ÖKWZR Siegerschau Wieselburg, 21. Mai 2017

Unser Ausflug nach Wieselburg hat noch gar keine Nachlese bekommen, aber das lässt sich schnell nachholen 🙂

Sonntags ging es zeitig los, zwar wollten diesmal nur 180km bewältigt werden, aber die Whippets starteten schon um 10 Uhr und in Wieselburg läuft man immer eine Ewigkeit bis zum Ring. Und mit Ewigkeit meine ich wirklich eine Ewigkeit, so ein langgestrecktes Messegelände findet man sonst nur selten!
Also Hunde verpackt, getankt, Mario eingesammelt und los Richtung Autobahn.
Kurz vor der Auffahrt in St. Georgen am Attersee fiel uns dann ein Husky(mix?) am Straßenrand auf, der in einigem Abstand zu einem Jogger ohne Leine lief. Ich fuhr auf die Auffahrt auf, Mario bemerkte noch, „kein Halsband“, und in dem Moment fällt mein Blick in den Rückspiegel – auch der Hund läuft die Auffahrt hoch! In der nächsten Sekunde war ich schon um die Kurve und es gab natürlich keine Möglichkeit, anzuhalten oder gar umzudrehen. Es blieb nicht viel mehr zu tun, als die Polizei zu informieren und Meldung an die üblichen FB-Seiten für vermisste Hunde zu schicken, auch eine Bekannte mit Schlittenhundekontakten am Attersee habe ich angerufen.
Doof, so startet man natürlich nicht gut in den Tag und die Stimmung war etwas nachdenklich.
Zu unserem weiteren Verdruss meinte Michael vor der Abfahrt noch zu mir, ich solle die Klimaanlage im Auto nicht betätigen, da irgendwo ein Leck in der Leitung sei, das noch nicht gefunden wurde. Wir stiegen also 1,5h später im wahrsten Sinne des Wortes bibbernd im regnerischen Wieselburg aus dem Auto und machten uns auf den langen Weg in die vorletzte Messehalle – die man, wie wir jetzt wissen, aber auch von hinten über einen kleinen „Geheimeingang“ betreten kann. Gut, dass ich das nach 5 Jahren nun auch herausgefunden habe, wobei er bei unserem letzten Besuch ohnehin überschwemmt gewesen wäre 😉

An den Ringen herrschte jedenfalls schon geschäftiger Betrieb und nachdem ich €4,- nachgezahlt hatte, durfte ich die Startnummern mitnehmen. Merke, ein Veteran zählt nicht als 2. Hund. Ab dem 2. Hund zahlt man nämlich eine minimal reduzierte Meldegebühr, da man nur einen Katalog erhält 😀
Wenige Minuten später konnten wir auch schon der Richterin, Frau Marion Marpe aus Deutschland, beim Richten der Rüden zusehen.
Die war echt locker drauf und trotzdem gründlich, außerdem erstaunlich zackig. Selbes übrigens im Nachbarring.
Am Vortag hagelte es ja schon Kritik für die Ergebnisse der CACIB, aber das waren echt beste Voraussetzungen und ehe ich mich versah, standen wir schon mit den anderen Zwischenklassemädels im Ring.
Ein bisschen hab ich mich für meinen grünstichigen Hund geschämt, aber ich kam am Vortag nicht mehr zum Baden und ihre Pfötchen waren halt wie meistens grün vom Gras und die Nase hatte einen Erdrand. Mist, ging auch nicht ab und dann wurden die Zähne zu allem Überfluss extra genau kontrolliert… Aber was soll ich sagen, sind sie halt Showpüppchen und Erdferkel 😉
Als wir irgendwann von der Richterin zur Seite gewunken wurden und die anderen beiden Hündinnen nochmal laufen sollten, gabs für Lori eine Hand voll Leckerchen und ordentlich Lob. Diesmal kein erster Platz für uns.

Hoppla, oder doch? Na sowas, wieder ein V1 mit CACA!
Richterbericht:
Komplettes Gebiss, sehr schöner Typ, femininer Kopf, langer Hals, vorzügliche Brust, Winkelungen und Oberlinie, wunderschöne Bewegung, freundliches Verhalten.

Anschließend kam Enya in der Veteranenklasse an die Reihe, leider wieder alleine. Als sie auch diesmal wieder auf den Ausstellungstisch springen wollte und die Pfoten an den Rand legte, fragte ich sie:“Bist du sicher?“
Ihr Blick war echt zum Knutschen, ich hab sie trotzdem gehoben, bevor sie mir samt Tisch durch den Ring fliegt 🙂
Auch für sie gab es das V1 mit Veteranensieger, außerdem erhielt sie den ÖKWZR Veteranensieger 2017.
Richterbericht:
Knapp 9 Jahre, Gebiss ok, sehr schöner Typ, gute Linien, schöner Kopf, langer, kräftiger Hals, vorzügliche Brust und Pfoten, Winkelungen ok, sehr schönes, typisches Gangwerk.

Danach ging es ans Stechen und Runde um Runde gingen Lori und ich als Sieger hervor, sodass wir am Ende auf die Beste Hündin, den ÖKWZR Sieger 2017 und das Best of Breed blicken konnten. Zwischendurch meinte die Richterin, ich solle nicht immer so verdutzt schauen und nach dem BOB gratulierte sie mir mit den Worten: „Einfach wunderschön.“ ❤
Mehr ist eigentlich nicht zu sagen, aber ja, dekorativ in der Gegend herumstehen kann das Mausl, wie ich immer ein bisschen scherzhaft anmerke. Korrekte Hunde stehen von selbst korrekt, da braucht es kein Eingreifen. Ausstrahlung hat sie bekanntermaßen und das Gangwerk ist halt einfach der Hammer und wird sicher noch öfter überzeugen, vor allem, nachdem ich jetzt das richtige Tempo für sie gefunden habe.

Nach diesem Marathon wurden die Rosetten (die zugegeben echt schick sind, jetzt aber trotzdem in der Kiste verschwunden sind) bei unseren Galgo-Windspiel-Mali-Freunden untergebracht und wir drehten draußen ein paar Runden. Ich kann ja nicht lange in geschlossenen Räumen sein, erst recht nicht mit so vielen Menschen, das schlägt sich auf den Kreislauf 😉 Mit ein Grund, warum ich Ausstellungen in Hallen eigentlich gerne vermeide und auch Shopping überhaupt nicht leiden kann.
Diesmal kamen auch nur ein paar Knabbersachen mit und die beiden Damen durften sich einen Pansenstick zum Mittagessen einverleiben. Oder zwei, oder drei…
Wir gaben uns dagegen mit den unknusprigsten Pommes zufrieden, die ich jemals gegessen habe, die aber immerhin günstiger als eine kleine Flasche Mineralwasser waren und vegetarisch.
Oh du schräge Welt 🙂

Pünktlich begann dann der Ehrenring und beim Hinweg war schon klar: Enya ist top motiviert, sie zog mich wörtlich zu den Ringen und durfte deshalb auch eine Ehrenrunde laufen. Sie erhielt als Draufgabe nämlich das Veteranen BIS von Herrn Laurent Heinesche aus Luxemburg überreicht, da die beiden anderen gemeldeten Veteranen leider nur mit SG bewertet wurden und damit nicht in den Ehrenring durften.
Naja, auch nicht das Schlechteste 😉

Lori wurde dagegen langsam unkonzentriert, für sie war die Sache eigentlich schon gegessen und nachdem sie in dieser Woche ihren imaginären Wurftag nach der letzten Läufigkeit hatte, kann man/frau/hündin das auch verstehen. Trotzdem schlug sie sich tapfer und erreichte unter dem Richterduo Marpe/Heinesche noch das BIS4 von 9 Windhunden. Herr Laurent fragte mich dabei nach Loris Alter, und auf meine Antwort (22 Monate) meinte er doch glatt:“Aber sie war gestern nicht hier?“ Nein. Ein Seufzen von ihm. Verdammt, schoß es mir durch den Kopf, hättste doch mal gemeldet 😀
Bei der Erinnerung muss ich noch immer lachen, da war er wieder, der zart glimmende Funken des Ehrgeizes. Ich hab ihn sofort ausgetreten 😉
Das BIS1 erhielt die süße Galga Elany Perla Negra de Monte Podrido von Heidi Zäsar und weil ich Heidi und ihre bunte Familie echt gerne mag (wobei ich nicht sagen kann,ob mein Herz mehr für die Galga oder diese herrlich übermütigen und so schön bemuskelten Windspielchen schlägt), freut mich das natürlich besonders.

In Summe also ein wirklich netter Tag, alles lief flüssig, alle waren freundlich und hilfsbereit, Wieselburg mag ich als Ausstellung an sich wegen der Ruhe ja eh gern – ich denke, da komm ich doch im nächsten Jahr auch wieder 🙂
Ob wir dann allerdings erneut erfolgreich sein werden, steht in den Sternen, aber ich habe glücklicherweise gelernt, meine Erwartungshaltung abzulegen. Früher ging ich zu Ausstellungen, weil ich etwas erreichen wollte und sah die Ausstellung an sich als notwendiges Übel. Ich habs gehasst, weil die Hunde es doof fanden. Jetzt macht mir das Ausstellen an sich Freude, weil auch die Hunde Spaß daran haben, und die Ergebnisse sind weniger emotionsbehaftet.
Wir hatten diesmal eben den richtigen Typ Hund, nicht zu dick und nicht zu kurz, nicht zu substanzlos oder sonstwas. Einfach genau richtig für diese Konkurrenz und diese Richter.
Wie ich schon mehrfach schrieb: Wer seine Zucht nach Richtermeinungen auslegt, steht bereits mit einem Bein im Abgrund. Ein Richter gibt dir, wenn es ein guter und unvoreingenommener Richter ist, seine Meinung zu deinem Hund, es ist seine Interpretation des Rassestandards oder des Coursingreglements. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Apropos Richter.
Zu den Richtern ist zu sagen, dass ich beide als sehr freundlich und auch sehr nett im Umgang mit den Hunden empfand. Insbesondere Frau Marpe dürfte eine geübte Richterin sein, die weiß, worauf es ihr ankommt und sehr aufmerksam danach sucht. Generell mag ich es, wenn Richter einen aufmerksamen Eindruck machen und nicht nur ihr Programm abspulen, ohne einem ins Gesicht zu schauen. „Aufmerksames Verhalten“ ist also nicht nur bei den Hunden im Ring erwünscht 😀
Herr Heinesche sprach mich nach der Ausstellung noch an, als ich in der Nähe des Richtertischs auf Mario wartete, und fragte mich erneut nach Alter und auch Herkunft von Lori. Er erklärte dann noch, warum er bspw. eine gute Rückenlänge beim Whippet für wichtig hält und war insgesamt sehr sympathisch.
Auch hier: Gerne wieder!

Alle Ergebnisse finden sich auf der Seite des ÖKWZR: Klick mich!
Fotos: Irene Höglinger und Heidi Zäsar

Und der Husky vom Vormittag dürfte unbeschadet davongekommen sein, zumindest konnten wir nichts Gegenteiliges in Erfahrung bringen.

Nachlese LHSA Workshop Mai 2017 und Besuch aus Südtirol

Das LAUFHUNDESPORT-AKADEMIE Modul Einsteiger (CANICROSS – BIKEJØRING – SCOOTERJØRING) fand am 13. und 14. Mai 2017 bei uns am Wallersee statt.
Ursprünglich hatten einige unserer Vereinsmitglieder Interesse an so einem Workshop angemeldet, sodass ich Birgit und Thom Szendi vom Verein LaufHundeSport Austria kontaktierte und ihnen unsere Seerunde als Veranstaltungsort vorschlug. Leider fand sich dann wie üblich doch keiner, der teilnehmen konnte/wollte 😉 Damit hatte ich gerechnet, denn das ist in jedem Verein ein Klassiker und Windhundleute sind ja oft nochmal ein Stück weit zurückhaltender bei alternativen Beschäftigungs- und Trainingsmöglichkeiten…
Heißt, um es ganz direkt zu sagen: Ich wurde noch vor einigen Jahren regelrecht beschimpft und als Tierquäler bezeichnet, weil ich mit meinen Whippets Zugarbeit am Scooter und Bauchgurt betrieb 😉
Ziemlich genau 7 Jahre ist das nun her und mittlerweile hat sich der Laufhundesport zu einer Trendsportart entwickelt. Zurecht, den Hunden macht es nämlich meistens sehr großen Spaß und es ist wirklich eine sehr gesunde Sportart, für Hund und Mensch. Als Vorbereitung für den Windhundsport ideal.
Auch mit 13 Jahren laufen bspw. die beiden Geschwister Odin und Freya von Birgit und Thom noch vor dem Rad, was für so große Hunde ja doch eine erstaunliche Leistung ist. Sie wurden ihr Leben lang wettkampfmäßig in diesem Sport geführt. Mach das mal mit nem Renn- oder Coursinghund…

Dass das Spaß macht, konnte man auch beim Workshop wieder sehen, die Hunde waren innerhalb kürzester Zeit mit Feuereifer dabei und man konnte vor allem sehen, wie viel Begeisterung das gemeinsame (!) Laufen/Radeln/Rollern bei den Teams auslöste.
Equipment gab es natürlich auch zu kaufen, wobei ich mir erst mal nur eine neue Leine gegönnt habe. Der Bauchgurt war aber der Hammer, ich bin noch immer ganz verliebt, ein vollkommen anderes Tragegefühl im Vergleich zu meinen Manmat-Gurten. Sehr empfehlenswert. Die neue Leine ist jedenfalls auch herrlich verarbeitet und nach meinen Wünschen mit leichteren Karabinern von dog:spot angefertigt worden ❤

Samstag fand die Theorie statt, Sonntag wurde trainiert, und ich weiß eigentlich gar nicht, was ich großartig schreiben soll – es ist einfach ein toller Sport und alle 4 Seminarleiter gehen in diesem Sport so richtig auf. Das macht dann einfach Spaß, weil diese Begeisterung natürlich ansteckend ist 🙂
Leider war der Akku schnell leer, sodass es nur wenige Trainingsfotos gibt.

Und der Grund dafür, dass er so leer war, ist hier zu sehen 😉

In kunterbunter Reihenfolge:

Nora war mal wieder zu Besuch und sie hatte ihren süßen Nachwuchs mit – der ja eigentlich ein Whippet werden sollte, aber manchmal funktionieren Pläne halt nicht so, wie man sich das vorstellt. Ich finde, der kleine italienische Straßenmix Layla passt aber auch ausgesprochen gut zu Nora und Ivy. Außerdem liebe ich konsequente Menschen, die keine faulen Kompromisse eingehen ❤ Und ein Whippet… kanns ja immer noch werden 😉

Zusammen mit Galga Dinka und Podenca Ilvie von Mario war das eine richtig tolle Truppe. Ich freu mich schon sehr auf das nächste Treffen!

Lesestoff: Tiere als Akteure in der Soziologie

Ganz egal, ob man Tiere mag oder von sich behauptet, sie nicht zu mögen, Tiere spielen in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen eine bedeutende Rolle. Vielen Menschen ist der Faktor Tier in ihrem alltäglichen Leben auch bewusst, anderen dagegen eher weniger. Vor allem beim Thema Fleischkonsum haben moderne Gesellschaften vielschichtige Verdrängungsmechanismen und Routinen entwickelt, um das Konsumgut Tierprodukt vom Lebewesen Tier zu trennen, was ja manchmal schon in diesem Blog Thema war.
Auch die Art, wie man mit Zuchthunden, mit Sporthunden und generell mit Hunden im Alltag und speziell in der Erziehung umgeht, ist geprägt durch unsere Vorstellung vom Hund als Tier, als Mitgeschöpf, als Individuum und vor allem geprägt durch unsere eigene Erziehung (oder das, was wir daraus gemacht haben).

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Vor ein paar Monaten habe ich dazu in einer Einführungsveranstaltung eine kurze Seminararbeit mit dem Titel „Tiere als Akteure in der Soziologie – von der Tiervergessenheit zum Humanimalismus?“ verfasst. Ursprünglich war diese Arbeit mit einer etwas anderen Thematik geplant, der Schwerpunkt sollte auf den Sozialbeziehungen zwischen Hunden und Menschen liegen und auf der Auseinandersetzung mit dem Thema Hund in der Gesellschaft. Da das 2017 neu erschienene Buch „Auf den Hund gekommen: Interdisziplinäre Annäherung an ein Verhältnis“ jedoch nicht rechtzeitig freigegeben wurde, habe ich mich allgemein auf die Abwesenheit der Tiere in der Soziologie konzentriert.
Denn Tiere sind für uns Menschen von großer Bedeutung in ökonomischer, sozioemotionaler und kultureller Hinsicht, aber die Beschäftigung mit der Mensch-Tier-Beziehung in den Gesellschaftswissenschaften und vor allem der Soziologie (von Soziologen selbst gerne als „Königsdisziplin“ der Gesellschaftswissenschaften bezeichnet 😉 ) war lange Zeit geradezu verpönt.

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Es war sehr spannend, sich mit diesem Thema auseinandersetzen zu können und weil ich es schade finde, wenn diese kleine Übersicht in der Schublade verschwindet, darf sie hier nochmal öffentlich stehen. Ich weiß, dass einige Leser sich darüber freuen werden und falls mal ein Student drüberstolpert – es gab 55 von 50 Punkten und die Empfehlung, an dem Thema dranzubleiben. Kam also ganz gut an und ist sicher etwas mit Zukunft, die Zeit scheint endlich reif zu sein 🙂
Was mich aber momentan auch interessiert, ist Herrschaftssoziologie und Macht(missbrauch) in Strukturen (Vereine, Verbände usw.). Da bietet die Hundewelt echt einen unerschöpflichen Fundus und ich finde es total spannend, diese Strukturen und das Handeln Einzelner besser zu verstehen.

Das oben erwähnte Buch „Auf den Hund gekommen“ durfte ich dann danach ein bisschen querlesen und wer Zugang dazu hat (es kostet ja doch nicht wenig), dem kann ich es nur ans Herz legen. Sehr nett und gewohnt fundiert geschrieben und als populärwissenschaftliche Literatur auch leistbar, ist das neue Buch von Kurt Kotrschal, Hund & Mensch: Das Geheimnis unserer Seelenverwandtschaft.

Und hier gibts jetzt die Arbeit: Klick mich für Proseminararbeit Tiere als Akteure in der Soziologie

Genomweite DNA-Analysen als Möglichkeiten in der modernen Hundezucht I

Ich möchte heute gerne eine kleine Beitragsserie beginnen, die mir schon lange am Herzen liegt: Genomweite DNA-Analysen in der Hundezucht.

In der Pädagogik und der Sozialarbeit heißt es oft, man muss die Menschen dort abholen, wo sie stehen. Das bedeutet in diesem Kontext, man muss schauen, was an Grundwissen vorhanden ist, bevor man weitere Ausführungen anhängen kann.

Daher beginne ich bei Adam und Eva:
Menschen und Hunde nutzen DNA um ihre Erbinfomationen, also Gene, weiterzugeben. Aus diesen Informationen baut der Körper alles, was uns eben zu einem funktionierenden Körper macht.
Wie man vom Gen zu einem der Grundbausteine allen Lebens, dem Protein (Eiweiß) kommt, lasse ich hier mal beiseite. Wichtig ist nur zu wissen, dass die Informationen der DNA in Abschnitte aufgeteilt werden können und ein Abschnitt, der zu einem Protein führt, ist ein Gen. Diese Gene liegen in einer Doppelhelix vor, deren Stränge sich gegenseitig ergänzen. Ein wichtiger, in der Zucht häufig verwendeter Begriff, lautet „Allel“. Allele sind die unterschiedlichen Ausprägungen der einzelnen Gene.

Die DNA ist zu Chromosomen verdichtet und gut verpackt, da bspw. die DNA einer einzigen menschlichen Zelle unglaubliche 2m lang wäre. Unser Genom liegt also in Form von Chromosomen im Zellkern vor, der mit einigen Ausnahmen in allen unseren Zellen sitzt (von denen wir viele Billionen haben). Außerdem gibt es noch mitochondriale DNA, ohne die wir ebenfalls nicht leben können und die in den sog. Kraftwerken der Zellen – eben den Mitochondrien – zu finden ist.
Wir Menschen haben 46 Chromosome in 23 Chromosomenpaaren, Hunde haben 78 Chromosomen auf 39 Chromosomenpaaren.

Der „Normalzustand“ ist also, dass unsere Gene in zweifacher Ausführung vorliegen. Wir sind diploide Organismen mit einem homologen Chromosmensatz, wir haben von jedem Gen zwei Allele.

Bei der Bildung der Keimzellen (Ei und Spermium) werden diese Chromosomen geteilt, damit bei der Befruchtung nicht eine Zelle mit doppeltem Chromosmensatz entsteht. Man nennt diesen Vorgang Meiose, was Verminderung bedeutet.

Keimzellen sind haploid, in ihnen liegt die Geninformation nur in einfacher Ausführung vor, sie enthalten nur ein Allel eines Gens.

Wenn es also heißt, wir haben die Hälfte der Gene vom Vater und die Hälfte von der Mutter, ist genau das gemeint. Je ein Allel unserer Genausstattung kommt von der Mutter, eines vom Vater.
Die Ausnahme bildet mitochondriale DNA, die wir und unsere Hunde nur von der Mutter bekommen können. Man kann daher maternale Stammbäume, also die Mutterlinie, viele, viele Generationen und tausende Jahre zurückverfolgen.
Es gibt interessante Untersuchungen bei Rennpferden, die nahelegen, dass die Leistungsfähigkeit der Mutter für die sportlichen Erfolge ihrer Nachkommen entscheidender ist als die des Vaters, was mit der Funktion der Mitochondrien als Energielieferanten der Zellen zusammenhängen könnte. Damit möchte ich mich aber gerne in einem anderen Beitrag befassen.

Bei der Zellteilung und bei der Meiose kommt es oft zu Mutationen, die entweder erkannt und entfernt werden, oder aber einfach verbleiben. Das kann negative Auswirkungen haben, positive oder gar keine.
(Das weite Feld der Epigenetik, das sich mit Änderungen der Genfunktion, die zwar keine Mutationen im engeren Sinn sind, aber dennoch vererbt werden können befasst, möchte ich hier jetzt auch nicht näher behandeln.)

Wie man sich vorstellen kann, ist dieser permanent durchgeführte Prozess der Zellteilung und der Meiose ziemlich fehleranfällig, schließlich geht es um unglaublich viel Information, die richtig umgepackt werden muss. Auch Trisomien (also fehlerhaft 3 Chromosomen im Gensatz) können schwerwiegende Folgen haben. Die Trisomie 21 oder Down-Syndrom betrifft das 21. Chromosom des Menschen und ist in der Öffentlichkeit wohl die bekannteste Trisomie.

Warum sich diese Form der Fortpflanzung durchgesetzt hat?

Genetische Vielfalt ist enorm wichtig und der einzige Grund dafür, dass es zwei Geschlechter gibt und dass es den sehr aufwendigen und von Anfang bis Ende riskanten bzw. sehr oft potentiell tödlichen Akt der sexuellen Fortpflanzung bei Tieren und Pflanzen gibt.

Bei der Meiose kommt es nämlich zu einer Rekombination der einzelnen Gene und Allele, alles wird ordentlich durchmischt, aber natürlich möglichst so, dass danach auch wieder ein funktionstüchtiger Körper herauskommt. Viele Schutzmechanismen sollen das gewährleisten.
Es gibt verschiedene Mechanismen, wie Crossing-over, die zusätzlich für eine Neuanordnung sorgen. Alles ist darauf ausgelegt, möglichst vielfältige neue Genkombinationen in den Nachkommen auf die Welt zu bringen, denn alles was nicht weitergegeben wird, stirbt mit dem Träger aus.

Aus diesem Grund haben wir alle einen einzigartigen genetischen „Fingerabdruck“, den niemand sonst auf dieser Welt hat. Außer unser eineiiger Zwilling 😉
Auch wenn wir die selben Eltern haben, wir sind niemals genetisch identisch mit unseren Geschwistern.
Daher wird von Zuchthunden ein DNA-Profil (andere Bezeichnung für Fingerprint) erstellt, das sie eindeutig identifiziert und anhand dessen ihnen vor allem ihre Nachkommen zugeordnet werden können. Nicht selten kommt es ja zu Zweifeln an der Vater- oder Mutterschaft, die damit ausgeräumt oder bestätigt werden können.

Dieser genetische Fingerprint sagt nichts (!) über irgendeinen Gesundheitswert aus. Er dient ausschließlich den angeführten Zwecken.
Es werden Marker gesucht, die zu Teilen der DNA gehören, die nicht für ein bestimmtes Protein codieren. Sie enthalten also quasi keine Information über Eigenschaften des Hundes.
Lest ihr „DNA-getestet“ und nichts weiter, handelt es sich um dieses Profil, das in vielen Ländern von den Zuchtverbänden vorgeschrieben ist.

Doch zurück zum eigentlichen Thema.

Vielfalt ist Leben, Vielfalt bietet Chancen.
Chancen auf Anpassung an sich verändernde Umweltbedingungen, Chancen, sich gegen Krankheiten zu wehren.

Was wir in der Hundezucht machen, läuft dieser Vielfalt genau entgegen.
Wir wollen einheitliche Hunde. Einheitlich in ihrer Optik, ihrer Arbeitsleistung, in ihren Wesenseigenschaften.

Um das zu erreichen, achten wir darauf, möglichst nah verwandte Individuen miteinander zu verpaaren, da sie ähnliche bzw. gleiche Gene tragen und damit einheitlicher werden. Man nennt das Inzucht.
Wir wollen die selben Allele in diesen Hunden haben, nicht unterschiedliche, so sind sie „reinerbig“ für ein Merkmal und vererben nur dieses. Auch Linienzucht ist daher Inzucht, so wie jede Hundezucht innerhalb eines geschlossenen Rahmens (also einer Rasse) streng genommen Inzucht ist. Als Referenz würden hier alle Haushunde gelten, schließlich können sie sich alle miteinander fortpflanzen. Nimmt man nur die Rasse als Population, ist Inzucht definiert als jede Verpaarung zweier Tiere, die näher verwandt sind als der Durchschnitt der Rasse.
Die Fachbegriffe in diesem Zusammenhang lauten Homozygotie (homos = gleich) und Heterozygotie (hetero = verschieden).
Wir kennen ähnliche Begriffe aus dem Alltag, wenn wir sagen, eine Gruppe sei sehr homogen zusammengesetzt – das meint, dass die einzelnen Individuen alle sehr ähnlich sind bzw. ähnliche Eigenschaften haben. Eine heterogene Gruppe beinhaltet Individuen, die sich in ihren Eigenschaften nicht gleichen.
Diese beiden Begriffe sind zentral für ein besseres Verständnis der Problematik Hundezucht mit geschlossenen Zuchtbüchern, wie wir sie innerhalb der FCI betreiben.

Wenn man sich überlegt, wie hoch der individuelle Einsatz dafür ist, möglichst vielfältige Lebewesen zu kreieren (die aufwendige Produktion von Keimzellen, zwei Geschlechter, von denen nur eines Nachkommen bekommt, es gibt Konkurrenzkämpfe um den besten Fortpflanzungspartner usw. usf.), dürfte klar sein, dass zu einheitliche Lebewesen oft Nachteile haben.
Das zeigt sich auf vielen Ebenen: Verlust der Vitalität und erhöhte Krankheitsanfälligkeit, erhöhte Anfälligkeit für Infekte und Autoimmunerkrankungen, häufiger auftretende Erbkrankheiten oder Defekte, verringerte Lebenserwartung, verringerte Leistungsfähigkeit, Fortpflanzungsprobleme und verringerte Fruchtbarkeit usw.

Wir haben oft große Probleme in Monokulturen (bei Pflanzen und bei Nutztieren), die genetisch verarmt sind und sich nicht mehr gegen Krankheiten, Schädlinge und geänderte Umweltfaktoren durchsetzen können. Selbes gilt für die Hundezucht, Fälle von Autoimmunerkrankungen, frühem Krebs, Allergien, Fortpflanzungsprobleme etc. nehmen in allen Rassen zu und sind definitiv nicht nur durch Umwelteinflüsse bedingt.

Das tatsächliche Inzuchtniveau ist bei vielen Rassen, auch beim Whippet, deutlich höher als uns eine simple Berechnung des Inzuchtkoeffizienten (COI) sagt.

http://www.instituteofcaninebiology.org/whippet.html
http://www.instituteofcaninebiology.org/whippet.html

Das ist das Inzuchtniveau (Homozygotie) direkt anhand der DNA gemessen. Die grüne Linie liegt bei 6%, was der durchschnittliche Inzuchtgrad eines Wurfs aus Cousins 1. Grades ist. Ab 5% treten übrigens erste Anzeichen von Inzuchtschäden auf! Gelb liegt bei 12%, entspricht einer Verpaarung von Halbgeschwistern, die rote Linie zeigt den Inzuchtgrad bei einer Vollgeschwisterverpaarung (25%).
Ihr seht, wo der Whippet liegt? Findet ihr das bedenklich? Ich schon.

Der COI gibt uns lediglich die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass beide Allele eines Gens die gleiche Herkunft haben und damit homozygot sind. Wahrscheinlichkeiten sind aber ein abstraktes Konstrukt und entsprechen nicht dem, was tatsächlich in der Realität vorliegt. Ein Hund kann eine höhere genetische Vielfalt haben, als sein COI und damit sein Pedigree uns glauben machen, oder eine sehr viel niedrigere. Innerhalb eines Wurfs kann es zum Teil stärkere Unterschiede geben, da ja alle Gene zufällig durchmischt werden und jeder Welpe andere Kombinationen trägt.
Wir müssten auch Zugriff auf seine ganze Ahnenreihe haben, nicht nur auf 10 oder noch weniger Generationen. Wenn weiter hinten im Stammbaum starke Linienzucht betrieben wurde (was immer der Fall ist), wir aber gar nichts davon wissen, ist ein niedriger COI ohne echte Aussage.
Nicht alle Pedigrees sind darüber hinaus richtig, manchmal gibt es absichtlich vertuschte Ahnen oder manchmal passieren unwissentlich zusätzliche Deckakte und ein Wurf hat mehrere Väter (daher die Pflicht zum DNA-Fingerprint).

Und hier kommt nun die genomweite DNA-Analyse ins Spiel, die uns als Werkzeug dabei helfen kann, zukünftig genetisch vielfältige, gesunde und fitte Hunde zu züchten, die dennoch die gewünschten homogenen Eigenschaften wie Erscheinungsbild, Wesensmerkmal oder Leistung aufweisen.

Mit der Analyse von Genmaterial aus Maulschleimhaut oder Blut kann die tatsächliche genetische Diversität eines Hundes angegeben werden, ist sein Genom in den relvanten Bereichen stark homozygot oder noch heterozygot?
Aber nicht nur für ein Individuum lässt sich die genetische Vielfalt ermitteln, sondern für ganze Rassen (siehe Grafik Inzuchtniveau), Rassegruppen oder ich kann meinen Hund mit anderen vergleichen sowie meine Rasse mit anderen Rassen usw.
Es besteht die sehr sinnvolle Möglichkeit, aus potentiellen Zuchtpartnern, die ich nach herkömmlichen Kriterien ausgesucht habe, einen Hund zu wählen, der die genetische Vielfalt und damit die Fitness der Nachkommen ideal erhöht.
Ich bin als Züchter, der genetische Vielfalt erhalten will, nicht mehr darauf angewiesen, irgendwo „fremdes Blut“ zu suchen, das vielleicht gar nicht wirklich viel fremdes/frisches Genmaterial bringt. Anhand der Abstammung kann ich nur rein theoretisch davon ausgehen, dass er nicht zu viele Allele mit meinem Hund teilt. Lasse ich eine Analyse vornehmen, kann ich es mit Sicherheit sagen.
Ist doch praktisch, oder nicht?

In Teil II möchte ich gerne allgemeine Analysemöglichkeiten vorstellen, in Teil III die DLA-Haplotypenanalyse (jede Menge Links inklusive) und wie es danach weitergeht – mal schauen 😉
Für mich ist es jedenfalls ein sehr spannendes Thema, dem zukünftig sicher noch viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden wird.

ÖKWZR Klubsiegerschau 2017 in U7B

Eigentlich hatte ich diese Ausstellung bei meiner Jahresplanung aus verschiedenen Gründen ausgeschlossen und ich muss auch gestehen, ich ließ mich echt lange bitten – aber die Teilnahme hat sich überraschenderweise durchaus gelohnt!

Samstag gings also gemütlich los in Richtung Untersiebenbrunn, das 350km entfernt auf etwa halber Strecke zwischen Wien und Bratislava liegt. Zuletzt war ich vor 7 Jahren zur Zuchtzulassung von Enya auf diesem Gelände, die Strecke kennen wir durch die zahlreichen niederösterreichischen Coursings aber noch gut.
Nachdem ich ursprünglich 4 Hunde hätte ausstellen sollen, musste mein Ausstellungscoach (und Whippethalter in spe) Mario unbedingt mit – denn nach der Ausstellung hab ich sicher Drehschwindel vom im Kreis laufen und komme nicht mehr alleine zurück, war zumindest meine Prognose 😉

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Wie man sieht, es war gar nicht kalt, windig oder nieselig 😉

Die Whippets wurden nach den Irish Wolfhounds gerichtet und die von mir kalkulierte Beginnzeit traf auch super ein, sodass wir uns noch gut orientieren und alle begrüßen konnten. Gerichtet wurde von Kurt Summer/AT, den ich noch nicht kannte.
Weil mich oft jemand fragt, was denn dieser oder jener Richter für Vorlieben hätte oder wie er/sie so sei: Herr Summer war ein sehr freundlicher, humorvoller und für Anfänger wirklich empfehlenswerter Richter, ich würde, vollkommen ungeachtet seiner Präferenzen, jederzeit wieder bei ihm als Richter melden. Ansonsten sei gesagt, er legt Wert auf die Größe.

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Letzte Instruktionen

Zu meiner Überraschung wollte Sissi Billi (Banu dLA) diesmal tatsächlich selbst ausstellen, was ich immer sehr begrüße. Er läuft zwar auch mit mir ganz passabel, aber richtig gut klappt’s oft nur mit dem Halter.
Er startete mit 4 anderen Rüden in der Offenen Klasse und Sissi lief so toll mit ihm, ließ sich durch nichts irritieren, ich war einfach nur begeistert! Ein großartiges Debüt und hätten sie auch nicht das V1 mit CACA bekommen, es wäre trotzdem ein perfekter Erfolg gewesen 🙂

Ein bisschen weniger harmonisch lief es bei Enzo (Amigo dLA) und mir, anfangs zog er wie ein Ochse (ich meinte scherzhaft, der will wohl eher zum Aufwärmen), lief dann zwar ganz ordentlich, aber zum Stehen hatte er diesmal auch keine Geduld und ich musste ihn dann „konventionell“ stellen.

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Eigentlich fasse ich die Hunde nach Marios Anleitung mittlerweile nur mehr beim Heben auf den Tisch an (oder nicht mal das…), was ohne Übung in der Ausstellungssituation natürlich nicht so gut klappt. Sein Fokus war überall sonst, nur nicht bei mir, aber immerhin war er gut drauf.
Wir erhielten trotzdem das V1 mit CACA in der Gebrauchshundeklasse und der Richter und ich, wir mussten beide über diese Performance grinsen 😉

Beim Stechen um den besten Rüden und später um das Gebrauchshunde-BIS lief dann Ulrike mit ihm und das war gleich eine ganz andere Nummer. Zwar noch nicht „perfekt“ im Sinne eines klassischen Ausstellungshandlings, aber er hatte Spaß und für mich persönlich zählt das immer mehr als der Formwert. Um ehrlich zu sein, als ich vor 2 Wochen in Salzburg wieder beobachten musste, wie manche Aussteller den ganz jungen Whippets in der Jüngstenklasse bewusst die Rute unter den Bauch klemmen, da ist es mir schon wieder ein bisschen vergangen… Viel lieber so!

Reihenfolge: Colwyn Out Of The Dark (Jugendklasse), Billi aus der Offenen Klasse, Enzo aus der Gebrauchshundeklasse und Fierce Fireball Banzai aus der Championklasse.

Anschließend folgte Lori in der Zwischenklasse.
Auf der IHA Salzburg haben wir ja am 8. April mit einem sehr schönen V4 von 5 Hündinnen in der Offenen debütiert, nachdem sie altersmäßig aber noch ein paar Monate in der ZK bleiben darf und von ihrer Entwicklung her dort auch hingehört, nutzten wir das aus.
Prompt gab es ein V1 mit CACA von 4 Hündinnen 🙂

Die beiden Berichte finden sich auf ihrer Seite: Klick

Enya nahm zum ersten Mal bei den Veteranen teil, und zwar eigentlich nur deshalb, weil sie so toll beim Ausstellungstraining mitarbeiten wollte und momentan überhaupt ziemlich über-drüber drauf ist. Auf den Ausstellungstisch sprang sie dann auch freiwillig, schließlich musste sie ewig auf ihren Einsatz warten.
Das zeigte sich dann im Bericht, bei ihrer letzten Ausstellung war sie ein wenig lustlos und kurztrittig, was mit „Bewegung sollte etwas ausgreifender sein“ beschrieben wurde, diesmal hieß es dagegen „sehr schönes, schwungvolles Gangwerk“, mit der Bemerkung, sie sei ja noch ein junges Mädel – „sieht gar nicht aus wie ein Veteran“ 😉

Sie erhielt das V1, den Veteranensieger, den ÖKWZR Veteranenklubsieger und wurde unter György Tesics/H beim Veteranen-BIS 2. von 6.

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Herrn Tesics kennen wir ja auch schon, ebenfalls sehr charmant, freundlich im Umgang mit den Hunden und für Anfänger eine uneingeschränkte Empfehlung. Zwei so nette Richter, da hatten wir echt Glück 🙂

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Na sowas, BIS 2 😉

Bei Sofa Dog Wear habe ich dann für Enya, Buddy und Lori eine komplette Grundausstattung mit Halsband, Geschirr, Pulli und Regenmantel abgeholt, damit sich die Fahrt auch diesbezüglich ordentlich ausgezahlt hat, und dann gings nach ein paar Flitzerunden mit zwei kleinen Salukis auch schon wieder heimwärts.

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Jede Menge Zeug…

Für Billi und Loris Bruder Levi war am Sonntag noch das CACIL Coursing am Spitzerberg angesagt, schließlich handelte es sich um eine S&L-Veranstaltung. Enzo musste leider pausieren, da am Ausstellungstag eine Verletzung am Gracilis festgestellt wurde. Gracilisverletzungen (Muskelanrisse oder gar Abrisse) sind sehr häufig beim Sportwindhund, und als mir Ulrike auf der Hinfahrt am Telefon mitteilte, dass er „hinten innen so eine Schwellung“ hätte, musste ich gar nicht mehr hören. Auf den Pfoten und den Oberschenkeln, insbesondere innen, liegt mein Hauptaugenmerk nach einem Coursinglauf.
Glücklicherweise sind unsere Hunde bisher verschont geblieben, denn es handelt sich um eine sehr langwierige und uU die Karriere beendende Verletzung, die gut auskuriert werden muss. Enzo hat sie sich vermutlich in Italien zugezogen, als er wieder mal schneller als der Hase war und der Hasenzieher einfach weiterzog, obwohl Enzo auf der Schnur stand. Dadurch wurde er weggeschleudert und erlitt leichte Verbrennungen durch die Schnur und Prellungen. Eine dieser vermeintlichen Prellungen dürfte eine Gracilisverletzung gewesen sein, hier ein Bild von ProGreyhound:

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Enzo wurde aber würdig von Billi vertreten, der 2. von 10 Rüden wurde, das ResCACIL und das CCLA erhielt und damit neuer Österr. Coursingchampion ist!

Damit hat sich auch die Sache mit dem Gebrauchshundezertifikat erledigt, das ich zwar schon am 26.4.2016 beim ÖKWZR angefordert hatte, welches aber leider nie ankam. Naja, diesmal war es nicht zu unserem Nachteil und so schließen wir dieses lange Wochenende zufrieden ab 😉

(c) der ersten 4 Fotos: Klaus Wastian, (c) BIS2: Nicole Faschingeder, (c) matatomsa bei Martina Tomsová
Danke!

Whippetpfoten

Für die einen zentrale Körperteile, die größte Aufmerksamkeit bei der Pflege genießen und nach deren Gesundheit man Zuchthunde auswählt, für die anderen etwas, das höchstens wegen der Krallenpflege mal begutachtet wird (wenn überhaupt): Whippetpfoten.
Es gibt sie in der gut oder weniger gut aufgeknöchelt Version, mehr oder weniger fest geschlossen, es gibt Katzenpfoten und Hasenpfoten und es gibt viele Neulinge im Ausstellungsring, die sich nach Erhalt ihres Berichts darüber wundern, was denn Katzen- oder Hasenpfoten an ihrem Hund zu suchen haben…

Eben sah ich diese tollen Aufnahmen und was mir dabei ins Auge gefallen ist, sind die Pfoten. Die Pfoten dieser urtümlichen Katzenart sind dafür gemacht, sie bestens durch ihr Leben im Regenwald zu tragen, nämlich hauptsächlich in den Bäumen. Die Zeitlupenaufnahmen zeigen die Flexibilität auf ganz herrliche Art und Weise.

Ganz anders sind die Pfoten von Geparden gebaut, bekanntermaßen das schnellste Landsäugetier, neben Greyhound und auch Whippet.

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Geparde können ihre Krallen nicht einziehen, anders als andere Katzenartige. Sie brauchen sie als Spikes im Sprint. Die Zehen sind deutlich länger und aufgeknöchelter. Weil der Gepard in vielerlei Hinsicht so anders ist als andere Katzen, wurde er früher in eine eigene Familie eingeteilt.

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Diese Anatomie ist funktionell und gehört zum Gepard, der deshalb solche herausrangenden Leistungen erbringen kann, weil er aussieht, wie er aussieht.

Whippetpfoten sind auch funktionell, oder sollten es sein. Nichts sei frustrierender, als ein Whippet, der aufgrund schlechter Pfoten ständig lahm gehe, schreibt Helen Hansell in ihrem Buch „The Working Whippet“.

Die Gesundheit der Pfoten ist ein Faktor, der züchterisch selektiert werden kann und sollte. Wobei man natürlich nicht davon ausgehen darf, dass eine funktionelle Whippetpfote jede Vernachlässigung in puncto Krallenpflege, jede Überforderung (vor allem in der Jugendphase), jedes noch so katastrophale Coursing oder jede ungepflegte Rennbahn unverletzt übersteht. Sie sind eben Spezialisten. Aber gut Belastungsfähigkeit im Freilauf muss schon drin sein!

Und wie war das jetzt mit den Hasen- und Katzenpfoten?

Der AKC schreibt in seinem Standard: „Feet more hare than cat, but both are acceptable.“ (Pfoten mehr Hase als Katze, aber beides ist akzeptabel.)

Die FCI und der KC unterscheiden nicht: „Sehr klar umrissen; Zehen gut voneinander abgesetzt, gut aufgeknöchelt; dicke und starke Ballen.“ bzw. „Oval, well split up between toes, knuckles well arched, pads thick, nails strong.“

Wie Katzenpfoten aussehen, haben wir ja im Kopf. Und der Hase, ebenfalls gemacht für Geschwindigkeit, sieht so aus 😉

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„Katzen“pfoten sind also die großen, runden und kompakten/geschlossenen Pfoten mit kurzen Zehen. Diese Pfotenform soll energiesparend in der Bewegung sein, daher haben ausdauernde Hunderassen eher Katzenpfoten.

„Hasen“pfoten weisen längere Zehen auf, sind energieaufwendiger in der Bewegung, eignen sich aber besser für explosive Sprints und hohe Geschwindigkeiten, sie finden sich daher bei vielen Windhunden – und beim Gepard.

Verwechseln darf man Hasenpfoten aber nicht mit den kaputten oder durchgetretenen Pfoten, wie sie vor allem bei den Windhunden aus dem Auslandstierschutz häufiger zu sehen sind. Verletzungen, Mangelernährung und zu frühe Überforderung führen zu „Plattfüßen“, das hat nichts mit einer funktionellen Hasenpfote zu tun. Dennoch sind Katzenpfoten natürlich weniger verletzungsanfällig als Hasenpfoten, was nicht nur an der höheren Geschwindigkeit bei den Windhunden liegt. Lange Zehen, weniger kompakte Pfoten plus enorme Geschwindigkeiten bilden das Risiko, zusätzlich fällt natürlich jeder Millimeter Krallenlänge und damit Krafteinwirkung auf die Zehe ins Gewicht.

Daran denken also Whippet-Nerds, wenn sie Videos vom Nebelparder sehen 😉

Edit 10. März 2017: Ich habe heute ein sehr eindrückliches Beispiel dafür gefunden, wie Krallenpflege sich auf die Pfotenform und die Körperhaltung auswirkt. Die Fotos stammen von C. Lessard und zeigen eine Deutsche Dogge, die sie vor einem Jahr übernahm. Der Hund hat nun schöne Katzenpfoten und nicht mehr aufgespreizte Zehen, die an Hasenpfoten erinnern – aber keine sind! Verletzungsgefahr deutlich reduziert, Gefahr für Folgeschäden am Bewegungsapparat gebannt 😉

Wie zeitauwendig ist die Whippethaltung?

Angeregt durch die immer wiederkehrende Frage, wie viel Bewegung und Beschäftigung denn ein durchschnittlicher Whippet (ausgenommen Welpen und Senioren mit speziellen Bedürfnissen) wirklich bräuchte, muss ich jetzt einfach mal diese kleine Umfrage machen.
Außerdem würde ich gerne wissen, wie viel Zeit ihr ansonsten für die Whippethaltung aufwendet, was von der Krallenpflege über Fütterung bis zum Waschen der Bettchen und Mäntelchen reichen kann 😉
Es heißt oft, Whippets wären sehr pflegeleicht = wenig Zeitaufwand für die Versorgung. Ob das stimmt?
Ich mache die Umfrage auf dem Blog, da sie hier für jeden sichtbar ist und bleibt, die Abstimmung anonym erfolgen kann und jeder teilnehmen darf, was auf FB alles nicht möglich ist. Ihr könnt nur 1x abstimmen, damit der Wert nicht verzerrt wird.

Wie viel Bewegung und geistige Beschäftigung braucht euer (gesunder) Whippet am Tag, um gut ausgelastet und zufrieden zu sein? Wie viel Zeit wendet ihr für das Drumherum auf?
Wenn ihr meint, euer Hund bräuchte eigentlich mehr Zeit und ihr schafft es aus irgendeinem Grund nicht, könnt ihr auch angeben, was euer Ideal wäre.
Wer gerne kommentieren und Interessenten einen Einblick geben möchte, ist dazu natürlich herzlich eingeladen!
Eigene Erfahrungswerte können nie für alle zutreffend sein, daher fände ich es schön, wenn ein paar Beispiele zusammenkämen.

Zwischenbericht Jänner 2017

Ich weiß, dass manche von euch sich weigern oder schlicht auch gar nicht daran denken, gelegentlich auf der FB-Seite vorbeizuschauen. Für mich ist das nachvollziehbar, sehr sympathisch ist mir diese Form der „sozialen Medien“ auch nicht. Aber mal eben Fotos und ein, zwei Sätze online stellen und mit Leuten in Kontakt treten, das geht halt leichter.
Ich werde mich trotzdem bemühen, den Blog ein wenig mehr am Leben zu halten, daher mal die letzten 2 Wochen im Schnelldurchgang:

Momentan bin ich wieder häufiger mit meiner Freundin Elisabeth und ihren Retrievern unterwegs, wir kennen uns noch aus der Schule und haben eben beide einen kleinen Hundetick – und Fotos machen wir auch gerne 😉
Am 6. Jänner waren wir am Buchberg, es war der bisher kälteste Tag des Jahres mit deutlich unter -10°C und viel Sonne. Den anderen wollte ich so einen langen Spaziergang nicht zumuten, sie frieren mittlerweile doch schneller und wenn sie nicht ständig in Bewegung sind, schmerzt diese Temperatur auch an den Pfoten. Lori macht das nichts aus, wie man sieht!

Wenn man genau hinsieht, bemerkt man bei dem Rüden, der mir die Haube vom Kopf klauen will, eine große kahle Stelle. Bei Cider wurde im Sommer ein sehr seltener Drüsenkrebs diagnostiziert und nach der OP bekam er Bestrahlungen und aktuell eine Chemotherapie. Glücklicherweise haben wir in München eines der ganz wenigen Zentren für solche Behandlungen, die beim Hund ja noch nicht so üblich sind. Neben den enormen Kosten (in Summe mehr als ein neuer Kleinwagen) schreckt viele die Angst davor ab, dass es dem Hund unter der Chemo schlecht gehen könnte. Das ist aber nicht der Fall und Cider hat bei mir die Skepsis gegenüber Chemo für Hunde reduziert.

Dann hatte ich am Dienstag wieder einmal Vivid zu Gast, das Silken Windsprite meiner Mutter. Vivid wird im Mai schon 8 Jahre, ist aber noch immer spritzig wie eine 3-Jährige 😉

Nachdem die Rasse nun ja vom VDH anerkannt ist, wird voraussichtlich bald auch der ÖKV folgen. Leider zu spät, um Vivid noch in die Zucht zu nehmen, aber ihre Geschwister haben in Deutschland ja fleißig für Nachwuchs gesorgt. Vielleicht gibts irgendwann wieder einen Silken in diesem Haushalt, wer weiß…

Und dann war da natürlich noch die Saisoneröffnung mit dem CACIL Coursing in Galtür, an dem Enzo/Amigo und Levi/Loris Bruder teilnahmen.
Morgens standen wir am Fenster und schauten in das dichte Schneegestöber, und Michael meinte: „Würd’s dich jetzt freuen, mit einem Hund am Start zu stehen?“
„Nein. Würd’s dich freuen, an der Maschine zu stehen oder mit dem Skidoo auszulegen?“
„Nein.“
Thema gegessen.
Es sind echt immer wieder extreme Bedingungen, unter denen Schneecoursings stattfinden und man muss den Veranstaltern ja ehrlichen Respekt dafür entgegenbringen, dass sie es sich auch immer wieder antun. Und natürlich jedem Hund, der da durchhält.
Bei -10°C, Sturm und Schnee gabs dann auch heute verständlicherweise nur einen Durchgang und Enzo hat eine sehr schöne Leistung erbracht:
1. Platz von 8 Whippets gemischt
Internationale Österreichischer Meister 2017
Best in Field
(gemeldet waren 59 Hunde, wie viele tatsächlich anwesend waren, kann man sicher bald auf http://www.windhundesport.at nachlesen)

Noch ein Titelchen mehr, aber nachdem es seit 2016 Seniorenchampionate für Coursings und Rennen in Österreich gibt, wird ihm ab Herbst auch nicht fad 😀
CACILs gibts nach neuem FCI-Reglement auch nur mehr/wieder auf Antrag und weil er ja schon mehr als genug hat, durfte es natürlich gleich ein anderer haben. So macht man das, und nicht im Nachhinein zum Schein großherzig abtreten, wie ich es mit den CCLAs schon erlebt habe. „Möchtest du es, ich brauch’s ja eigentlich nicht mehr?!“ Als würde das ein gutes Licht auf jemanden werfen, wenn er seinen Hund für ein CCLA oder CACIL anmeldet und es dann später mit lieben Worten abgibt…
Ehrlich, tut’s nicht 😛

Levi hatte leider ein bisschen Pech und verlor den Hasen kurz aus den Augen, was natürlich bei nur einem Durchgang ungünstig ist. Er wurde 7. von 8, aber das macht nichts, er ist ja erst 18 Monate und holt sich sicher noch seine verdienten Platzierungen ab.
Ich freue mich, dass es allen gut geht und hoffe, es bleibt weiterhin so!

Neujahrsgrüße 2017

Allen Lesern wünsche ich ein wunderbares Jahr 2017!

Unser Jahreswechsel war ruhig, die Hunde haben ihn verschlafen und um halb 2 war der Himmel wieder sternenklar 🙂

Der letzte Sonnenuntergang 2016:

Lori ist nun 18 Monate und ich musste gestern daran denken, dass sie in diesem Alter schon offiziell Mutter werden dürfte. Viele Züchter lassen ihre Hündinnen ja auch schon vor dem 2. Geburtstag decken. Wie die meisten Hündinnen ist Lori aber natürlich noch sehr welpenhaft und kindlich und sicher noch keine Mama. Wobei ich glaube, dass sie immer ein bisschen mein Kasperl bleiben wird 😉