Änderung des Salzburger Landessicherheitsgesetzes

Nach deutschem Vorbild regeln Österreichs Bundesländer die Hundehaltung und alles was damit zusammenhängt recht individuell, da gibts Hundeführerscheine und Sachkundenachweise, Listen von potentiell gefährlichen Rassen („Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential“ heißen die dann) und andere mehr oder minder sinnvolle Geschichten.
Bei uns hatten Hundehalter bisher nicht viel zu erbringen, die Salzburger haben aber nun nachgezogen und ändern mit 1.1.2013 einige wichtige Punkte in ihrem Landessicherheitsgesetz, damit in Zukunft möglichst wenige, dafür aber friedliche Hunde mit ihren sachkundigen Besitzern das schöne Salzburger Land bewohnen. Und sollte es doch einmal zu einem Zwischenfall kommen, ist ja nun jeder Hund versichert.

Meldepflicht
§ 16a
(1) Eine Person, die einen über zwölf Wochen alten Hund hält, hat dies der Gemeinde, in der sie ihren Hauptwohnsitz
hat, binnen einer Woche ab Beginn der Haltung zu melden. Die Meldung hat zu enthalten:
1. den Namen und die Anschrift der Hundehalterin oder des Hundehalters;
2. die Rasse, die Farbe, das Geschlecht und das Alter des Hundes;
3. den Namen und die Anschrift der Person, die den Hund zuletzt gehalten hat;
4. die Kennzeichnungsnummer (§ 24a Abs 2 Z 2 lit d TSchG).

(2) Der Meldung gemäß Abs 1 sind anzuschließen:
1. der für das Halten des Hundes erforderliche Sachkundenachweis (§ 21 Abs 1) und
2. der Nachweis, dass für den Hund eine Haftpflichtversicherung besteht (§ 23).

Gesamte Rechtsvorschrift
Ergänzungen ab 1.1.2013

Dies bedeutet, dass der Sachkundenachweis schon vor dem Erwerb eines Hundes erbracht werden muss. Super Sache, denkt man sich. Vor allem, wenn man gelegentlich eine der wenigen Hundewiesen besucht, wie wir gestern anlässlich des Windhundetreffens Seekirchen (das übrigens sehr nett war, weil am Schluss schon eher leerer, danke Petra!! :)) und mitanschauen muss, wie wenig Ahnung ein großer (der größte?!) Teil der Hundeleute von Hunden hat…
Eine verpflichtende Schulung für jeden braven, steuerzahlenden Hundehalter kann da eigentlich nicht schaden.
Jetzt ist es aber leider so, dass dieser „Sachkundenachweis“ eigentlich nur ein 2-stündiger Vortrag ist, dessen Inhalt vermutlich (wie in OÖ) nicht genauer vorgeschrieben ist. Und wenn man Pech hat, gerät man an einen Vortragenden, der einem jungen Hund bspw. das Schuhekauen so abgewöhnen will:

Hat sich der junge Wauzi (Anm. von mir: aus Langeweile, um Aufmerksamkeit zu erheischen und/oder weil die Zähne drücken) mal wieder einen Schuh geklaut, schnappt man sich einfach wortlos das Corpus Delicti, positioniert sich gut sichtbar für den Hund und fängt dann an, den Schuh wüst zu beschimpfen und zu schütteln. Damit der Hund merkt, der Schuh ist was ganz Übles, der kann echt gefährlich werden. Rühr ma besser nie wieder an. Anschließend wirft man ihn gegend die Wand. Den Schuh natürlich, Gewalt am Hund soll niemals sein, das überlässt man bitte dem Trainer selbst, weil der weiß, wann das Maß voll ist. Als Normalsterblicher übersieht man das sonst leicht und richtet irreparable psychische Schäden an.

So hat es eine meiner Adoptantinnen bei einem oberösterreichischen Vortrag gelernt, die einen jungen Galgo von mir übernommen hat, der wirklich alles geklaut und zerkleinert hat.
Den Trainer hat das im Übrigen gar nicht gewundert, denn Windhunde seien sowieso für eine Haltung als Familienhund ungeeignet, hohes Aggressionspotential, insbesondere anderen Hunden gegenüber. Die hetzen und töten einfach alles, völlig unkontrollierbar.
Ja. Hmm.
Kann natürlich auch ganz anders ablaufen, erfreulicherweise gibt es auch kompetente Vortragende, die über Erste Hilfe referieren und über Ernährung mit Rohfutter. Man muss nur Glück haben. Bei uns im Ort wird alljährlich über das Hundehauferlproblem, die Gesetze zum Freilauf und mit diesen Themen in engem Zusammenhang stehend die Übertragung von Neospora caninum „diskutiert“.
Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt, deshalb werde ich mir bald mal so einen Vortrag freiwillig zu Gemüte führen 😉 Kann man ja gespannt sein.

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