiterzugeben. Aus diesen Informationen baut der Körper alles, was uns eben zu einem funktionierenden Körper macht.
Wie man vom Gen zu einem der Grundbausteine allen Lebens, dem Protein (Eiweiß) kommt, lasse ich hier mal beiseite. Wichtig ist nur zu wissen, dass die Informationen der DNA in Abschnitte aufgeteilt werden können und ein Abschnitt, der zu einem Protein führt, ist ein Gen. Diese Gene liegen in einer Doppelhelix vor, deren Stränge sich gegenseitig ergänzen. Ein wichtiger, in der Zucht häufig verwendeter Begriff, lautet „Allel“. Allele sind die unterschiedlichen Ausprägungen der einzelnen Gene.

Die DNA ist zu Chromosomen verdichtet und gut verpackt, da bspw. die DNA einer einzigen menschlichen Zelle unglaubliche 2m lang wäre. Unser Genom liegt also in Form von Chromosomen im Zellkern vor, der mit einigen Ausnahmen in allen unseren Zellen sitzt (von denen wir viele Billionen haben). Außerdem gibt es noch mitochondriale DNA, ohne die wir ebenfalls nicht leben können und die in den sog. Kraftwerken der Zellen – eben den Mitochondrien – zu finden ist.
Wir Menschen haben 46 Chromosome in 23 Chromosomenpaaren, Hunde haben 78 Chromosomen auf 39 Chromosomenpaaren.

Der „Normalzustand“ ist also, dass unsere Gene in zweifacher Ausführung vorliegen. Wir sind diploide Organismen mit einem homologen Chromosmensatz, wir haben von jedem Gen zwei Allele.

Bei der Bildung der Keimzellen (Ei und Spermium) werden diese Chromosomen geteilt, damit bei der Befruchtung nicht eine Zelle mit doppeltem Chromosmensatz entsteht. Man nennt diesen Vorgang Meiose, was Verminderung bedeutet.

Keimzellen sind haploid, in ihnen liegt die Geninformation nur in einfacher Ausführung vor, sie enthalten nur ein Allel eines Gens.

Wenn es also heißt, wir haben die Hälfte der Gene vom Vater und die Hälfte von der Mutter, ist genau das gemeint. Je ein Allel unserer Genausstattung kommt von der Mutter, eines vom Vater.
Die Ausnahme bildet mitochondriale DNA, die wir und unsere Hunde nur von der Mutter bekommen können. Man kann daher maternale Stammbäume, also die Mutterlinie, viele, viele Generationen und tausende Jahre zurückverfolgen.
Es gibt interessante Untersuchungen bei Rennpferden, die nahelegen, dass die Leistungsfähigkeit der Mutter für die sportlichen Erfolge ihrer Nachkommen entscheidender ist als die des Vaters, was mit der Funktion der Mitochondrien als Energielieferanten der Zellen zusammenhängen könnte. Damit möchte ich mich aber gerne in einem anderen Beitrag befassen.

Bei der Zellteilung und bei der Meiose kommt es oft zu Mutationen, die entweder erkannt und entfernt werden, oder aber einfach verbleiben. Das kann negative Auswirkungen haben, positive oder gar keine.
(Das weite Feld der Epigenetik, das sich mit Änderungen der Genfunktion, die zwar keine Mutationen im engeren Sinn sind, aber dennoch vererbt werden können befasst, möchte ich hier jetzt auch nicht näher behandeln.)

Wie man sich vorstellen kann, ist dieser permanent durchgeführte Prozess der Zellteilung und der Meiose ziemlich fehleranfällig, schließlich geht es um unglaublich viel Information, die richtig umgepackt werden muss. Auch Trisomien (also fehlerhaft 3 Chromosomen im Gensatz) können schwerwiegende Folgen haben. Die Trisomie 21 oder Down-Syndrom betrifft das 21. Chromosom des Menschen und ist in der Öffentlichkeit wohl die bekannteste Trisomie.

Warum sich diese Form der Fortpflanzung durchgesetzt hat?

Genetische Vielfalt ist enorm wichtig und der einzige Grund dafür, dass es zwei Geschlechter gibt und dass es den sehr aufwendigen und von Anfang bis Ende riskanten bzw. sehr oft potentiell tödlichen Akt der sexuellen Fortpflanzung bei Tieren und Pflanzen gibt.

Bei der Meiose kommt es nämlich zu einer Rekombination der einzelnen Gene und Allele, alles wird ordentlich durchmischt, aber natürlich möglichst so, dass danach auch wieder ein funktionstüchtiger Körper herauskommt. Viele Schutzmechanismen sollen das gewährleisten.
Es gibt verschiedene Mechanismen, wie Crossing-over, die zusätzlich für eine Neuanordnung sorgen. Alles ist darauf ausgelegt, möglichst vielfältige neue Genkombinationen in den Nachkommen auf die Welt zu bringen, denn alles was nicht weitergegeben wird, stirbt mit dem Träger aus.

Aus diesem Grund haben wir alle einen einzigartigen genetischen „Fingerabdruck“, den niemand sonst auf dieser Welt hat. Außer unser eineiiger Zwilling 😉
Auch wenn wir die selben Eltern haben, wir sind niemals genetisch identisch mit unseren Geschwistern.
Daher wird von Zuchthunden ein DNA-Profil (andere Bezeichnung für Fingerprint) erstellt, das sie eindeutig identifiziert und anhand dessen ihnen vor allem ihre Nachkommen zugeordnet werden können. Nicht selten kommt es ja zu Zweifeln an der Vater- oder Mutterschaft, die damit ausgeräumt oder bestätigt werden können.

Dieser genetische Fingerprint sagt nichts (!) über irgendeinen Gesundheitswert aus. Er dient ausschließlich den angeführten Zwecken.
Es werden Marker gesucht, die zu Teilen der DNA gehören, die nicht für ein bestimmtes Protein codieren. Sie enthalten also quasi keine Information über Eigenschaften des Hundes.
Lest ihr „DNA-getestet“ und nichts weiter, handelt es sich um dieses Profil, das in vielen Ländern von den Zuchtverbänden vorgeschrieben ist.

Doch zurück zum eigentlichen Thema.

Vielfalt ist Leben, Vielfalt bietet Chancen.
Chancen auf Anpassung an sich verändernde Umweltbedingungen, Chancen, sich gegen Krankheiten zu wehren.

Was wir in der Hundezucht machen, läuft dieser Vielfalt genau entgegen.
Wir wollen einheitliche Hunde. Einheitlich in ihrer Optik, ihrer Arbeitsleistung, in ihren Wesenseigenschaften.

Um das zu erreichen, achten wir darauf, möglichst nah verwandte Individuen miteinander zu verpaaren, da sie ähnliche bzw. gleiche Gene tragen und damit einheitlicher werden. Man nennt das Inzucht.
Wir wollen die selben Allele in diesen Hunden haben, nicht unterschiedliche, so sind sie „reinerbig“ für ein Merkmal und vererben nur dieses. Auch Linienzucht ist daher Inzucht, so wie jede Hundezucht innerhalb eines geschlossenen Rahmens (also einer Rasse) streng genommen Inzucht ist. Als Referenz würden hier alle Haushunde gelten, schließlich können sie sich alle miteinander fortpflanzen. Nimmt man nur die Rasse als Population, ist Inzucht definiert als jede Verpaarung zweier Tiere, die näher verwandt sind als der Durchschnitt der Rasse.
Die Fachbegriffe in diesem Zusammenhang lauten Homozygotie (homos = gleich) und Heterozygotie (hetero = verschieden).
Wir kennen ähnliche Begriffe aus dem Alltag, wenn wir sagen, eine Gruppe sei sehr homogen zusammengesetzt – das meint, dass die einzelnen Individuen alle sehr ähnlich sind bzw. ähnliche Eigenschaften haben. Eine heterogene Gruppe beinhaltet Individuen, die sich in ihren Eigenschaften nicht gleichen.
Diese beiden Begriffe sind zentral für ein besseres Verständnis der Problematik Hundezucht mit geschlossenen Zuchtbüchern, wie wir sie innerhalb der FCI betreiben.

Wenn man sich überlegt, wie hoch der individuelle Einsatz dafür ist, möglichst vielfältige Lebewesen zu kreieren (die aufwendige Produktion von Keimzellen, zwei Geschlechter, von denen nur eines Nachkommen bekommt, es gibt Konkurrenzkämpfe um den besten Fortpflanzungspartner usw. usf.), dürfte klar sein, dass zu einheitliche Lebewesen oft Nachteile haben.
Das zeigt sich auf vielen Ebenen: Verlust der Vitalität und erhöhte Krankheitsanfälligkeit, erhöhte Anfälligkeit für Infekte und Autoimmunerkrankungen, häufiger auftretende Erbkrankheiten oder Defekte, verringerte Lebenserwartung, verringerte Leistungsfähigkeit, Fortpflanzungsprobleme und verringerte Fruchtbarkeit usw.

Wir haben oft große Probleme in Monokulturen (bei Pflanzen und bei Nutztieren), die genetisch verarmt sind und sich nicht mehr gegen Krankheiten, Schädlinge und geänderte Umweltfaktoren durchsetzen können. Selbes gilt für die Hundezucht, Fälle von Autoimmunerkrankungen, frühem Krebs, Allergien, Fortpflanzungsprobleme etc. nehmen in allen Rassen zu und sind definitiv nicht nur durch Umwelteinflüsse bedingt.

Das tatsächliche Inzuchtniveau ist bei vielen Rassen, auch beim Whippet, deutlich höher als uns eine simple Berechnung des Inzuchtkoeffizienten (COI) sagt.

http://www.instituteofcaninebiology.org/whippet.html
http://www.instituteofcaninebiology.org/whippet.html

Das ist das Inzuchtniveau (Homozygotie) direkt anhand der DNA gemessen. Die grüne Linie liegt bei 6%, was der durchschnittliche Inzuchtgrad eines Wurfs aus Cousins 1. Grades ist. Ab 5% treten übrigens erste Anzeichen von Inzuchtschäden auf! Gelb liegt bei 12%, entspricht einer Verpaarung von Halbgeschwistern, die rote Linie zeigt den Inzuchtgrad bei einer Vollgeschwisterverpaarung (25%).
Ihr seht, wo der Whippet liegt? Findet ihr das bedenklich? Ich schon.

Der COI gibt uns lediglich die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass beide Allele eines Gens die gleiche Herkunft haben und damit homozygot sind. Wahrscheinlichkeiten sind aber ein abstraktes Konstrukt und entsprechen nicht dem, was tatsächlich in der Realität vorliegt. Ein Hund kann eine höhere genetische Vielfalt haben, als sein COI und damit sein Pedigree uns glauben machen, oder eine sehr viel niedrigere. Innerhalb eines Wurfs kann es zum Teil stärkere Unterschiede geben, da ja alle Gene zufällig durchmischt werden und jeder Welpe andere Kombinationen trägt.
Wir müssten auch Zugriff auf seine ganze Ahnenreihe haben, nicht nur auf 10 oder noch weniger Generationen. Wenn weiter hinten im Stammbaum starke Linienzucht betrieben wurde (was immer der Fall ist), wir aber gar nichts davon wissen, ist ein niedriger COI ohne echte Aussage.
Nicht alle Pedigrees sind darüber hinaus richtig, manchmal gibt es absichtlich vertuschte Ahnen oder manchmal passieren unwissentlich zusätzliche Deckakte und ein Wurf hat mehrere Väter (daher die Pflicht zum DNA-Fingerprint).

Und hier kommt nun die genomweite DNA-Analyse ins Spiel, die uns als Werkzeug dabei helfen kann, zukünftig genetisch vielfältige, gesunde und fitte Hunde zu züchten, die dennoch die gewünschten homogenen Eigenschaften wie Erscheinungsbild, Wesensmerkmal oder Leistung aufweisen.

Mit der Analyse von Genmaterial aus Maulschleimhaut oder Blut kann die tatsächliche genetische Diversität eines Hundes angegeben werden, ist sein Genom in den relvanten Bereichen stark homozygot oder noch heterozygot?
Aber nicht nur für ein Individuum lässt sich die genetische Vielfalt ermitteln, sondern für ganze Rassen (siehe Grafik Inzuchtniveau), Rassegruppen oder ich kann meinen Hund mit anderen vergleichen sowie meine Rasse mit anderen Rassen usw.
Es besteht die sehr sinnvolle Möglichkeit, aus potentiellen Zuchtpartnern, die ich nach herkömmlichen Kriterien ausgesucht habe, einen Hund zu wählen, der die genetische Vielfalt und damit die Fitness der Nachkommen ideal erhöht.
Ich bin als Züchter, der genetische Vielfalt erhalten will, nicht mehr darauf angewiesen, irgendwo „fremdes Blut“ zu suchen, das vielleicht gar nicht wirklich viel fremdes/frisches Genmaterial bringt. Anhand der Abstammung kann ich nur rein theoretisch davon ausgehen, dass er nicht zu viele Allele mit meinem Hund teilt. Lasse ich eine Analyse vornehmen, kann ich es mit Sicherheit sagen.
Ist doch praktisch, oder nicht?

In Teil II möchte ich gerne allgemeine Analysemöglichkeiten vorstellen, in Teil III die DLA-Haplotypenanalyse (jede Menge Links inklusive) und wie es danach weitergeht – mal schauen 😉
Für mich ist es jedenfalls ein sehr spannendes Thema, dem zukünftig sicher noch viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden wird.

ÖKWZR Klubsiegerschau 2017 in U7B

Eigentlich hatte ich diese Ausstellung bei meiner Jahresplanung aus verschiedenen Gründen ausgeschlossen und ich muss auch gestehen, ich ließ mich echt lange bitten – aber die Teilnahme hat sich überraschenderweise durchaus gelohnt!

Samstag gings also gemütlich los in Richtung Untersiebenbrunn, das 350km entfernt auf etwa halber Strecke zwischen Wien und Bratislava liegt. Zuletzt war ich vor 7 Jahren zur Zuchtzulassung von Enya auf diesem Gelände, die Strecke kennen wir durch die zahlreichen niederösterreichischen Coursings aber noch gut.
Nachdem ich ursprünglich 4 Hunde hätte ausstellen sollen, musste mein Ausstellungscoach (und Whippethalter in spe) Mario unbedingt mit – denn nach der Ausstellung hab ich sicher Drehschwindel vom im Kreis laufen und komme nicht mehr alleine zurück, war zumindest meine Prognose 😉

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Wie man sieht, es war gar nicht kalt, windig oder nieselig 😉

Die Whippets wurden nach den Irish Wolfhounds gerichtet und die von mir kalkulierte Beginnzeit traf auch super ein, sodass wir uns noch gut orientieren und alle begrüßen konnten. Gerichtet wurde von Kurt Summer/AT, den ich noch nicht kannte.
Weil mich oft jemand fragt, was denn dieser oder jener Richter für Vorlieben hätte oder wie er/sie so sei: Herr Summer war ein sehr freundlicher, humorvoller und für Anfänger wirklich empfehlenswerter Richter, ich würde, vollkommen ungeachtet seiner Präferenzen, jederzeit wieder bei ihm als Richter melden. Ansonsten sei gesagt, er legt Wert auf die Größe.

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Letzte Instruktionen

Zu meiner Überraschung wollte Sissi Billi (Banu dLA) diesmal tatsächlich selbst ausstellen, was ich immer sehr begrüße. Er läuft zwar auch mit mir ganz passabel, aber richtig gut klappt’s oft nur mit dem Halter.
Er startete mit 4 anderen Rüden in der Offenen Klasse und Sissi lief so toll mit ihm, ließ sich durch nichts irritieren, ich war einfach nur begeistert! Ein großartiges Debüt und hätten sie auch nicht das V1 mit CACA bekommen, es wäre trotzdem ein perfekter Erfolg gewesen 🙂

Ein bisschen weniger harmonisch lief es bei Enzo (Amigo dLA) und mir, anfangs zog er wie ein Ochse (ich meinte scherzhaft, der will wohl eher zum Aufwärmen), lief dann zwar ganz ordentlich, aber zum Stehen hatte er diesmal auch keine Geduld und ich musste ihn dann „konventionell“ stellen.

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Eigentlich fasse ich die Hunde nach Marios Anleitung mittlerweile nur mehr beim Heben auf den Tisch an (oder nicht mal das…), was ohne Übung in der Ausstellungssituation natürlich nicht so gut klappt. Sein Fokus war überall sonst, nur nicht bei mir, aber immerhin war er gut drauf.
Wir erhielten trotzdem das V1 mit CACA in der Gebrauchshundeklasse und der Richter und ich, wir mussten beide über diese Performance grinsen 😉

Beim Stechen um den besten Rüden und später um das Gebrauchshunde-BIS lief dann Ulrike mit ihm und das war gleich eine ganz andere Nummer. Zwar noch nicht „perfekt“ im Sinne eines klassischen Ausstellungshandlings, aber er hatte Spaß und für mich persönlich zählt das immer mehr als der Formwert. Um ehrlich zu sein, als ich vor 2 Wochen in Salzburg wieder beobachten musste, wie manche Aussteller den ganz jungen Whippets in der Jüngstenklasse bewusst die Rute unter den Bauch klemmen, da ist es mir schon wieder ein bisschen vergangen… Viel lieber so!

Reihenfolge: Colwyn Out Of The Dark (Jugendklasse), Billi aus der Offenen Klasse, Enzo aus der Gebrauchshundeklasse und Fierce Fireball Banzai aus der Championklasse.

Anschließend folgte Lori in der Zwischenklasse.
Auf der IHA Salzburg haben wir ja am 8. April mit einem sehr schönen V4 von 5 Hündinnen in der Offenen debütiert, nachdem sie altersmäßig aber noch ein paar Monate in der ZK bleiben darf und von ihrer Entwicklung her dort auch hingehört, nutzten wir das aus.
Prompt gab es ein V1 mit CACA von 4 Hündinnen 🙂

Die beiden Berichte finden sich auf ihrer Seite: Klick

Enya nahm zum ersten Mal bei den Veteranen teil, und zwar eigentlich nur deshalb, weil sie so toll beim Ausstellungstraining mitarbeiten wollte und momentan überhaupt ziemlich über-drüber drauf ist. Auf den Ausstellungstisch sprang sie dann auch freiwillig, schließlich musste sie ewig auf ihren Einsatz warten.
Das zeigte sich dann im Bericht, bei ihrer letzten Ausstellung war sie ein wenig lustlos und kurztrittig, was mit „Bewegung sollte etwas ausgreifender sein“ beschrieben wurde, diesmal hieß es dagegen „sehr schönes, schwungvolles Gangwerk“, mit der Bemerkung, sie sei ja noch ein junges Mädel – „sieht gar nicht aus wie ein Veteran“ 😉

Sie erhielt das V1, den Veteranensieger, den ÖKWZR Veteranenklubsieger und wurde unter György Tesics/H beim Veteranen-BIS 2. von 6.

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Herrn Tesics kennen wir ja auch schon, ebenfalls sehr charmant, freundlich im Umgang mit den Hunden und für Anfänger eine uneingeschränkte Empfehlung. Zwei so nette Richter, da hatten wir echt Glück 🙂

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Na sowas, BIS 2 😉

Bei Sofa Dog Wear habe ich dann für Enya, Buddy und Lori eine komplette Grundausstattung mit Halsband, Geschirr, Pulli und Regenmantel abgeholt, damit sich die Fahrt auch diesbezüglich ordentlich ausgezahlt hat, und dann gings nach ein paar Flitzerunden mit zwei kleinen Salukis auch schon wieder heimwärts.

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Jede Menge Zeug…

Für Billi und Loris Bruder Levi war am Sonntag noch das CACIL Coursing am Spitzerberg angesagt, schließlich handelte es sich um eine S&L-Veranstaltung. Enzo musste leider pausieren, da am Ausstellungstag eine Verletzung am Gracilis festgestellt wurde. Gracilisverletzungen (Muskelanrisse oder gar Abrisse) sind sehr häufig beim Sportwindhund, und als mir Ulrike auf der Hinfahrt am Telefon mitteilte, dass er „hinten innen so eine Schwellung“ hätte, musste ich gar nicht mehr hören. Auf den Pfoten und den Oberschenkeln, insbesondere innen, liegt mein Hauptaugenmerk nach einem Coursinglauf.
Glücklicherweise sind unsere Hunde bisher verschont geblieben, denn es handelt sich um eine sehr langwierige und uU die Karriere beendende Verletzung, die gut auskuriert werden muss. Enzo hat sie sich vermutlich in Italien zugezogen, als er wieder mal schneller als der Hase war und der Hasenzieher einfach weiterzog, obwohl Enzo auf der Schnur stand. Dadurch wurde er weggeschleudert und erlitt leichte Verbrennungen durch die Schnur und Prellungen. Eine dieser vermeintlichen Prellungen dürfte eine Gracilisverletzung gewesen sein, hier ein Bild von ProGreyhound:

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Enzo wurde aber würdig von Billi vertreten, der 2. von 10 Rüden wurde, das ResCACIL und das CCLA erhielt und damit neuer Österr. Coursingchampion ist!

Damit hat sich auch die Sache mit dem Gebrauchshundezertifikat erledigt, das ich zwar schon am 26.4.2016 beim ÖKWZR angefordert hatte, welches aber leider nie ankam. Naja, diesmal war es nicht zu unserem Nachteil und so schließen wir dieses lange Wochenende zufrieden ab 😉

(c) der ersten 4 Fotos: Klaus Wastian, (c) BIS2: Nicole Faschingeder, (c) matatomsa bei Martina Tomsová
Danke!

Whippetpfoten

Für die einen zentrale Körperteile, die größte Aufmerksamkeit bei der Pflege genießen und nach deren Gesundheit man Zuchthunde auswählt, für die anderen etwas, das höchstens wegen der Krallenpflege mal begutachtet wird (wenn überhaupt): Whippetpfoten.
Es gibt sie in der gut oder weniger gut aufgeknöchelt Version, mehr oder weniger fest geschlossen, es gibt Katzenpfoten und Hasenpfoten und es gibt viele Neulinge im Ausstellungsring, die sich nach Erhalt ihres Berichts darüber wundern, was denn Katzen- oder Hasenpfoten an ihrem Hund zu suchen haben…

Eben sah ich diese tollen Aufnahmen und was mir dabei ins Auge gefallen ist, sind die Pfoten. Die Pfoten dieser urtümlichen Katzenart sind dafür gemacht, sie bestens durch ihr Leben im Regenwald zu tragen, nämlich hauptsächlich in den Bäumen. Die Zeitlupenaufnahmen zeigen die Flexibilität auf ganz herrliche Art und Weise.

Ganz anders sind die Pfoten von Geparden gebaut, bekanntermaßen das schnellste Landsäugetier, neben Greyhound und auch Whippet.

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Geparde können ihre Krallen nicht einziehen, anders als andere Katzenartige. Sie brauchen sie als Spikes im Sprint. Die Zehen sind deutlich länger und aufgeknöchelter. Weil der Gepard in vielerlei Hinsicht so anders ist als andere Katzen, wurde er früher in eine eigene Familie eingeteilt.

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Diese Anatomie ist funktionell und gehört zum Gepard, der deshalb solche herausrangenden Leistungen erbringen kann, weil er aussieht, wie er aussieht.

Whippetpfoten sind auch funktionell, oder sollten es sein. Nichts sei frustrierender, als ein Whippet, der aufgrund schlechter Pfoten ständig lahm gehe, schreibt Helen Hansell in ihrem Buch „The Working Whippet“.

Die Gesundheit der Pfoten ist ein Faktor, der züchterisch selektiert werden kann und sollte. Wobei man natürlich nicht davon ausgehen darf, dass eine funktionelle Whippetpfote jede Vernachlässigung in puncto Krallenpflege, jede Überforderung (vor allem in der Jugendphase), jedes noch so katastrophale Coursing oder jede ungepflegte Rennbahn unverletzt übersteht. Sie sind eben Spezialisten. Aber gut Belastungsfähigkeit im Freilauf muss schon drin sein!

Und wie war das jetzt mit den Hasen- und Katzenpfoten?

Der AKC schreibt in seinem Standard: „Feet more hare than cat, but both are acceptable.“ (Pfoten mehr Hase als Katze, aber beides ist akzeptabel.)

Die FCI und der KC unterscheiden nicht: „Sehr klar umrissen; Zehen gut voneinander abgesetzt, gut aufgeknöchelt; dicke und starke Ballen.“ bzw. „Oval, well split up between toes, knuckles well arched, pads thick, nails strong.“

Wie Katzenpfoten aussehen, haben wir ja im Kopf. Und der Hase, ebenfalls gemacht für Geschwindigkeit, sieht so aus 😉

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„Katzen“pfoten sind also die großen, runden und kompakten/geschlossenen Pfoten mit kurzen Zehen. Diese Pfotenform soll energiesparend in der Bewegung sein, daher haben ausdauernde Hunderassen eher Katzenpfoten.

„Hasen“pfoten weisen längere Zehen auf, sind energieaufwendiger in der Bewegung, eignen sich aber besser für explosive Sprints und hohe Geschwindigkeiten, sie finden sich daher bei vielen Windhunden – und beim Gepard.

Verwechseln darf man Hasenpfoten aber nicht mit den kaputten oder durchgetretenen Pfoten, wie sie vor allem bei den Windhunden aus dem Auslandstierschutz häufiger zu sehen sind. Verletzungen, Mangelernährung und zu frühe Überforderung führen zu „Plattfüßen“, das hat nichts mit einer funktionellen Hasenpfote zu tun. Dennoch sind Katzenpfoten natürlich weniger verletzungsanfällig als Hasenpfoten, was nicht nur an der höheren Geschwindigkeit bei den Windhunden liegt. Lange Zehen, weniger kompakte Pfoten plus enorme Geschwindigkeiten bilden das Risiko, zusätzlich fällt natürlich jeder Millimeter Krallenlänge und damit Krafteinwirkung auf die Zehe ins Gewicht.

Daran denken also Whippet-Nerds, wenn sie Videos vom Nebelparder sehen 😉

Edit 10. März 2017: Ich habe heute ein sehr eindrückliches Beispiel dafür gefunden, wie Krallenpflege sich auf die Pfotenform und die Körperhaltung auswirkt. Die Fotos stammen von C. Lessard und zeigen eine Deutsche Dogge, die sie vor einem Jahr übernahm. Der Hund hat nun schöne Katzenpfoten und nicht mehr aufgespreizte Zehen, die an Hasenpfoten erinnern – aber keine sind! Verletzungsgefahr deutlich reduziert, Gefahr für Folgeschäden am Bewegungsapparat gebannt 😉

Wie zeitauwendig ist die Whippethaltung?

Angeregt durch die immer wiederkehrende Frage, wie viel Bewegung und Beschäftigung denn ein durchschnittlicher Whippet (ausgenommen Welpen und Senioren mit speziellen Bedürfnissen) wirklich bräuchte, muss ich jetzt einfach mal diese kleine Umfrage machen.
Außerdem würde ich gerne wissen, wie viel Zeit ihr ansonsten für die Whippethaltung aufwendet, was von der Krallenpflege über Fütterung bis zum Waschen der Bettchen und Mäntelchen reichen kann 😉
Es heißt oft, Whippets wären sehr pflegeleicht = wenig Zeitaufwand für die Versorgung. Ob das stimmt?
Ich mache die Umfrage auf dem Blog, da sie hier für jeden sichtbar ist und bleibt, die Abstimmung anonym erfolgen kann und jeder teilnehmen darf, was auf FB alles nicht möglich ist. Ihr könnt nur 1x abstimmen, damit der Wert nicht verzerrt wird.

Wie viel Bewegung und geistige Beschäftigung braucht euer (gesunder) Whippet am Tag, um gut ausgelastet und zufrieden zu sein? Wie viel Zeit wendet ihr für das Drumherum auf?
Wenn ihr meint, euer Hund bräuchte eigentlich mehr Zeit und ihr schafft es aus irgendeinem Grund nicht, könnt ihr auch angeben, was euer Ideal wäre.
Wer gerne kommentieren und Interessenten einen Einblick geben möchte, ist dazu natürlich herzlich eingeladen!
Eigene Erfahrungswerte können nie für alle zutreffend sein, daher fände ich es schön, wenn ein paar Beispiele zusammenkämen.

Zwischenbericht Jänner 2017

Ich weiß, dass manche von euch sich weigern oder schlicht auch gar nicht daran denken, gelegentlich auf der FB-Seite vorbeizuschauen. Für mich ist das nachvollziehbar, sehr sympathisch ist mir diese Form der „sozialen Medien“ auch nicht. Aber mal eben Fotos und ein, zwei Sätze online stellen und mit Leuten in Kontakt treten, das geht halt leichter.
Ich werde mich trotzdem bemühen, den Blog ein wenig mehr am Leben zu halten, daher mal die letzten 2 Wochen im Schnelldurchgang:

Momentan bin ich wieder häufiger mit meiner Freundin Elisabeth und ihren Retrievern unterwegs, wir kennen uns noch aus der Schule und haben eben beide einen kleinen Hundetick – und Fotos machen wir auch gerne 😉
Am 6. Jänner waren wir am Buchberg, es war der bisher kälteste Tag des Jahres mit deutlich unter -10°C und viel Sonne. Den anderen wollte ich so einen langen Spaziergang nicht zumuten, sie frieren mittlerweile doch schneller und wenn sie nicht ständig in Bewegung sind, schmerzt diese Temperatur auch an den Pfoten. Lori macht das nichts aus, wie man sieht!

Wenn man genau hinsieht, bemerkt man bei dem Rüden, der mir die Haube vom Kopf klauen will, eine große kahle Stelle. Bei Cider wurde im Sommer ein sehr seltener Drüsenkrebs diagnostiziert und nach der OP bekam er Bestrahlungen und aktuell eine Chemotherapie. Glücklicherweise haben wir in München eines der ganz wenigen Zentren für solche Behandlungen, die beim Hund ja noch nicht so üblich sind. Neben den enormen Kosten (in Summe mehr als ein neuer Kleinwagen) schreckt viele die Angst davor ab, dass es dem Hund unter der Chemo schlecht gehen könnte. Das ist aber nicht der Fall und Cider hat bei mir die Skepsis gegenüber Chemo für Hunde reduziert.

Dann hatte ich am Dienstag wieder einmal Vivid zu Gast, das Silken Windsprite meiner Mutter. Vivid wird im Mai schon 8 Jahre, ist aber noch immer spritzig wie eine 3-Jährige 😉

Nachdem die Rasse nun ja vom VDH anerkannt ist, wird voraussichtlich bald auch der ÖKV folgen. Leider zu spät, um Vivid noch in die Zucht zu nehmen, aber ihre Geschwister haben in Deutschland ja fleißig für Nachwuchs gesorgt. Vielleicht gibts irgendwann wieder einen Silken in diesem Haushalt, wer weiß…

Und dann war da natürlich noch die Saisoneröffnung mit dem CACIL Coursing in Galtür, an dem Enzo/Amigo und Levi/Loris Bruder teilnahmen.
Morgens standen wir am Fenster und schauten in das dichte Schneegestöber, und Michael meinte: „Würd’s dich jetzt freuen, mit einem Hund am Start zu stehen?“
„Nein. Würd’s dich freuen, an der Maschine zu stehen oder mit dem Skidoo auszulegen?“
„Nein.“
Thema gegessen.
Es sind echt immer wieder extreme Bedingungen, unter denen Schneecoursings stattfinden und man muss den Veranstaltern ja ehrlichen Respekt dafür entgegenbringen, dass sie es sich auch immer wieder antun. Und natürlich jedem Hund, der da durchhält.
Bei -10°C, Sturm und Schnee gabs dann auch heute verständlicherweise nur einen Durchgang und Enzo hat eine sehr schöne Leistung erbracht:
1. Platz von 8 Whippets gemischt
Internationale Österreichischer Meister 2017
Best in Field
(gemeldet waren 59 Hunde, wie viele tatsächlich anwesend waren, kann man sicher bald auf http://www.windhundesport.at nachlesen)

Noch ein Titelchen mehr, aber nachdem es seit 2016 Seniorenchampionate für Coursings und Rennen in Österreich gibt, wird ihm ab Herbst auch nicht fad 😀
CACILs gibts nach neuem FCI-Reglement auch nur mehr/wieder auf Antrag und weil er ja schon mehr als genug hat, durfte es natürlich gleich ein anderer haben. So macht man das, und nicht im Nachhinein zum Schein großherzig abtreten, wie ich es mit den CCLAs schon erlebt habe. „Möchtest du es, ich brauch’s ja eigentlich nicht mehr?!“ Als würde das ein gutes Licht auf jemanden werfen, wenn er seinen Hund für ein CCLA oder CACIL anmeldet und es dann später mit lieben Worten abgibt…
Ehrlich, tut’s nicht 😛

Levi hatte leider ein bisschen Pech und verlor den Hasen kurz aus den Augen, was natürlich bei nur einem Durchgang ungünstig ist. Er wurde 7. von 8, aber das macht nichts, er ist ja erst 18 Monate und holt sich sicher noch seine verdienten Platzierungen ab.
Ich freue mich, dass es allen gut geht und hoffe, es bleibt weiterhin so!

Neujahrsgrüße 2017

Allen Lesern wünsche ich ein wunderbares Jahr 2017!

Unser Jahreswechsel war ruhig, die Hunde haben ihn verschlafen und um halb 2 war der Himmel wieder sternenklar 🙂

Der letzte Sonnenuntergang 2016:

Lori ist nun 18 Monate und ich musste gestern daran denken, dass sie in diesem Alter schon offiziell Mutter werden dürfte. Viele Züchter lassen ihre Hündinnen ja auch schon vor dem 2. Geburtstag decken. Wie die meisten Hündinnen ist Lori aber natürlich noch sehr welpenhaft und kindlich und sicher noch keine Mama. Wobei ich glaube, dass sie immer ein bisschen mein Kasperl bleiben wird 😉

Wenn doch ein paar Schneeflocken fallen…

Jedes halbe Jahr kann man hier ja mal wieder Fotos online stellen, das werde ich zukünftig wohl schaffen 😉

Unser zweiter Schnee heuer (man zählt ja mittlerweile schon mit) wird vermutlich auch nicht länger als die ersten paar Zentimeter vor einigen Wochen bleiben, daher freue ich mich umso mehr, dass ich ihn heute mit den Hunden genießen durfte.

Lori hat momentan leichte Verständnisschwierigkeiten, oder anders ausgedrückt, sie braucht häufiger mal ne deutliche Ansage, damit wirklich was zu ihr durchdringt 😉

 

„Ich?! Niemals, ich höre jedes Wort!“

 

Aber es wäre ja sonst auch ein wenig langweilig…

 

ganz ohne Action!

 

Man wird mit der Zeit ja doch ein wenig gemütlicher ❤

Die Ergebnisse der Herzstudie bei Whippets und Salukis – Echokardiographische Referenzintervalle und mehr

Vor ziemlich genau 3 Jahren habe ich ja den Aufruf zur Teilnahme an einer Studie der LMU München geteilt, es ging damals um die Ermittlung von echokardiographischen Referenzwerten bei Windhunden.
Einladung zum kostenlosen Herzultraschall und zur Augenuntersuchung in Leonding/OÖ

Windhunde haben vom „Durchschnittshund“ abweichende Herzparameter, weshalb es leider immer wieder zu Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen kommt. Mit einer an die Rasse angepassten Beurteilung der Untersuchungsergebnisse passiert das weniger häufig, und das war eines der Ziele dieser Untersuchung.
Ursprünglich waren mehr Rassen angedacht, doch die Halter und Züchter waren teilweise etwas zurückhaltend.

Leider haben auch an diesem Wochenende nicht so viele Halter mitgemacht, wie wir uns das gewünscht hätten, aber es kamen während des 1,5 Jahre dauernden Untersuchungszeitraums immerhin genügend Whippets und Salukis zusammen, um eine valide Aussage zu treffen. Ich möchte allen Tierärzten, Helfern und Teilnehmern ganz herzlich danken, vor allem aber natürlich meinen Welpenleuten, die teilweise sehr lange Anfahrten in Kauf genommen haben!
Ihr seid einfach toll ❤

Baharí und Merlin
Baharí (leichtester Whippet in der Studie 😀 ) und Merlin

So, und was kam dabei nun heraus?

Echokardiographische Referenzintervalle für Salukis und Whippets mit Schwerpunkt auf Bestimmung der enddiastolischen und endsystolischen linksventrikulären Volumina mittels der Simpson-Scheibchen-Summationsmethode von (nun Dr.) Maria Seckerdieck, LMU München

Folgend möchte ich das zitieren, was mir an dieser Arbeit persönlich als Züchter und Halter relevant erscheint, es ist also meine persönliche Meinung und meine persönliche Schlussfolgerung. Wer die ganze Arbeit lesen möchte und vielleicht zu eigenen Schlüssen kommen will, der kann und soll das auf jeden Fall tun! Da sie noch dazu auf Deutsch ist (wobei ich den Artikel im Journal of Veterinary Cardiology als prägnante Zusammenfassung als besonders lesenswert empfinde), kann sie wirklich jeder durchackern und verstehen  🙂

In verschiedenen Studien wurde gezeigt, dass sich die Herzgrößen und -dimensionen von Windhunden von den kardialen Gegebenheiten anderer Hunderassen unterscheiden. Es fallen vor allem größere linksventrikuläre Innendurchmesser, sowie Wanddicken auf, die leicht zu Fehlinterpretationen bei diesen athletischen Hunderassen führen können. Rassespezifische Referenzintervalle sind demnach essentiell, um Fehldiagnosen zu vermeiden. (…)

In einer Studie bei Whippets präsentierten sich fast 60 % der Studientiere mit einem leisen systolischen Herzgeräusch, welches meist über der Aortenklappe und in manchen Fällen auch über der Pulmonal- und Mitralklappe zu hören war. Diesen Befunden lagen keine strukturellen Herzerkrankungen zugrunde, auffällig war lediglich, dass diese Tiere im Vergleich zu Tieren ohne Herzgeräusch eine höhere Aortenflussgeschwindigkeit aufwiesen (BAVEGEMS et al., 2011). (…)

Vergleiche zwischen verschiedenen Zuchtlinien
Auf die Simpson-Volumina hatte die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Zuchtlinie (Rennlinie oder Showlinie) keinen Einfluss. Weder beim Whippet noch beim Saluki gab es einen signifikanten Unterschied der Volumina zwischen den Gruppen.
Bei den übrigen Parametern fielen in der Population der Whippets lediglich höhere Aorten- und Pulmonalflussgeschwindigkeiten für Tiere aus einer reinen Rennlinie auf. (…)
Es bleibt anzumerken, dass Hunde aus einer reinen Rennlinie in beiden Rassen deutlich unterrepräsentiert waren. Es ist möglich, dass bei einer größeren Population und ausgeglichener Stichprobenzahl die Unterschiede bedeutender ausfallen.
Die Herkunft aus bestimmten Zuchtlinien muss in jedem Fall bei der Beurteilung der echokardiographischen Befunde berücksichtigt werden.

Es ist naheliegend, dass sich die mittlerweile doch als extrem zu bezeichnende Selektion auf Geschwindigkeit in manchen Rennlinien auch auf das Herz auswirkt. Das sollte man bei Untersuchungen also berücksichtigen und nicht falsche Schlüsse aus (vom Durchschnittshund) abweichenden Werten ziehen.
Auch ist ein leichtes (systolisches) Herzgeräusch noch lange kein Anzeichen für ein tatsächliches Herzproblem, sondern funktionell bedingt. Immer wieder hört man ja die Aussage, ein junger Hund sei herzkrank, weil er ein Herzgeräusch hat. Ein unkundiger Tierarzt (und hier unkundig zu sein ist, in meinen Augen nicht unbedingt eine Schande) kann also Fehldiagnosen stellen. Das war auch ausdrücklich einer der Beweggründe für diese Untersuchung, häufige Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen bei Windhunden. Eine medikamentöse Therapie ohne entsprechende Untersuchung bei einem Spezialisten ist demnach keine gute Idee!

Biene und Merlin gehören einfach zusammen :)
Biene und Merlin im Januar 2014

Ein relativ hoher Prozentsatz der in dieser Studie untersuchten Whippets und Salukis zeigte Insuffizienzen an den Atrioventrikularklappen.
Von 119 Whippets wiesen 23 Tiere (19,3 %) Insuffizienzen der Mitralklappe auf und drei Tiere (2,5%) Insuffizienzen der Trikuspidalklappe. (…)
BAVEGEMS et al. fanden bei Whippets aus einer reinen Rennlinie eine höhere Prävalenz für eine Mitralinsuffizienz als für Tiere aus einer reinen Showlinie. Die meisten Hunde aus der Rennlinie wurden in jener Studie auch sportlich geführt (BAVEGEMS et al., 2007).
In der vorliegenden Arbeit war eine Einteilung der Hunde nach dem Trainingszustand nicht möglich, sodass ein Einfluss von sportlicher Aktivität auf die Regurgitationen an den Herzklappen nicht evaluiert werden konnte.
Es ist aber auch zu überlegen, ob bei Whippets und Salukis möglicherweise eine Prädisposition für Klappendysplasien bzw. für die Entwicklung von Mitral- und/oder Trikuspidalklappenendokardiosen im Alter vorliegt. Die Tiere, die in dieser Studie mit Mitralklappeninsuffizienzen auffielen, waren im Durschnitt 6,9 Jahre (Whippets) bzw. 6,0 Jahre (Salukis).

Es gibt bereits Untersuchungen zur früh auftretenden Mitralklappeninsuffizienz beim Whippet, die etwas tiefer gehen. Relativ frisch ist auch eine Untersuchung zum genetischen Hintergrund der MI beim Whippet:

In Whippets, previous publications and an ongoing longitudinal study of healthy and MVD affected dogs have demonstrated high frequency of MVD and a comparably early age of onset in some dogs supporting its plausible genetic origin [12–14]. The purpose of this study was to identify a genetic locus associated with the development or severity of MVD in Whippets.
These results support the hypothesis that severity of MVD in whippets has a genetic basis and warrants further study by either candidate gene sequencing or next-generation techniques.

Severity of Mitral Valve Degeneration Is Associated with Chromosome 15 Loci in Whippet Dogs

Frei übersetzt: Beim Whippet haben frühere Publikationen und laufende Langzeitstudien von gesunden und an MI erkrankten Hunden eine besondere Häufigkeit von MI gezeigt und ein vergleichsweise frühes Einsetzen, was einen genetischen Ursprung nahelegt. Das Ziel dieser Studie war es, einen genetischen Locus ausfindig zu machen, der mit der Entwicklung oder dem besonderen Schweregrad der MI in Zusammenhang stehen.
Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen die Hypothese, dass die früh einsetzende MI beim Whippet in dieser Schwere/Ausprägung genetisch bedingt ist. Weitere Untersuchungen müssen (und werden hoffentlich) folgen.

Hier möchte ich ganz kurz anführen, was eine MI eigentlich ist:
Die Mitralklappe ist eine Herzklappe und verhindert während der Auswurfphase des Herzens den Rückfluss von Blut aus der linken Herzkammer (Ventrikel) in den linken Vorhof (Atrium). Diesen Rückfluss nennt man Regurgitation.
Wenn euch jemand sagt, er hat einen Herzfehler oder einen Herzklappenfehler, dann ist damit meist die MI gemeint, denn sie kommt auch beim Menschen relativ häufig vor.
Die Folge ist eine übermäßige Belastung des linken Ventrikels und im weiteren Verlauf kommt es zur Erweiterung (Dilatation) des linken Ventrikels und des linken Vorhofes. Der Blutdruck in den Pulmonalvenen steigt, das ganze Herz wird überbelastet, der Körper versucht die Minderversorgung mit Blut zu kompensieren, die Herzfrequenz steigt, das Herz vergrößert sich usw. usf.
Wird nicht behandelt, kommt es zur Herzinsuffizienz.

herzklappen
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Eine MI kann angeboren oder erworben sein, bspw. durch Infekte, die die Herzklappe angreifen und zur verringerten Dichtigkeit führen.
Das gehäufte Auftreten von MI beim Whippet wurde immer damit begründet, dass Sporthunde eben anfälliger seien oder das eine Art Verschleißerscheinung sei.
Die Besonderheiten des Sportlerherzens zeigen sich aber anders.

So haben rennsportlich geführte Greyhounds eine signifikant größere linksventrikuläre Wanddicke und einen erhöhten Innendurchmesser im Vergleich zu einer nicht sportlich aktiven Kontrollgruppe derselben Rasse (LONSDALE et al., 1998).

Dies scheint genetisch bedingt zu sein, da sowohl Welpen als auch untrainierte Hunde und im Training stehende Hunde die selben Verhältnisse zwischen Herzgewicht und Körpergewicht aufweisen, also ein vergleichsweise vergrößertes Herz.
Außerdem muss man sich fragen, wie sportlich aktiv die sportlich geführten Hunde tatsächlich sind. Wenn wir Menschen in unregelmäßigen Abständen einen halsbrecherischen Sprint durch die vollkommen überfüllte Bahnhofsvorhalle hinlegen, uns keuchend und mit letzter Kraft die Treppen hochschieben und mit einem wenig eleganten Hopser im Zug landen, wo wir dann laut schnaufend auf einem Sitz hängen, würde niemand auf die Idee kommen, uns als Hochleistungssportler zu bezeichnen. Recht viel mehr ist Windhundsport für manche Windhunde aber gar nicht. Alle paar Wochen mal ein Training auf der Bahn oder einen Bewerb zu bestreiten, ist nicht unbedingt so sportlich, dass man von Leistungssport sprechen könnte. Der unzureichende Trainingszustand mancher Hunde zeigt das ja auch, denn die Sache mit dem Freilauf, die ist ja bei manchen schwierig.
Vergleiche mit Profi-Racern der Rennindustrie sind also nicht unbedingt immer aussagekräftig.
Eine weitere Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt: Was ist mit echten Arbeitshunden oder Sporthunden, die zu einem großen Teil konstant deutlich höhere Leistungen erbringen? Wo sind diese Hunde, die bedingt durch ihre Leistungen gehäuft von MI betroffen sind?
Von Schlittenhunden gibt es Daten, die vermehrt leichte funktionelle Herzgeräusche bei hochtrainierten Schlittenhunden zeigen. Diese sind aber nicht mit einer MI oder einer anderen strukturellen Abweichung gekoppelt, Ursache ist die erhöhte Aortenflussgeschwindigkeit, siehe Zitat weiter oben oder S. 34 in Maria Seckerdieks Arbeit.
Auch zeigt sich in dieser Arbeit, dass bei den teilnehmenden Salukis weniger Hunde betroffen waren, obwohl bei dieser Rasse ebenfalls bekanntermaßen Probleme am Herzen auftreten (bei Salukis ist ein Herzschall für die Zucht verpflichtend).

Von den erwähnten 23 Whippets mit MI waren 20 von einer milden Form betroffen, 3 von einer moderaten. Außerdem hatten 9 Hunde (7,6%) eine milde Aortenstenose, 3 (2,5%) hatten Herzrhytmusstörungen und 2 (1,75%) milde Aortenklappeninsuffizienz. Diese Hunde wurden nicht in die Studie zu den Referenzwerten aufgenommen. Zusätzlich hatten 3 Hunde (2,5%) eine milde Insuffizienzen der Trikuspidalklappe und 2 (1,75%) eine milde Pulmonalklappeninsuffizienz, was nicht als krankhaft zu werten ist und daher floßen diese Hunde in die Datenauswertung mit ein.
Die verwendete Technik war bei dieser Untersuchung sehr fein, es wurden also auch kleinste Abweichungen sichtbar, die bei einem regulären US vielleicht gar nicht sichtbar geworden wären. Welchen Krankheitswert eine leichte MI hat, die sich im Laufe des Lebens nie (oder erst am Ende eines langen Lebens) als behandlungswürdig erweist, muss man sich natürlich auch überlegen.
Die schweren Fälle gibt es aber, und sie sind nicht so selten, das zeigen eben andere Untersuchungen (bitte geht bei Interesse die Literatur in den beiden verlinkten Studien durch).
Ebenfalls sollte beachtet werden, dass 47 von 119 Hunden aufgrund des Befundes nicht in die Studie aufgenommen werden konnten. Das sind gut 40%, obwohl ausdrücklich nur gesunde Hunde gesucht wurden!

Maria Seckerdieck kommt dann auch zu folgendem Schluss:

In jedem Fall ist zu empfehlen, dass Hunde aus den hier untersuchten Rassen vor Einschluss in die Zucht kardiologisch untersucht werden (Auskultation und/oder Echokardiographie). Unabhängig davon sollte dies erfolgen, wenn für diese Hunde eine sportliche Nutzung angestrebt wird.
Wenn Insuffizienzen bereits in jungen Jahren vorliegen, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfehlenswert. Auch im Alter sollten kardiologische Vorsorgeuntersuchungen (zumindest in Form einer guten Auskultation) bei diesen Rassen regelmäßig stattfinden.

Diese Folgerung ist bei den vorliegenden Daten (wieder: auch anderer Untersuchungen) eigentlich absolut zwingend, dennoch untersuchen längst nicht alle Züchter ihre Hunde und von verpflichtenden Herzuntersuchungen sind wir noch immer weit entfernt. Auch Sporthunde werden in den seltensten Fällen tatsächlich vor dem Beginn ihrer Sportkarriere untersucht, wobei ich mich da natürlich an die eigene Nase fassen muss. Enya, Buddy, Biene und Bluni wurden damals nicht untersucht und mir hat auch eine Auskultation für die Zucht gereicht. Das Gerede von der „gesunden Rasse“ und „dem Sportlerherz“ haben mich diesbezüglich in Sicherheit gewiegt. Unsere Hunde sind bekanntermaßen alle frei von angeborenen oder erworbenen Herzerkrankungen und auch die untersuchten Nachkommen aus den beiden Würfen, aber wussten wir das vor Sport- und Zuchteinsatz tatsächlich sicher? Nein.
Würde ich heute nicht mehr so handhaben.

Einfach nur spektakulär...
Einfach nur spektakulär… Vorsorgeuntersuchungen sind da schon sinnvoll.

Einer der Hunde mit leichten Herzrhytmusstörungen war übrigens Azulejo, eine umfassende Abklärung bei einem sehr guten Herzspezialisten in Wien zeigte allerdings keinerlei Auffälligkeiten mehr und er ist damit nun guten Gewissens als herzgesund zu bezeichnen. Herzrhytmusstörungen können vielfältige Ursachen haben, sehr schwerwiegende, aber auch harmlose, wie bspw. eine Gastritis*. Darüber war ich natürlich sehr erleichtert, nenne ich ihn doch sogar immer „Herzhund“ 😉
Da Azulejos Familie leider schon einschlägige Erfahrungen mit Herzerkrankungen (MI und tödliche Herzinsuffizienz) beim Whippet hatte, hat mich das damals sehr getroffen. Aber solche Erfahrungen, die sich eben in den letzten Jahren häuften, haben mich dazu veranlasst, diesen Termin hier anzuleiern.

Es ist sicher viel zu tun, wenn man den Whippet gesund und fit erhalten möchte. Mehr oder weniger schwerwiegende Erkrankungen treten durchaus auch bei der „gesunden“ Rasse Whippet auf und sie sind oft genetisch bedingt. Manche davon zeigen sich erst im Laufe des Lebens, oft ab 5-6 Jahren. Es wäre schön, wenn man darauf öfter Rücksicht nehmen würde und mehr ältere, gesunde und fitte Hunde in die Zucht nimmt.

Azulejo
Azulejo

Kein Züchter kann sich vom Auftreten einer genetisch bedingten Erkrankung freisprechen, wir alle züchten mit sehr ähnlichem genetischen Material und in jeder Linie, in jeder Familie gibt es Hunde, die einen Defekt tragen. Jeder einzelne unserer Hunde hat einen kranken Hund in seinen Ahnen und in seiner Verwandtschaft.
Anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen, wäre es angebracht, diese Tatsache einmal anzuerkennen und entsprechend offen mit Problemen umzugehen.

Wenn also das nächste Mal eine solche oder ähnliche medizinische Studie die Möglichkeit zur Teilnahme bietet, finden sich vielleicht schon mehr Halter und Züchter, die ihre Hunde zur Verfügung stellen – und wir können den „Ultraschall-Marathon“ (ich musste bei dieser Bezeichnung lachen, das ganze Team hat damals wirklich erstklassig und schnell gearbeitet) in Leonding toppen 😉

…und ja, ich habe mich natürlich über die Erwähnung der „Whippets de Lobito Azul“ im Artikel und in der Diss gefreut. Deutlich mehr, als über irgendeine Erwähnung in irgendeiner Titelliste. Es sei mir gegönnt 😀

* Edit 16.12.2016: Eben fiel mir ein, dass damals parallel zur Herzuntersuchung eine Augenuntersuchung durchgeführt wurde, wenn der Halter das wünschte. Dazu wurden die Augen mit pupillenerweiternden Augentropfen zuerst eingetropft und dann gings zur Herzuntersuchung. Anschließend folgte die Augenuntersuchung, die Tropfen hatten so genügend Wirkzeit. Systemische Nebenwirkungen solcher Augentropfen betreffen u.a. das Herz und sorgen für, tada, beschleunigten Puls und unregelmäßigen Herzschlag 😉 Ich kann nicht sicher sagen, dass das bei ihm die Ursache war, aber anmerken möchte ich es trotzdem.