Tod durch Kälte – erfrieren Hunde durch kalte Atemluft innerlich?

Nein!
Selbstverständlich nicht.
Es ist schade, dass diese Meldung bereits so viele Jahre durch das Internet geistert und noch immer Leute darauf hereinfallen oder sie sogar verbreiten.
In den kommenden Tagen soll es wieder einmal sehr kalt werden, also man rechnet mit für diese Region der Erde eigentlich üblichen Nachttemperaturen von -15°C bis -20°C.

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-15°C und Sonne

Das ist ziemlich kalt, aber nicht zu kalt für einen ausgiebigen Spaziergang mit Sprinteinlagen. Also lasst eure Hunde in der kommenden Woche ruhig laufen, aber achtet ggf. auf die Pfoten (Abschürfungen, Schnitte durch Eis oder auch Verletzungen der Sehnen, Bänder, Kapseln durch zu harten Untergrund) und warme Muskeln.

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-5°C und Tendenz fallend

Wann kalt zu kalt wird:
Lungenprobleme aufgrund kalter Luft sind ein großes Thema im Schlittenhundesport und ein großer Kritikpunkt von Tierschützern. Es ist kein Geheimnis, dass menschliche Wintersportler gehäuft an Erkrankungen der unteren Atemwege leiden. Für menschliche Wintersportler gibt es daher auch Atemlufterwärmer, für Hunde selbstverständlich nicht. Hunde brauchen das aber im Normalfall auch nicht, als Ausnahme könnte man neben den Schlittenhunden eventuell (!) brachyzephale Rassen nennen, die extrem verkürzte Schnauzen und deformierte Atemwege haben. Aber selbst da…
2002 wurde jedenfalls eine diesbezüglich interessante Arbeit im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht, für die 59 „elite racing sled dogs“, also absolute Spitzensportler, 24 bis 48 Stunden nach einem 1100 Meilen langen Ausdauerrennen mittels Bronchoskopie untersucht.
Diese Hunde liefen also 9 bis 14 Tage lang bei bis zu -40°C über 1770km, oft nachts, und das auf Volllast vor dem Schlitten.
Nach dieser Untersuchung, die verschiedene TS-Organisationen in ihren Protesten zitieren, hatten knapp die Hälfte der untersuchten Schlittenhunde nach einem Bewerb moderate bis ernste Veränderungen in der Lunge.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12231501

Man sollte die Schäden durch diesen Sport also nicht unterschätzen, aber wir reden hier von Temperaturen weit unter dem, was selbst bei uns erwartet wird, und von extremsten körperlichen Leistungen!
Bei -10°C oder auch -15°C mache ich mir bei fitten Hunden noch lange keine Gedanken um die Lungen, da haben sie teilweise nicht einmal einen Mantel oder einen Pulli an.

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-15°C: Auch nach über einer Stunde lachen wir noch.

Also, geht Gassi, solange es euch und den Hunden Spaß macht, oder bleibt einfach im Haus, wenn es euch nicht nach draußen zieht. In beiden Fällen werdet ihr es schadlos überleben 😉

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Dauerfrost und Pulverschnee ❤

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