Loris Herzuntersuchung

Zur Herzuntersuchung war es heute ein Stück weiter als zur Augenuntersuchung vor einer Woche – was daran liegt, dass es in Österreich nur drei Tierärzte gibt, die nach den Standards des Collegium Cardiologicum (Gesellschaft zur Qualitätssicherung kardiologischer Zuchttauglichkeitsuntersuchungen in der Tiermedizin) untersuchen und von diesem zertifiziert sind. Natürlich sind auch andere TÄ kompetent in Sachen Herz, aber wenn ich mir schon die Mühe mache, kann ich es auch gleich richtig machen 😉
Einer dieser drei TÄ ist Dr. Peter Modler in Sattledt, ein sehr sympathischer TA, so wie überhaupt das ganze Personal dieser (für unsere Verhältnisse) riesigen Tierklinik.

Um die 20 TÄ kann man dort konsultieren, die von einer kleinen Armee an Assistenten unterstützt werden. Bei meiner Ankunft taten drei Empfangsdamen Dienst, während zum Vergleich kein einziger der örtlichen bzw. nachbarörtlichen TÄ auch nur eine einzige Assistentin hat…

Auf der hauseigenen Hundewiese konnten wir uns vor und nach der Untersuchung ein wenig die Füße vertreten, ebenfalls ein toller Service!
Überhaupt war die Wartezeit nicht langweilig, durch die großen Fenster konnte man allerlei Spannendes beobachten:

Die Herzuntersuchung selbst findet, wenn ich mich nicht täusche, in diesem Raum statt und sollte für einen Zuchthund keine große Sache sein, auch wenn es natürlich nicht so prickelnd ist, seitlich liegend auf dem Untersuchungstisch fixiert zu werden. Es haben aber bisher noch alle unsere Hunde ohne Trauma überlebt 🙂

Lange Rede, kurzer Sinn: Auch das Herz ist gesund!

Eine solche Untersuchung für die Zucht schlägt mit €160,- zu Buche und sollte, wie vermerkt, alle zwei Jahren wiederholt werden. Auch hier muss ich sagen: Das kann sich wirklich jeder Züchter leisten.

Warum eine so umfassende Herzuntersuchung wichtig ist, und nicht nur ein Abhören (Auskultation)?
Bei Windhunden kann es zu einem gehäuften Auftreten von angeborenen, erworbenen oder genetisch bedingten Herzerkrankungen kommen, der Whippet ist besonders von Mitralklappeninsuffizienzen betroffen.
Dieses gehäufte Auftreten von MI beim Whippet wurde früher damit begründet, dass Sporthunde eben anfälliger seien bzw. die MI eine Art Verschleißerscheinung darstellt. Dies ist so nicht richtig und Studien zeigen eindeutig eine genetische Disposition, insbesondere für das frühe Auftreten einer MI, sodass eine Herzuntersuchung bei einem Spezialisten unbedingt vor einem Zucht- oder Sporteinsatz vorgenommen werden sollte.
Ein mildes Herzgeräusch, das beim Abhören auffällig klingt, ist jedoch noch kein Hinweis auf eine tatsächliche Erkrankung, sondern kann physiologisch bedingt sein. Umgekehrt zeigen sich auch angeborene oder erblich bedingte Auffälligkeiten oft nicht beim Abhören.
Mehr gibt es hier zu lesen.

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