Über das Wesen des Windhundes & Webinarempfehlung

Am 1. Jänner veröffentlichte Ilka Fink in der Gruppe „Unsere Windhunde“ einen Text aus dem Jahre 1929, dessen Urheber leider nicht bekannt ist, der aber ganz wunderbar in Erinnerung ruft, was Greyhound wie Whippet so besonders macht – denn von allen Windhundrassen ist der Whippet seinem großen Geschwisterchen in puncto Geschwindigkeit und Leistungsbereitschaft am nächsten*, sogar noch mit einer Spur mehr Spritzigkeit.
Sie hat mir die Erlaubnis gegeben, den Text auch hier zu veröffentlichen.

„Sonderlich elegant und auffällig prachtvoll, verdankt der Greyhound das in aller Welt für ihn steigende Interesse seinen Windhundeigenschaften, das sind Schnelligkeit, Gewandtheit und Ausdauer…“
„Mit äußerster, geradzu unvorstellbarer Spannkraft hinter dem Hetzwild her, lebt er dessen Bewegungen mit und wer je einen Greyhound jagen sieht, wird von der maßlosen Erregung des Hundes, dem das Hetzen und Jagen die einzige volle seelische und körperliche Befriedigung ist, unbedingt mitgerissen. So hetzt und jagt der Greyhound mit seinen Gefährten, in überströmdender Lebenslust auch allein…“

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„Dieses Hetzen ist ein „Allesarbeiten“ im Hunde. Die Beine berühren kaum den Boden, doch ausgefetzte und weit geschleuderte Grasbüschel bekunden, mit welch enormer Kraft dies geschieht. Der sich überdehnenden Brust öffnen sich Maul und Nase, die Augen zielen, die geknickten Ohren schwinden langgestreckt am Kopfe, das Gedärm, vorlastend, will die Schwungmasse beschleunigen und macht Lende und Kniesektor frei, der Rücken federt im Zug und Zuck der Eisenmuskeln in fast akustisch raschen und rhythmischen Wellenschwingungen und die lange, leichte Rute, im Geradeauslauf wesenlos waagerecht fahren gelassen, steuer im Nu den winzigsten Winkel und den härtesten Haken aus. Prachtvolleres läßt sich nicht denken. Es erklärt uns den ganzen Greyhound.
Alle körperliche und seelische Besonderheit seines Wesens äußert sich in dieser grenzenlosen Hetzlust. Das macht seine Haltung natürlich nicht leicht und der Greyhound ist ganz gewiß nicht jedermanns Hund. Muß er im Zimmer seine Kraft verhalten, tut er mir leid. Sein Gehen an der Leine hat etwas Niederziehendes. Der Trab neben Rad oder Wagen ist auch zu Anfang nicht munterer als nach Stunden und dass er dabei nur gelangweilt und nicht matt wird, kann ein rasch vor ihm aufspringender Hase jederzeit beweisen…“

„…Sein Tänzeln in Erwartung des Ausgangs ist ein stehender Galopp. Ein Husch, ein Ruck in Wahrnehmung spannt den ganzen Hund, wird seltenst übersehen, fast immer richtig gewertet, oft köstlich nachgeahmt. Da muß man ihn sehen, wie er der Heuschrecke nachhüpft, sich duckt und kriecht beim Tasten nach einem Käfer, nach einem Vogel aufsteigt, hinter dem Hasen seine Haken schlägt…“

„Die schwer zu zügelnde Leidenschaft, sein Temperament und Feuer verlangen eine Haltung, die seinem unwiderstehlichen Drange zum Hetzen und Jagen Rechnung trägt. Nicht in den beengten Straßen der Großstadt unter dem Leinenzwang auf der Promenade wird der Windhundliebhaber die volle Freude an seinen Tieren genießen, sondern draußen im Feld und Wald in unbegrenzter Freiheit und Bewegung. Dort fliegen sie dahin, in gewaltigen Sprüngen die volle Kraft des pfeilschnellen Körpers gebrauchend, als führe Wotan selbst und alle Höllengeister hinterdrein – so ist der Windhund in seinem Element…“

„Wer seinem Hunde keine Bewegung geben kann und will, soll sich niemals einen Grey halten. Der Grey braucht Bewegung als Lebensbedürfnis. Wer ihn genießen will, muß mit ihm hinausgehen auf Feld und Wiese oder auf den Rennplatz…“

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Enya, 8 Monate – Erschöpft und glücklich nach ausgiebigem Rennspiel 😉

Auch wenns viele leider nicht so gerne hören: Whippets sind, wie alle Windhunde, hochspezialisierte Jagdgebrauchshunde, Hetzhunde, Rennhunde. Auch die „Showlinien“, die sich in dieser Hinsicht nämlich gar nicht wirklich unterscheiden!

Dieses interessante Webinar könnte also auch für (zukünftige) Whippetmenschen spannend sein:

„Der Arbeits- und Gebrauchshund in der Familie“ / Dr. Ute Blaschke-Berthold

Für die Arbeit und Unterstützung der Menschen wurden schon immer Hunde gezüchtet, die optimal an ihre Arbeit angepasst waren. Wir kennen Jagdhunde, Hütehunde und Hunde für Schutzaufgaben.
Oft hört man, dass solche Arbeits- und Gebrauchshunde nicht ausschließlich für das Leben in der Familie tauglich sind. Probleme seien vorprogrammiert, wenn man Hunde nicht ihren ursprünglichen Aufgaben gerecht auslasten würde.
Was ist an solchen Aussagen dran? Wird hier übertrieben? Wie kann man den Bedürfnissen von solchen Arbeitshunden gerecht werden? Muss ein Jagdhund jagen und ein Hütehund hüten?

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Buddy – Auch Whippets können Wasserratten sein!

Folgende Themen werden in diesem vierstündigen Webinar besprochen:
• Grundlagen der Zucht:
– Was macht einen Hund aus einer Arbeitslinie aus?
– Worin unterscheiden sich Show-, Therapie- und Arbeitslinien?
• Bedürfnisse eines Arbeits- und Gebrauchshundes
• Auslastung, Auslastung, Auslastung? Wieviel Auslastung, Bewegung und Beschäftigung braucht ein Arbeits- und Gebrauchshund wirklich?
• Müssen Arbeits- und Gebrauchshunde wirklich ihrer „Arbeit“ nachgehen, um körperlich und psychisch gesund zu bleiben, z.B. muss ein Hütehund wirklich hüten oder der Viszla bei der Jagd zur Hand gehen?

Freitag, 23. Januar 2015, 18 – 22 Uhr
Bitte beachtet die Anfangszeit und die Dauer! Es handelt sich dabei um ein vierstündiges Webinar!
Das Webinar wird aufgezeichnet und steht auch später zu Verfügung.
Hier gehts zur Anmeldung.

 

* Leider manchmal ein bisschen zu nah, aber das ist ein anderes Thema 😉

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