Coursing EM 2017, Lotzwil/CH

Seit Jahren drauf gefreut – doch nix draus geworden :/
Dass ich eine Vorliebe für das schweizer Windhundewesen habe, ist ja jetzt nicht gerade neu. Umso mehr hätte ich mich natürlich auf diese EM gefreut, all die Hunde und Menschen wieder mal zu sehen und auch eine sicherlich gut organisierte Veranstaltung.
Ein bisschen von Zuhause die favorisierten Starter anfeuern war aber drin!

Interessanterweise fiel die Beteiligung aus Österreich heuer spärlicher aus als sonst, und fragt man die Mitglieder in unserem Verein, wurden als Gründe Sicherheitsbedenken genannt. Prinzipiell stößt man mit diesem Argument bei mir immer auf ein offenes Ohr, aber gerade bei einer schweizer EM solche Bedenken zu haben – wie kommt’s?
Einen Lauf mussten die Hunde ja mit der in Österreich üblichen Bodenzuganlage absolvieren, den anderen mit der schweizer Overheadanlage. Und die hat manchen Bauchschmerzen bereitet.
Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber nach allem, was ich von den Schweizern selbst und von durchaus weitgereisten Coursingteilnehmern weiß, bietet die Overheadanlage viele Vorteile. Eine Reihe Verletzungen, die durch den Bodenzug verursacht werden, fällt ebenfalls weg.
Rein von den Technik her wäre das auch unser Favorit, aber der Aufbau ist natürlich wesentlich zeitaufwendiger (und auch „personal“aufwendiger) als bei den Bodensystemen über Umlenkrollen und so kommt es für unsere Trainings leider nicht in Frage.
Mich hat diese Begründung also schon etwas verblüfft und ein bisschen drängt sich mir der Gedanke auf, da wurde im Vorfeld wieder mal absichtlich Stimmung gemacht…
In den Videos seht ihr übrigens die selbe Hündin auf Overheadparcours und auf Bodenanlage, sehr schöne Videos mit Namen, Deckenfarbe und Punkten (was ja auch immer spannend ist 😉 ).

Sei’s drum, „unsere“ drei Rüden sind jedenfalls wie erwartet unverletzt davongekommen und von schweren Verletzungen habe ich diesmal überhaupt nichts gehört. Lediglich Kapselverletzungen und andere kleinere, aber natürlich trotzdem nervige Verletzungen gab es vor allem bei den Whippets. Hätte es nicht wenigstens in den Tagen davor geregnet, der vollkommen ausgedörrte und betonharte Boden hätte sicher Opfer gefordert. Insofern war auch wettertechnisch viel Glück dabei.
Organisatorisch lief alles wie das sprichwörtliche schweizer Uhrwerk, ebenfalls vorhersehbar, und liebenswürdig sind die Schweizer ja im Regelfall, sodass sich auch diesbezüglich keine Beschwerden finden ließen.
Scheint wohl eine Ausnahme-EM gewesen zu sein, sowas aber auch 😉

Wie zufrieden die Leute dann mit ihren Ergebnissen sind, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt, aber dafür können die ausrichtenden Vereine nichts. Sicher gab es die eine oder andere Enttäuschung über schlechte Plätze, Disqualifizierungen oder nicht ordnungsgemäß laufende Hunde und auch die Punktevergabe ist manchmal weniger gut nachzuvollziehen… Aber auch das weiß man vorher, die Coursingwelt ist ziemlich klein und manchmal menschelts halt. Was bei kleineren Veranstaltungen vielleicht noch zu umgehen ist, kann auf einer EM eben doch entscheidend sein. Daher fände ich ja immer noch sinnvoll, die höchste und niedrigste Bewertung der fünf Coursingrichter aus der Gesamtbewertung herauszunehmen, was ja seit Jahren diskutiert wird. Dann muss sich keiner mehr aufregen oder ein „Der kann mich halt nicht leiden!“ als Begründung für den schlechten Platz vorschieben.
Aber als Bewerbsverweigerer darf man ja gleich dreimal nix sagen 😛

Die Resultate finden sich jedenfalls unter diesem Link und zumindest ich bin sehr zufrieden, es waren sehr anspruchsvolle Läufe und eine Platzierung im guten Mittelfeld passt schließlich immer.

Billi (Banu) auf Platz 28
Enzo (Amigo) auf Platz 25
und der kleine Levi (Loris Bruder) auf Platz 23
von über 60 Rüden.

Vielen Dank an meine beiden Familien, ihr habt das super gemeistert und ihr könnt stolz auf euch und eure Hunde sein!

Besonders Levis Leistung freut mich, er wurde ja am Vortag erst 2 Jahre und war bisher eher zurückhaltend am Hasen. Er ist ein sehr höflicher, freundlicher kleiner Mann und mit allen gut Freund, so wie Lori. Das hat ihm bisher immer Punkte gekostet, aber langsam wirds. Sie werden jetzt doch erwachsener in allen Bereichen.
Enzos aufwendigst therapierte Muskelverletzung (durch die Bodenzuganlage in Italien…) hat der Belastung glücklicherweise standgehalten und so wünsche ich mir für ihn, dass er in seinen letzten beiden Jahren als „Senior“ noch einige schöne und vor allem verletzungsfreie Coursings und Rennen laufen kann!
Nur wenige Sporthunde bekommen diese umfassende Versorgung, seine Familie scheut wirklich keine Kosten und Mühen und umsorgt ihn wie einen Profisportler bzw. lässt ihn von einem tollen Team aus Ärzten und Physiotherapeuten (präventiv und im Akutfall) umsorgen.
Überhaupt ist die Teilnahme an so einem Event immer mit viel Aufwand verbunden, angefangen bei den ganzen Vorgaben für die Lizenz, deren Erwerb in Österreich oft an eine Zumutung grenzt (davon können meine braven Familien alle ein Lied singen), über die Vorgaben für die Zulassung zur EM (viele hundert Kilometer Fahrt, damit man an österreichischen Coursings teilnehmen kann, an denen man sonst nicht teilnehmen würde), dann die weiten Fahrten zu den Meisterschaften an sich etc.
Als Züchter muss man dankbar sein, wenn jemand sowas verantwortungsbewusst und mit Herz und Hirn macht! Ich nehme keinem meiner Welpenleute übel, wenn er mir sagt, ich mach mit dem Hund sicher keinen Bewerbssport. Auch wenn mir das Herz dabei aufgeht, toll veranlagte und trainierte Hunde beim Coursing laufen zu sehen, sind sie mir lieber irgendwo im Freilauf lustig unterwegs, als unprofessionell oder mit falschem Ehrgeiz im Sport geführt.

Selbstverständlich gibt es auch viele Fotos und Videos, da aber die meisten davon nicht verlinkt werden können, stelle ich einfach die Sammlung ein: https://www.coursing2017.com/pics/

Tja, was soll man sonst noch zu diesem Großevent zu schreiben – es war aufregend und lustig, manche Menschlichkeiten waren ein bisschen absurd komisch, und es lief einfach gut 🙂
Im nächsten Jahr startet keiner unserer Hunde in Dänemark und wo die EM 2019 stattfindet, darüber herrscht noch nicht abschließend Klarheit. Ist auch noch ein Weilchen hin.

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