CACIB Salzburg, 28.3.20125

Stimmt, da war ja noch was – die CACIB Salzburg! Oder IHA für „Internationale Hundeausstellung“, ich kann mich da nie entscheiden, aber CACIB klingt ja gleich viel wichtiger 😉

Nachdem wir Salzburg 2014 ausgelassen haben (ich vermute, wir waren im Coursing- oder Rennbahnwahn), war heuer wieder Gelegenheit, an Bienes Titelchen zu arbeiten und für Billi-Banu das zweite Ausstellungsergebnis für die österr. Anwartschaften im Renn- und Coursingbereich zu holen.
Nach ihrem erfreulichen Debüt in Salzburg 2013, wo Biene bei ihrer ersten Ausstellung gleich das V1 CACA holte, wurde sie ja nicht mehr viel ausgestellt. Im Mai 2013 in Grafenegg (V3) und dann im August 2014 in Krenglbach (V1 CACA). Dass sie eine Hündin „von hoher Qualität“ ist, wie es so schön heißt, ist mir bewusst und benötigt nicht zwangsweise Bestätigung von außen. Der härteste Kritiker bin ohnehin ich selbst 😉 Gleichzeitig macht mir das Ausstellen in der richtigen Atmosphäre aber auch Spaß und Biene hat sich von Welpe an immer sehr gut stellen lassen und brav präsentiert, weshalb ich sie eigentlich gerne öfter gezeigt hätte. Vielleicht kann ich das in Zukunft ein bisschen, jährlich gibt es mittlerweile 2 Ausstellungen in Österreich, die im Freiland stattfinden.
Auch finde ich es wichtig, bei einer Windhundrasse die Möglichkeit zu nutzen, den Hund in der Gebrauchshundeklasse auszustellen.
Von 242 in Salzburg gemeldeten Rassen liegt der Whippet zahlenmäßig auf Platz 6, nur ganz knapp hinter Labrador und Golden Retriever, Berner Sennenhund & Co. – und nur 1 Hund wurde in der GK vorgestellt. In Grafenegg waren es bei über 70 Whippets nicht mal eine Hand voll „Gebrauchshunde“. Ist doch echt schade.
Wie man ein Gebrauchshundezertifikat erlangt, steht hier.
Alle Windhundrassen sind Gebrauchshunde, und einen Hund in der GK auszustellen, wäre eigentlich das höchste Ziel. Eigentlich. Wir wären nun wieder beim Thema Schönheit & Leistung
Stattdessen ist es leider so, dass man von den anderen Teilnehmern und leider (!) auch teilweise von den Richtern nicht ernst genommen wird. Manche Richter scheinen froh zu sein, den vorgeführten Hund überhaupt der angegebenen Rasse zuordnen zu können und vergeben leichter mal eine gute Bewertung, andere schauen erst gar nicht richtig hin und/oder vergeben aus Prinzip kein V für einen „gebrauchten Hund“. Wieder andere schätzen sportliche Vertreter ehrlich und bemühen sich um eine gerechte Bewertung. Auf dieses Lotteriespiel muss man sich einlassen, wenn man die Einstellung oder den Hintergrund (Rassespezialist, Allrounder, Hundesportler oder Hardcore-Showie 😉 ) nicht kennt. Und leider startet man manchmal eben auch alleine, was auch schade ist. Ohne Konkurrenz ist es etwas langweilig und ein gutes Ergebnis schmeckt doch gleich viel besser, wenn man es sich erarbeitet hat.

Zurück zur Ausstellung in Salzburg.


Hallenausstellungen sind ja jetzt nicht wirklich so wahnsinnig lustig, weil es einfach immer laut, voll, anstrengend ist. Von der Atmosphäre her nicht meins und auch nichts für die allermeisten Hunde. Ich mag ja auch Shoppingcenter nicht. Neben dem Ring geht es ja noch, aber der Auftritt im Ring ist doch nervenaufreibend für die Hunde. Selbst die routinierten Aussteller, die nahezu wöchentlich Hallenausstellungen quer durch Mitteleuropa besuchen, wirken im Ring gestresst. Nicht so offensichtlich wie Ungeübte, aber die Körpersprache ist bei nahezu allen Hunden eindeutig lesbar. Wenn man es sehen möchte. Die Kritik an Ausstellungen und dem Ausstellungswesen keimt ja nicht umsonst immer wieder auf.
Ich spare mir hier jedoch Beispielfotos und wir zeigen sie auch nicht anderswo, da manche Besitzer es als Angriff werten könnten. Was es nicht ist, denn unsere Hunde sind auch leicht bis mittel gestresst und das Umfeld sowie der Stresspegel beim Menschen spielen eine sehr entscheidende Rolle. Deshalb machen wir es aber eben auch nicht oft. Ein eindrucksvolles Beispiel ist hier zu sehen, einer der Aufreger im Zuge der Crufts 2015 (live im TV übertragen, weshalb ich weniger Skrupel habe), Best of Breed der Malinois beim Best in Group: https://youtu.be/RfL4xAVzOBc
Extrem gut geschulter Hund, extrem erfolgreich, extrem große Ausstellung – extrem gestresst. Aber keine extreme Ausnahme. Man muss nur ein bisschen hinschauen.

Michael hat sehr schöne Fotos von den Whippets gemacht, die ihr hier sehen könnt:
Album im Stand
Album in Bewegung

Gerichtet hat Herr Peter Harsanyi aus Ungarn, ein Allroundrichter. Am Samstag hatte er 80 Windhunde zu bewältigen, am Sonntag weitere 79 Hunde eines deutlich anderen Typs – Do-Khyi, die verschiedensten französischen, polnischen und ungarischen Hirten- und Herdenschutzhunde usw. Herausfordernd, so viele Hunde und so viele verschiedene Rassen, so unterschiedliche Anatomien aufgrund unterschiedlicher Einsatzgebiete.
Ich würde gerne schreiben, dass man ihm die Freude an seiner Tätigkeit ansah und ich mich richtig gut aufgehoben gefühlt habe, so wie das ja bisher durchaus meist der Fall war. Genau oder streng zu sein ist ja eine gute Eigenschaft, aber Spaß muss es doch machen! Ich kannte ihn aber schon von der Ausstellung in Salzburg im Mai 2010 und ich weiß nur zu gut, mit welchem eigenartigen Nachgeschmack ich damals (die erste Hallenausstellung und Enyas und meine zweite Ausstellung) den Ring verließ. Der blieb auch diesmal und seinen Standardsatz „Maybe next time.“, werde ich mir mit ziemlicher Sicherheit kein weiteres Mal anhören. Manchmal würde es reichen, wenn man Erfahrungen nur einmalig macht 😉

Billi-Banu hatte seinen ersten Auftritt in der Offenen Klasse und war mit gerade einmal 25 Monaten mit Abstand der jüngste Rüde. Er ist ein sehr braver Hund im Ring, der es gewohnt ist, von Dritten ausgestellt zu werden und der mit Sissi wirklich viel und sehr gut übt. Auch hat er noch immer einen engen Bezug zu Michael und mir. Diesmal war er aber ein wenig zappelig, setzte sich oft hin, fiepte gelegentlich leise und wollte unbedingt Sissi und Erich suchen. Ich vermute, dass das der Knackpunkt war, denn bisher waren die beiden immer am Ringrand für ihn sichtbar geblieben. Im Großen und Ganzen haben wir es aber erwartungsgemäß „Sehr gut“ gemacht, wir sollen dem Zwergi Zeit für die Entwicklung lassen und eben – vielleicht beim nächsten Mal 😉

DAI JIN OF SILVER SHADOW – V1, CAC, CACIB, BR, BOS
NEREJDE JETHRO TRULL – V2
BANU DE LOBITO AZUL – SG3
PILLOW TALK BAREFOOT IN THE PARK – G

Zum Gut von Pillow Talk Barefoot In The Park möchte ich anmerken, dass ich es doch ein wenig zu übertrieben fand. Der Rüde war sichtlich durch den Wind und das Gangwerk natürlich kaum zu bewerten, aber es war doch nicht so schlimm, dass man mit ein wenig gutem Willen nicht doch eine etwas gerechtere Bewertung hinbekommen hätte. Aber die Präsentation war diesem Richter eben äußerst wichtig, für „unangemessenes Verhalten“ gabs gleich einen ordentlichen Abzug. Ich hoffe, seine Halter lassen sich nicht völlig entmutigen.

Bei angeregten Gesprächen verging dann auch noch die Zeit bis zur GK der Whippethündinnen.
Hilde stellte Biene selbst aus, Michael verließ schon eine Klasse davor die Halle, ich blieb dummerweise zum Fotografieren. Denn so brav Biene sich eigentlich stellen lässt und so schön sie läuft, sie fand es sichtlich doof allein im Ring und ihre naheliegenste Reaktion ist natürlich, bei einer anderen Bezusgperson Unterstützung zu suchen. Auch wenn sie sich rasch gefügt hat, es war doch nciht wirklich harmonisch. Wir wissen das, denn sie macht das auch im Alltag gerne und die Konsequenz daraus ist, dass zukünftig tatsächlich nur einer von uns dreien mit ihr ausstellen wird. Sie ist eben doch einfach unser aller Prinzesschen ❤
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Der Richter trug mit seiner unterkühlten und sichtlich desinteressierten Haltung aber leider auch nicht zum besseren Wohlbefinden bei, keine 3 Schritte im Ring getan, hieß es schon rauf auf den Tisch. Kurze, sehr oberflächliche Inspektion, bisschen gelaufen, fertig. Exzellenter Hund mit Potential, ihm jedoch nicht sicher genug präsentiert, daher V1 ohne Anwartschaft. Mäh. Und natürlich: Beim nächsten Mal, sie sollen üben 😉

Nach Kaffee, Tee und Kuchen und weiteren Fachsimpeleien traten wir die herrlich kurze Heimreise an. Die geringe Anfahrtszeit ist der Hauptgrund, warum ich trotz gewisser Vorbehalte diese Ausstellung vorgeschlagen habe. Mal sehen, wer im nächsten Jahr richtet! Und mal sehen, was wir auf den Ausstellungsplan setzen. Irgendwas, das nicht so spaßbefreit ist und vielleicht etwas mit einem uns unbekannten Richter. Inzing zum Beispiel.
Abschließend bekam Billi-Banu noch einen Pokal für den weltbesten Hund und den haben sie sich eigentlich alle verdient:

Aller Ergebnisse auf http://www.whippetergebnisse.beeplog.de/

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