ÖKWZR Siegerschau Wieselburg, 21. Mai 2017

Unser Ausflug nach Wieselburg hat noch gar keine Nachlese bekommen, aber das lässt sich schnell nachholen 🙂

Sonntags ging es zeitig los, zwar wollten diesmal nur 180km bewältigt werden, aber die Whippets starteten schon um 10 Uhr und in Wieselburg läuft man immer eine Ewigkeit bis zum Ring. Und mit Ewigkeit meine ich wirklich eine Ewigkeit, so ein langgestrecktes Messegelände findet man sonst nur selten!
Also Hunde verpackt, getankt, Mario eingesammelt und los Richtung Autobahn.
Kurz vor der Auffahrt in St. Georgen am Attersee fiel uns dann ein Husky(mix?) am Straßenrand auf, der in einigem Abstand zu einem Jogger ohne Leine lief. Ich fuhr auf die Auffahrt auf, Mario bemerkte noch, „kein Halsband“, und in dem Moment fällt mein Blick in den Rückspiegel – auch der Hund läuft die Auffahrt hoch! In der nächsten Sekunde war ich schon um die Kurve und es gab natürlich keine Möglichkeit, anzuhalten oder gar umzudrehen. Es blieb nicht viel mehr zu tun, als die Polizei zu informieren und Meldung an die üblichen FB-Seiten für vermisste Hunde zu schicken, auch eine Bekannte mit Schlittenhundekontakten am Attersee habe ich angerufen.
Doof, so startet man natürlich nicht gut in den Tag und die Stimmung war etwas nachdenklich.
Zu unserem weiteren Verdruss meinte Michael vor der Abfahrt noch zu mir, ich solle die Klimaanlage im Auto nicht betätigen, da irgendwo ein Leck in der Leitung sei, das noch nicht gefunden wurde. Wir stiegen also 1,5h später im wahrsten Sinne des Wortes bibbernd im regnerischen Wieselburg aus dem Auto und machten uns auf den langen Weg in die vorletzte Messehalle – die man, wie wir jetzt wissen, aber auch von hinten über einen kleinen „Geheimeingang“ betreten kann. Gut, dass ich das nach 5 Jahren nun auch herausgefunden habe, wobei er bei unserem letzten Besuch ohnehin überschwemmt gewesen wäre 😉

An den Ringen herrschte jedenfalls schon geschäftiger Betrieb und nachdem ich €4,- nachgezahlt hatte, durfte ich die Startnummern mitnehmen. Merke, ein Veteran zählt nicht als 2. Hund. Ab dem 2. Hund zahlt man nämlich eine minimal reduzierte Meldegebühr, da man nur einen Katalog erhält 😀
Wenige Minuten später konnten wir auch schon der Richterin, Frau Marion Marpe aus Deutschland, beim Richten der Rüden zusehen.
Die war echt locker drauf und trotzdem gründlich, außerdem erstaunlich zackig. Selbes übrigens im Nachbarring.
Am Vortag hagelte es ja schon Kritik für die Ergebnisse der CACIB, aber das waren echt beste Voraussetzungen und ehe ich mich versah, standen wir schon mit den anderen Zwischenklassemädels im Ring.
Ein bisschen hab ich mich für meinen grünstichigen Hund geschämt, aber ich kam am Vortag nicht mehr zum Baden und ihre Pfötchen waren halt wie meistens grün vom Gras und die Nase hatte einen Erdrand. Mist, ging auch nicht ab und dann wurden die Zähne zu allem Überfluss extra genau kontrolliert… Aber was soll ich sagen, sind sie halt Showpüppchen und Erdferkel 😉
Als wir irgendwann von der Richterin zur Seite gewunken wurden und die anderen beiden Hündinnen nochmal laufen sollten, gabs für Lori eine Hand voll Leckerchen und ordentlich Lob. Diesmal kein erster Platz für uns.

Hoppla, oder doch? Na sowas, wieder ein V1 mit CACA!
Richterbericht:
Komplettes Gebiss, sehr schöner Typ, femininer Kopf, langer Hals, vorzügliche Brust, Winkelungen und Oberlinie, wunderschöne Bewegung, freundliches Verhalten.

Anschließend kam Enya in der Veteranenklasse an die Reihe, leider wieder alleine. Als sie auch diesmal wieder auf den Ausstellungstisch springen wollte und die Pfoten an den Rand legte, fragte ich sie:“Bist du sicher?“
Ihr Blick war echt zum Knutschen, ich hab sie trotzdem gehoben, bevor sie mir samt Tisch durch den Ring fliegt 🙂
Auch für sie gab es das V1 mit Veteranensieger, außerdem erhielt sie den ÖKWZR Veteranensieger 2017.
Richterbericht:
Knapp 9 Jahre, Gebiss ok, sehr schöner Typ, gute Linien, schöner Kopf, langer, kräftiger Hals, vorzügliche Brust und Pfoten, Winkelungen ok, sehr schönes, typisches Gangwerk.

Danach ging es ans Stechen und Runde um Runde gingen Lori und ich als Sieger hervor, sodass wir am Ende auf die Beste Hündin, den ÖKWZR Sieger 2017 und das Best of Breed blicken konnten. Zwischendurch meinte die Richterin, ich solle nicht immer so verdutzt schauen und nach dem BOB gratulierte sie mir mit den Worten: „Einfach wunderschön.“ ❤
Mehr ist eigentlich nicht zu sagen, aber ja, dekorativ in der Gegend herumstehen kann das Mausl, wie ich immer ein bisschen scherzhaft anmerke. Korrekte Hunde stehen von selbst korrekt, da braucht es kein Eingreifen. Ausstrahlung hat sie bekanntermaßen und das Gangwerk ist halt einfach der Hammer und wird sicher noch öfter überzeugen, vor allem, nachdem ich jetzt das richtige Tempo für sie gefunden habe.

Nach diesem Marathon wurden die Rosetten (die zugegeben echt schick sind, jetzt aber trotzdem in der Kiste verschwunden sind) bei unseren Galgo-Windspiel-Mali-Freunden untergebracht und wir drehten draußen ein paar Runden. Ich kann ja nicht lange in geschlossenen Räumen sein, erst recht nicht mit so vielen Menschen, das schlägt sich auf den Kreislauf 😉 Mit ein Grund, warum ich Ausstellungen in Hallen eigentlich gerne vermeide und auch Shopping überhaupt nicht leiden kann.
Diesmal kamen auch nur ein paar Knabbersachen mit und die beiden Damen durften sich einen Pansenstick zum Mittagessen einverleiben. Oder zwei, oder drei…
Wir gaben uns dagegen mit den unknusprigsten Pommes zufrieden, die ich jemals gegessen habe, die aber immerhin günstiger als eine kleine Flasche Mineralwasser waren und vegetarisch.
Oh du schräge Welt 🙂

Pünktlich begann dann der Ehrenring und beim Hinweg war schon klar: Enya ist top motiviert, sie zog mich wörtlich zu den Ringen und durfte deshalb auch eine Ehrenrunde laufen. Sie erhielt als Draufgabe nämlich das Veteranen BIS von Herrn Laurent Heinesche aus Luxemburg überreicht, da die beiden anderen gemeldeten Veteranen leider nur mit SG bewertet wurden und damit nicht in den Ehrenring durften.
Naja, auch nicht das Schlechteste 😉

Lori wurde dagegen langsam unkonzentriert, für sie war die Sache eigentlich schon gegessen und nachdem sie in dieser Woche ihren imaginären Wurftag nach der letzten Läufigkeit hatte, kann man/frau/hündin das auch verstehen. Trotzdem schlug sie sich tapfer und erreichte unter dem Richterduo Marpe/Heinesche noch das BIS4 von 9 Windhunden. Herr Laurent fragte mich dabei nach Loris Alter, und auf meine Antwort (22 Monate) meinte er doch glatt:“Aber sie war gestern nicht hier?“ Nein. Ein Seufzen von ihm. Verdammt, schoß es mir durch den Kopf, hättste doch mal gemeldet 😀
Bei der Erinnerung muss ich noch immer lachen, da war er wieder, der zart glimmende Funken des Ehrgeizes. Ich hab ihn sofort ausgetreten 😉
Das BIS1 erhielt die süße Galga Elany Perla Negra de Monte Podrido von Heidi Zäsar und weil ich Heidi und ihre bunte Familie echt gerne mag (wobei ich nicht sagen kann,ob mein Herz mehr für die Galga oder diese herrlich übermütigen und so schön bemuskelten Windspielchen schlägt), freut mich das natürlich besonders.

In Summe also ein wirklich netter Tag, alles lief flüssig, alle waren freundlich und hilfsbereit, Wieselburg mag ich als Ausstellung an sich wegen der Ruhe ja eh gern – ich denke, da komm ich doch im nächsten Jahr auch wieder 🙂
Ob wir dann allerdings erneut erfolgreich sein werden, steht in den Sternen, aber ich habe glücklicherweise gelernt, meine Erwartungshaltung abzulegen. Früher ging ich zu Ausstellungen, weil ich etwas erreichen wollte und sah die Ausstellung an sich als notwendiges Übel. Ich habs gehasst, weil die Hunde es doof fanden. Jetzt macht mir das Ausstellen an sich Freude, weil auch die Hunde Spaß daran haben, und die Ergebnisse sind weniger emotionsbehaftet.
Wir hatten diesmal eben den richtigen Typ Hund, nicht zu dick und nicht zu kurz, nicht zu substanzlos oder sonstwas. Einfach genau richtig für diese Konkurrenz und diese Richter.
Wie ich schon mehrfach schrieb: Wer seine Zucht nach Richtermeinungen auslegt, steht bereits mit einem Bein im Abgrund. Ein Richter gibt dir, wenn es ein guter und unvoreingenommener Richter ist, seine Meinung zu deinem Hund, es ist seine Interpretation des Rassestandards oder des Coursingreglements. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Apropos Richter.
Zu den Richtern ist zu sagen, dass ich beide als sehr freundlich und auch sehr nett im Umgang mit den Hunden empfand. Insbesondere Frau Marpe dürfte eine geübte Richterin sein, die weiß, worauf es ihr ankommt und sehr aufmerksam danach sucht. Generell mag ich es, wenn Richter einen aufmerksamen Eindruck machen und nicht nur ihr Programm abspulen, ohne einem ins Gesicht zu schauen. „Aufmerksames Verhalten“ ist also nicht nur bei den Hunden im Ring erwünscht 😀
Herr Heinesche sprach mich nach der Ausstellung noch an, als ich in der Nähe des Richtertischs auf Mario wartete, und fragte mich erneut nach Alter und auch Herkunft von Lori. Er erklärte dann noch, warum er bspw. eine gute Rückenlänge beim Whippet für wichtig hält und war insgesamt sehr sympathisch.
Auch hier: Gerne wieder!

Alle Ergebnisse finden sich auf der Seite des ÖKWZR: Klick mich!
Fotos: Irene Höglinger und Heidi Zäsar

Und der Husky vom Vormittag dürfte unbeschadet davongekommen sein, zumindest konnten wir nichts Gegenteiliges in Erfahrung bringen.

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