Lesestoff: Tiere als Akteure in der Soziologie

Ganz egal, ob man Tiere mag oder von sich behauptet, sie nicht zu mögen, Tiere spielen in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen eine bedeutende Rolle. Vielen Menschen ist der Faktor Tier in ihrem alltäglichen Leben auch bewusst, anderen dagegen eher weniger. Vor allem beim Thema Fleischkonsum haben moderne Gesellschaften vielschichtige Verdrängungsmechanismen und Routinen entwickelt, um das Konsumgut Tierprodukt vom Lebewesen Tier zu trennen, was ja manchmal schon in diesem Blog Thema war.
Auch die Art, wie man mit Zuchthunden, mit Sporthunden und generell mit Hunden im Alltag und speziell in der Erziehung umgeht, ist geprägt durch unsere Vorstellung vom Hund als Tier, als Mitgeschöpf, als Individuum und vor allem geprägt durch unsere eigene Erziehung (oder das, was wir daraus gemacht haben).

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Vor ein paar Monaten habe ich dazu in einer Einführungsveranstaltung eine kurze Seminararbeit mit dem Titel „Tiere als Akteure in der Soziologie – von der Tiervergessenheit zum Humanimalismus?“ verfasst. Ursprünglich war diese Arbeit mit einer etwas anderen Thematik geplant, der Schwerpunkt sollte auf den Sozialbeziehungen zwischen Hunden und Menschen liegen und auf der Auseinandersetzung mit dem Thema Hund in der Gesellschaft. Da das 2017 neu erschienene Buch „Auf den Hund gekommen: Interdisziplinäre Annäherung an ein Verhältnis“ jedoch nicht rechtzeitig freigegeben wurde, habe ich mich allgemein auf die Abwesenheit der Tiere in der Soziologie konzentriert.
Denn Tiere sind für uns Menschen von großer Bedeutung in ökonomischer, sozioemotionaler und kultureller Hinsicht, aber die Beschäftigung mit der Mensch-Tier-Beziehung in den Gesellschaftswissenschaften und vor allem der Soziologie (von Soziologen selbst gerne als „Königsdisziplin“ der Gesellschaftswissenschaften bezeichnet 😉 ) war lange Zeit geradezu verpönt.

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Es war sehr spannend, sich mit diesem Thema auseinandersetzen zu können und weil ich es schade finde, wenn diese kleine Übersicht in der Schublade verschwindet, darf sie hier nochmal öffentlich stehen. Ich weiß, dass einige Leser sich darüber freuen werden und falls mal ein Student drüberstolpert – es gab 55 von 50 Punkten und die Empfehlung, an dem Thema dranzubleiben. Kam also ganz gut an und ist sicher etwas mit Zukunft, die Zeit scheint endlich reif zu sein 🙂
Was mich aber momentan auch interessiert, ist Herrschaftssoziologie und Macht(missbrauch) in Strukturen (Vereine, Verbände usw.). Da bietet die Hundewelt echt einen unerschöpflichen Fundus und ich finde es total spannend, diese Strukturen und das Handeln Einzelner besser zu verstehen.

Das oben erwähnte Buch „Auf den Hund gekommen“ durfte ich dann danach ein bisschen querlesen und wer Zugang dazu hat (es kostet ja doch nicht wenig), dem kann ich es nur ans Herz legen. Sehr nett und gewohnt fundiert geschrieben und als populärwissenschaftliche Literatur auch leistbar, ist das neue Buch von Kurt Kotrschal, Hund & Mensch: Das Geheimnis unserer Seelenverwandtschaft.

Und hier gibts jetzt die Arbeit: Klick mich für Proseminararbeit Tiere als Akteure in der Soziologie

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