Warum wir bei Hitze nicht trainieren

Im folgenden Text geht es zwar vorrangig um Rettungshunde, doch gilt die grundsätzliche Aussage natürlich genauso für Coursing- oder Rennsport:
Kein Sport bei dieser Hitze!
Warum wir bei Hitze nicht trainieren – Work For Dogs
Alles zwischen 25°C und 30°C ist für Windhunde schon sehr grenzwertig, und Temperaturen jenseits der 30°C sind wirklich und ganz ehrlich nicht mehr zumutbar.
Auch Trainings in den Vormittagsstunden sehe ich mit gemischten Gefühlen, denn die Sonne wird sehr früh schon sehr stark und brennt auch um 9 Uhr schon mit einer solchen Kraft auf freie Flächen, wie es Rennbahnen und Coursingfelder nunmal sind, dass die Temperaturen rasch in Grenzbereiche gelangen. Zumal, wenn es keine ausreichende Abkühlung über Nacht gab, wie es in diesem Sommer in weiten Teilen Europas wochenlang der Fall war/ist. Somit fallen meist auch Trainings am Abend aus.
Windhundsport ist ein Hochleistungssport und die meisten Hunde geben in jeder Situation alles, gehen nicht selten schon bei guten Bedingungen über ihre Verhältnisse hinaus.
Es gibt keinen sinnvollen Grund, Trainings bei dieser Hitze durchzuführen, wenn man dabei an die Gesundheit der Hunde denkt!

Am Bach ist es dagegen angenehm kühl.

Hunde aus Arbeitslinien, aber auch viele Hunde mit agilem Charakter, überschreiten in der Regel ihre physischen Grenzen in Spiel, Training und Einsatz, wenn ihnen nicht aktiv vom Besitzer Ruhephasen eingeräumt werden. Eigentlich eine Binsenweisheit. Was aber viel schwerer wiegt ist die Tatsache, dass wir nicht erkennen können, wann der Hund überlastet ist und Schaden nimmt. Wir erkennen zwar in der Arbeit mit dem Hund, dass der Hund sich in seiner Belastungszone befindet. Ob der Hund sich jedoch noch innerhalb der Toleranzzone befindet, oder bereits durch die Arbeit Schaden nimmt, können wir nicht mit Sicherheit anhand äußerer Signale erkennen.
(…)
Der Mensch kann im Gegensatz zum Hund seine gesamte Körperoberfläche nutzen, um durch Schwitzen seinen Körper zu kühlen. Der Hund kühlt fast ausschließlich über die Mundschleimhäute durch Hecheln. Felltragende Tiere haben zwar auch Schweißdrüsen, doch dieser Schweiß ist eher schaumig-klebrig. Werden die Haare dadurch nass, behindert das sogar die Wärmeabfuhr, so wie es beispielsweise beim Pferd der Fall ist. Der Mensch sondert dagegen einen wässrigen Schweiß ab, bei Bedarf bis zu zwölf Liter am Tag. Weil diese Flüssigkeit bei uns direkt auf der Haut verdunsten kann, ergibt sich ein enormer Kühlungseffekt. Bei heißem Wetter könnte ein Mensch, so ergab eine Kalkulation, ein Pferd im Marathon besiegen. Dieser Vorteil führt aber auch dazu, dass wir Körperanstrengung bei Hitze wesentlich weniger belastend empfinden als Hunde. Wir können es gar nicht nachfühlen wie sehr es den Hund in der Arbeit belastet.

Hier spielen ganz besonders auch Faktoren wie Luftfeuchtigkeit und Allgemeinzustand des Hundes eine Rolle, die sog. Greyhoundsperre kann bei feucht-heißem Klima oder unzureichender Kühlung im Auto noch viel leichter entstehen!

Die genannten Quellen zeigen auch, dass gerade Arbeitshunde, die es gewohnt sind oft unter schweren Bedingungen zu arbeiten, noch stärker von der Gefahr durch Überbelastung betroffen sind. Was ihnen bereits angezüchtet ist, wird zusätzlich im Training vermittelt und verstärkt: „Der Job“ ist zu erledigen, selbst wenn physische Grenzen erreicht sind. Der Hund lernt so im Training, seine körpereigenen Warnsignale zu ignorieren.
Hundeführer, die also regelmäßig an den Belastungsgrenze ihrer Hunde trainieren, laufen schneller Gefahr, dass der Hund körpereigene Warnsignale zu spät erkennt oder nach außen zeigt.

Hier kann ich nur wiederholen, was weiter oben schon steht: Windhundsport ist ein Hochleistungssport und die meisten Hunde geben in jeder Situation alles, gehen nicht selten schon bei guten Bedingungen über ihre Verhältnisse hinaus.
Besonders gefährdet sind dabei natürlich Rassen wie der Whippet, deren enormer „will to kill“, sowie die extreme Heftigkeit und Geschwindigkeit, die sie bei der Jagd zeigen, legendär sind.
A whippet is not for the faint of heart 😉

Und abends kann man sich im Garten sonnen.

Und weiter wichtig…

Wenn man eine Überbelastung bei seinem eigenen Hund schon nicht sicher bestimmen kann, dann gilt dies erst Recht für einen Trainer oder Seminarleiter, der die Hunde vielleicht sogar erst zum ersten Mal gesehen hat. Zwar liegt die Verantwortung grundsätzlich beim Hundeführer, seinen Hund keinen Gefahren auszusetzen, allerdings sollte sich ein Seminarleiter allein aus pädagogischen Gesichtspunkten damit nicht aus der Verantwortung stehlen. Diese Gefahr seinen Teilnehmern nachdrücklich vermitteln kann er am besten, indem er mit gutem Beispiel voran geht, auf eigene Einnahmen verzichtet und Trainings absagt.

Quelle und weitere, wertvolle Links: Warum wir bei Hitze nicht trainieren – Work For Dogs

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