CACIL Schneecoursing Stubaital, 19. Jänner 2014

Bevor wir nächstes Wochenende Richtung Tschechien zum 2.  Schneecoursing der Saison aufbrechen, muss ich noch schnell die Nachlese zum Stubaital einschieben:
Vollgepackt gings Samstag los, 6 Hunde und 2 Menschen brauchen für 1 Nacht ordentlich Gepäck – 6 Näpfe, 6 Mäntel, 6 Ersatzgeschirre, 6 Maulkörbe, x Coursingshirts, pro Person 2 Jacken und einen Mantel für die Dame extra, 3 Paar Schuhe/Stiefel, jede Menge Klamotten zum Wechseln (Kommt Schnee, kommt Regen?! Gar nix kam, das Wetter hielt!) usw. usf. 😉
Bis das alles im Auto verstaut ist, kann es schon mal Mittag werden. Trotzdem war die Fahrt ausnahmsweise absolut problemlos, was für ein Glück, und gegen 14 Uhr konnten wir schon unsere völlig überdimensionierte Ferienwohnung beziehen. Für das nächste Mal halten wir fest: 90qm sind definitiv viel zu groß und ne Eckbadewanne braucht vor nem Coursing kein Mensch. Höchstens hinterher 😉 Aber vielleicht teilen wir sie ja 2015 mit ein paar mehr Personen, ansonsten war es nämlich richtig schön dort und Gassi konnte man auch gleich vom Haus weg gehen. Kennen wir durchaus anders.
Anschließend durften wir die Tierarztkontrolle auf der Doadleralm absolvieren, wo um 14.20 Uhr schon alles ruhig und der 2. Durchgang beendet war. Perfekt, das ließ auf einen guten Ablauf für Sonntag hoffen! Am 2. Parcours beim Campingplatz Edelweiss liefen noch die letzten Trainingsläufe, dort gab es Probleme mit den Hasenzugmaschinen, aber das Team des WRCT und Hasenzieher „Höbi“ gaben ihr Bestes und um 15 Uhr war auch dort alles gut über die Bühne gebracht.

Am nächsten Morgen zeigte sich leider, dass der Föhnsturm auch in den hinteren Teilen des Tals einen guten Teil des Schnees „aufgefressen“ hatte und alles ziemlich aufgeweicht bis überschwemmt hinterließ. Harte Bedingungen für die Hunde, tiefe Rillen durch die Quads, weicher Schnee, in dem gerade die kleineren Hunde (und Bluni und Biene waren wohl so ziemlich die kleinsten Whippets vor Ort) stellenweise ziemlich versanken. Aber nix, wovor wir uns fürchten müssten. Im Normalfall ist der Winter hier sehr schneereich und die Hunde können damit gut umgehen.
Den 1. Lauf auf dem Parcours „Edelweiss“ bestritt dann auch gleich Enzo (Amigo de Lobito Azul) mit einem deutschen Rüden aus Rennlinie und schlug sich super!


Herzlichen Dank an Armin Hauke, hier gibts noch mehr großartige Fotos 🙂

Ich musste währenddessen schon Buddy aufwärmen, der gleich Lauf 2 mit dem braven Plex von Kerstin hatte. Plexi treffen wir jetzt regelmäßig und er hat unseren Hunden auch zur Rennlizenz verholfen, deshalb freu ich mich auch schon auf CZ nächste Woche, dort starten unsere beiden Kastraten wahrscheinlich wieder.
Buddy lief wie immer sehr schön, voller Elan und mit Köpfchen, es macht einfach Spaß, ihm zuzusehen 🙂

Bald ging es weiter mit den Hündinnen, Enya machte den Anfang und lief mit einer italienischen Rennhündin von Mauro, den wir auch schon vom Freunschaftsrennen und den Lizenzläufen in Inzing kennen. Leider weiß Mauro seit diesem Zusammentreffen, dass ich ein ganz klein wenig Italienisch spreche (danke, lieber Michael 😛 ), was mich schnell in Bedrängnis brachte – 10 Jahre altes Schulitalienisch eignet sich definitiv nicht mehr zur Konversation 😀 Bis zur Coursing EM, die diesmal in Italien stattfindet, sollte ich das vielleicht wieder auffrischen!
Die beiden Mädels machten ihre Sache jedenfalls ganz toll und erstaunlicherweise nahezu ebenbürtig, obwohl Enya im Dezember läufig war und bereits ein wenig außer Form gerät 😉
Erschwerend kam hinzu, dass 2x nach ca. 1/3 der Strecke die Schnur riss, was 3 kräfteraubende Starts im Schnee bedeutete. Nach dem 2. Versuch durften wir immerhin direkt vom Feld starten.


Joa, und dann war ich nicht nur deshalb sehr stolz auf Enya, sondern auch, weil sie sich jedes Mal nach dem Kill sofort vom Hasen abrufen ließ und quer übers Feld zu mir geflitzt kam. Nach dem ersten Mal kam zwar schon von seiten Michaels der dezente Einwand, dass wir für sowas auf der falschen Sportveranstaltung seien (wir sind seit August auch beim ÖGV Salzburg Mitglied und haben ein bisschen ins Obedience geschnuppert, was Enya richtig Spaß gemacht hat), aber was er damit meinte, kam mir erst später ins Bewusstsein – mühsam erarbeitete Abrufbarkeit vom Hasen könnte als mangelnde Hasenschärfe ausgelegt werden. Oops!
Na, is mir wurscht, meine Hunde müssen alltagstauglich sein und dazu gehört halt auch Abrufbarkeit in kritischen Situationen. Die kommt schließlich nicht von heute auf morgen, sondern bedeutet viel Arbeit und deshalb: Vielen Dank an meine weltbeste Kröte! Auch Whippets bestehen nicht nur aus „Trieben“. Und den Richtern wars, zumindest diesmal, auch wurscht 🙂
Enya und Europa
Alle Ergebnisse detailliert auf der HP des WRCT.

Blieben noch die beiden Zwerge:
Für Bluni war das Schneecoursing erst das 3. Coursing ihrer Karriere. Biene war ebenfalls kurz vor Enya läufig und hätte an diesem Wochenende „Wurftag“, heißt, hormonell stellt sich der Körper in dieser Zeit auf das Säugen um. Verständlicherweise sind die Hündinnen dann oft nicht 100%ig bei der Sache und das merkte man auch, körperlich sowieso. Wir lassen unsere Hündinnen trotzdem laufen, da sie absolut saubere Läufer sind und eine normal verlaufende Scheinträchtigkeit keine Krankheit ist, sondern bei jeder Hündin zu einem natürlichen Zyklus dazugehört. Nächstes Wochenende ist Enya so weit, mal schauen, wie sie sich in CZ schlägt.
Bluni war im Gegensatz dazu körperlich in hervorragender Kondition und sehr fokusiert. Bald feiert sie ihren 4. Geburtstag und sie ist seit dem Wurf als Persönlichkeit sichtlich gereift, das merkt man auch bei ihren Läufen.
Biene und Bluni liefen gemeinsam, was ja im Herbst punktemäßig für Bluni leider ganz blöd war – aber kein Hund bringt immer top Leistungen und diesmal war Bluni im Vorteil. Sie lieferten sich ein schönes, harmonisches Duell, aus dem Bluni verdient mit mehr Punkten ausstieg.

In der Mittagspause nutzen wir die vielen Waldwege wieder für Spaziergänge mit allen 6 und dann gings auch schon weiter, diesmal auf dem Parcours der Doadleralm. Die Temperaturen wurden in der Zwischenzeit noch ein weniger milder und das Feld war schon ziemlich mitgenommen. Etwas umsichtiger hätte der Hasenausleger dort mit dem Quad umgehen können, aber wenn man 2 Tage draußen herumsteht, sollte es wohl immerhin ein wenig Spaß machen…
Buddy lief noch vor Enzo, zusammen mit Maestrale, auch ein Bekannter aus Italien, der ihm im August schon bei der Rennlizenz half. Maestrale passierte dann auch das, wovor wir alle schon ziemlich Bammel hatten – er verrechnete sich und kam vom Parcours ab, sprang über einen Graben und beendete anschließend den Lauf. Normalerweise bin ich bei Hindernissen aller Art unempfindlich, sie laufen im Wald (wenn wildfrei!) oder in Klammen genauso frei wie auf Wiesen, in und an Bächen, also sprichwörtlich über Stock und Stein, aber am Vormittag kam es an dieser Stelle bereits zu einem schweren Unfall mit einem Bruch am Vorderlauf, der sogar operativ versorgt werden musste. Da wird einem schon anders.
Buddy kam mit einem kleinen Schnitt am Hinterlauf zurück und einer dicken Zehe, die ich nach dem Ablaufen gleich im Schnee kühlte und mir währenddessen den Lauf von Enzo ansah.
Enzo lief wieder mit dem selben Rüden und wurde von diesem mehrmals auf der Startgeraden übel gerammt (was offenbar auch schon am Vormittag der Fall war), ließ sich jedoch nicht beirren und lieferte einen klasse Lauf ab! Der andere Rüde blieb dagegen in den Spurrinnen des Quads stehen und stürzte sich erst wieder am Kill auf den Hasen (und/oder Enzo?). Das war wirklich keine schöne Sache und hätte für Enzo auf dem aufgewühlten Feld und bei den Bodenverhältnissen ganz anders enden können.
Michael sah sich den Lauf aus einer anderen Perspektive an, um den Abschnitt mit dem Graben besser beurteilen zu können. Wäre es ihm gefährlich vorgekommen, hätten wir die Mädels zurückgezogen, denn riskieren muss man für so ein Hobby nichts. Aber mindestens zu diesem Zeitpunkt war die Strecke definitiv für Whippets geeignet, deshalb absolvierten auch noch Bluni, Biene und Enya ihren 2. Durchgang. Bluni diesmal mit Enyas Laufpartnerin vom 1. Durchgang und Biene alleine.

Puh, geschafft!

Auch der zwischenzeitlich konsultierte Tierarzt konnte Entwarnung geben, Buddys Zehe war nur oberflächlich angeschlagen (ev. ein Stein?) und selbst wenn ich das im ersten Moment nicht glauben wollte (es war die Zehe, an der er sich im Sommer verletzt hatte und sie sah lila, blau und durch den Schnitt daneben gleich mal schlimm aus), so hatte er tatsächlich Recht und schon am Abend sah man fast nichts mehr!
Somit waren wir alle rundum glücklich und nach einem weiteren Waldspaziergang zum Entspannen gings zügig weiter zur Siegerehrung im Restaurant Jagdhütte.
Dort war dann die Überraschung groß, als es an die Platzierungen ging. Gerechnet haben wir ja mit nichts, denn ohne Erwartungshaltung ist Coursing für alle Beteiligten ein Spaß 😉 und wir fanden mittags nicht die Zeit, die Punkte zu vergleichen, hatten also nicht mal eine Ahnung. Wir saßen also erschöpft mit Ulrike und Karl am Tisch und Michael meinte über seinem Schnitzel: „Wenn einer von uns was gewonnen hat, stehst aber du auf!“ 😀

Jöh, und dann kams:
1. Platz mit CACIL für Amigo de Lobito Azul, 342 Punkte
3. Platz für vetpet Buddy mit 326 Punkten

von 8 Rüden

4. Platz für Gweneth Gloss vom Elfenhain mit 342 Punkten
, Bluni ist punktegleich mit Enzo
6. Platz für vetpet Bo mit 339 Punkten
8. Platz für Abeja de Lobito Azul mit 335 Punkten

von 16 Hündinnen

Wir sind sehr stolz auf alle unsere kleinen Flitzer, die sich bei wirklich starker Konkurrenz und unter widrigen Umständen so durchsetzen konnten!
Nicht unerwähnt möchte ich Bullitt und Lupina lassen, die sich vorbildlich benommen haben. Gerade Lupina, die noch große Angst vor fremden Menschen hat und erst vor einem Monat „in der Zivilisation“ angekommen ist, war sehr brav und immer gut drauf – Hauptsache dabei 🙂

Außerdem möchten wir uns ganz herzlich beim WRCT und allen Helfern bedanken, die das Bestmögliche aus den Umständen gemacht haben und eine Veranstaltung auf die Beine gestellt haben, zu der wir sehr gerne wieder kommen werden.
Allen Teilnehmern gratulieren wir herzlich und wünschen vor allem den beiden Pechvögeln gute Besserung!

Schneecoursings sind immer extreme Coursings, bei denen noch viel mehr schief gehen kann als sonst schon. Das muss man immer einkalkulieren und deshalb sind wir schon sehr gespannt auf das Coursing am 1./2. Februar in Hrdonov. Enzo läuft erst wieder am 15./16. Februar in Italien, an diesem Wochenende haben wir den wichtigen Termin zur Herz- und Augenuntersuchung, die Enzo dann noch nachholt.
Jetzt gibts ja auch hier Schnee und das beste Training ist immer noch das freie Spiel mit anderen Windigen…

IMG_7505
Oder ziemlich Windigen 😉

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