Kräuterpesto für Hunde

Im Frühling nutzen Menschen schon seit vielen Jahrtausenden die frisch austreibenden Kräuter, um Nährstoffdefizite, die sie im Winter durch die weniger abwechslungsreiche Kost erleiden, wieder auszugleichen und den Körper fit für das neue Jahr zu machen.
Viele Kräuter sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und an sekundären Pflanzenstoffen, die den Stoffwechsel, die Blutbildung, das Immunsystem usw. anregen und vor allem alternden Hunden oder Hunden mit chronischen Erkrankungen gut tun.

Wichtig ist, dass man auch Kräuter nicht ohne Anleitung in höheren, also medizinisch wirksamen Dosen verabreicht. Nicht alle sind vollkommen harmlos, daher sollte man sich bei Unsicherheiten Rat holen.

Bei der Brennnessel wäre eine medizinisch wirksame Dosis 1 TL getrocknete Blätter pro Tag, damit behandelt man Blasen- und Harnwegsinfekte, stillt Blutungen oder regt die Blutbildung und bei säugenden Hündinnen den Milchfluss an (also generell ein gutes Kraut für Hündinnen, die gerade geboren haben und einen Wurf aufziehen).

1 TL trockenes Kraut ist jedenfalls eine ziemlich große Menge, die man, wie beim Bärlauch oder Knoblauch, nicht mal eben aus Versehen gibt.
Ein bisschen überlegen sollte man aber dennoch und auch mal checken, was im eigenen Fertigfutter eventuell an Kräutern enthalten ist 😉
Es gibt zahlreiche Pflanzenbestimmungsbücher und jeden Frühling auch Führungen, Kräuterwanderungen, Exkursionen etc. von Universitäten, Volkshochschulen und anderen Bildungseinrichtungen oder von Personen, die in diesem Bereich tätig sind. Bei den meisten Kräutern gibt es „todsichere“ Bestimmungsmerkmale und es ist kein „Hexenwerk“, essbare von weniger bekömmlichen Kräutern zu unterscheiden.

Zum Bärlauch und dem Knoblauch hatte ich hier vor einigen Jahren etwas geschrieben, zu anderen, für Hunde geeigneten Kräutern würde ich gerne demnächst noch etwas schreiben. Mal sehen, ob ich dazu Zeit finde.

Kräuter, die ich regelmäßig verfüttere, sind: Bärlauch, Brennnessel, Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich, Giersch, Frauenmantel, Brombeere, Himbeere, Erdbeere, Bärenklau, Schafgarbe, … und Küchenkräuter wie Pfefferminze, Melisse, Basilikum, Majoran, Oregano, Petersilie, Schnittlauch, Koriander etc.

Diese kommen im Normalfall einfach zusammen mit dem Gemüse/Obst in den Mixer und werden zum Fleisch verfüttert.
Alternativ kann man Kräuter trocknen, einfrieren oder ein Pesto zubereiten, so kommt man auch gut über den Winter.

Wikipedia sagt, „das (auch: der) Pesto (von italienisch pestare, „zerstampfen“) ist eine pastose, ungekochte Sauce (…)“, für mich persönlich ist Pesto aber einfach eine praktische Form der Haltbarmachung und auch ein praktisches Ergänzungsfutter, das Hunde gerne annehmen. Die meisten Hunde fressen es pur.

Dazu benötigt man nicht mehr als einen guten Mixer oder einen Pürierstab, eine Flasche Pflanzenöl (ich verwende ein gutes Olivenöl und kombiniere mit Kokos- und Leinöl), ca. zwei große Schüsseln Kräuter und die passenden Gläser mit Deckel.

Zuerst gibt man das Öl in den Mixer, dann nach und nach die Kräuter dazu, bis alles gut püriert ist, füllt alles in Gläser und bedeckt das Pesto mit Öl. Wenn es luftdicht unter Öl liegt, hält es im Kühlschrank problemlos mehrere Wochen. Nach der Entnahme immer wieder mit Öl bedecken.

Denkbar einfach.
Ich gebe dann einen Teelöffel pro Tag.

Eine andere Möglichkeit ist, das Pesto in kleinen Formen (z.B. Eiswürfelformen oder Backmatten) einzufrieren. Man kann die kleinen Würfelchen dann aus der Form lösen und in einem Gefrierbeutel aufbewahren, das spart Platz und lässt sich leicht dosieren.

Beim Sammeln solltet ihr beachten, dass

  • die Kräuter möglichst nicht feucht vom Regen oder Tau sind. Sonst hält das Pesto nicht so gut. Daher auch nicht abwaschen!
  • die Kräuter nicht von gespritzten oder gedüngten Wiesen stammen. Auch sollte nicht in der Nähe von Straßen oder von Schutthaufen gesammelt werden, die Pflanzen nehmen schädliche Stoffe auf, welche sich auch in den Blättern anreichern.
  • nur Pflanzen gesammelt werden, von denen ihr sicher wisst, um welche es sich handelt!
  • Blätter mit Bedacht einzeln gezupft werden. Das dient einerseits der Sicherheit, keine unerwünschten (= giftigen) Pflanzen mit einzusammeln, und andererseits kann so die Pflanze weiterwachsen und geht nicht ein. Außerdem vermeidet ihr so, Insekten, Schnecken und andere Kleintiere versehentlich zu zerquetschen oder aus ihrem Lebensraum zu entfernen.
  • möglichst wenig Blüten vernichtet werden, da diese von Insekten als Nahrungsquelle genutzt werden.
  • nur frische Triebe oder faserarme Pflanzenteile verwendet werden, sonst streikt der Mixer schnell.
  • nicht einfach unerlaubt von fremden Grundstücken gesammelt wird. Gut wäre, wenn man das Einverständnis hat oder zumindest bekannt ist, dass das Sammeln geduldet wird.

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