Kräuterkunde – Bärlauch und Knoblauch

Neue Serie? Vielleicht, also heute mal der Bärlauch (Allium ursinum) und, weil in seinen Eigenschaften sehr ähnlich, der Knoblauch (Allium sativum):
Normalerweise ist um diese Jahreszeit Bärlauchzeit, heuer passt das Wetter nicht so ganz zum üblichen Rhythmus und den meisten Menschen hängen Bärlauch-Topfen-Aufstrich, Bärlauchsuppe, Bärlauchknöderl, Bärlauch an Fisch, Fleisch, Gemüse und Nudeln mittlerweile schon zum Hals heraus – aber, gesund is er ja unbestreitbar und zwar auch für unsere Hunde.

Welche (wissenschaftlich belegte) Eigenschaften und Anwendungsgebiete hat der Bärlauch?
Grundsätzlich mal ganz ähnliche wie der Knoblauch, das wären an arzneilich wirksamen Inhaltsstoffen die Aminosäure Alliin, die Allinase und ätherische Öle, die in Verbindung mit Ajoen (einer Schwefelverbindung) für den charakteristischen Geruch verantwortlich sind.
Diese Stoffe wirken (ich mach’s jetzt einfach) gegen Viren, Pilze, Bakterien, Endoparasiten (Würmer), freie Radikale, stimulierend auf das Immunsystem, cholesterinsenkend, blutdrucksenkend, sind gut für das Blutgefäßsystem und das Blut.

Daraus ergeben sich folgende taditionelle Anwendungsbereiche:
Vorbeugung von altersbedingten Gefäßveränderungen, Verbesserung der Durchblutung, Verdauunsgbeschwerden, Wachstumsförderung, Anregung des Appetits, Durchfall, Blähungen, Parasitenabwehr, Insektenabwehr, Atemwegsinfekte, Wundinfektionen, Scheidenentzündungen, Arthritis und Insektenstiche etc.

wikipedia.org
blühender Bärlauch

Außerdem enthält er wertvolle Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und weitere sekundäre Pflanzenstoffe.
Also rundum g’sund, der Bärlauch und Knoblauch und eine sinnvolle Nahrungsergänzung im Frühling bzw. während des ganzen Jahres.

Risiken bzw. Wie dosieren und wo sammeln?
Es geistert noch immer ein Argument gegen die Fütterung von Alliin-haltigen Gemüsen durch die Köpfe der Leute, das leicht zu entkräften ist.
Es lautet: Knoblauch ist giftig und führt zu einer hämolytischen Anämie.
Jein.
Es ist richtig, wenn man Knoblauch in einer Dosis verabreicht, die kein vernünftiger Mensch in einen Hund hineinstopfen würde/könnte. Laut „Kräuter für Nutz- und Heimtiere“ (AG Kräuter und Gewürze für Nutz- und Heimtiere, Vetmed Wien, BOKU Wien u.a.) sollen nicht mehr als 25% der Futtermenge aus Knoblauch bestehen.
Im Internet ( http://www.barfers.de/knoblauch.html ) heißt es, 5g/kg Körpergewicht täglich über einen längeren Zeitraum seien toxisch, das wären 125g/Tag für einen 25kg schweren Hund, der ca. 500g Frischfutter bekäme – also eben genau die 25%.
Das passiert einem nicht mal eben aus Versehen 😉

Empfohlen wird für Kleintiere mit ca. 25kg Gewicht 4g frischer Knoblauch täglich über einen längeren Zeitraum bzw. für Hunde in Whippetgröße mit ca. 12,5kg eben 2g pro Tag.
Es kann auch eine Tinktur oder Öl hergestellt werden, das innerlich und äußerlich verwendet wird. Für die Tinktur werden ca. 250g zerkleinerter Knoblauch auf 1 Liter Branntwein ca. 14 Tage angesetzt.
Gegen Wurmbefall werden auf 10kg Körpergewicht 3x täglich 5 Tropfen gegeben, manche Halter nutzen Knoblauch auch vorbeugend und einige schwören auf die zeckenabwehrende Wirkung durch Fütterung von Knoblauch.

Ein Tipp zum Bärlauch: Als „Pesto“ kann man Bärlauch und andere Frühlingskräuter den Hunden auch über einen längeren Zeitraum bieten, dazu einfach die gesammelten Kräuter mit einer ordentlichen Menge Pflanzenöl nach Wahl mit dem Pürierstab zerkleinern, in Gläser abfüllen und zur besseren Haltbarkeit mit Öl bedecken.

Beim Sammeln bitte wie immer darauf achten, dass man keine giftige Herbstzeitlose oder Maiglöckchen erwischt, denn das endet dann tatsächlich mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich. Wichtigster Unterschied ist der Knoblauchgeruch. Blätter von noch nicht blühenden Bärlauchpflanzen sind vorzuziehen.
Außerdem sollte selbstverständlich nicht in der Nähe von Straßen (auch wenig befahrenen) und gedüngten Feldern/Wiesen gesammelt werden.

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