Echte Weisheit kommt nicht mit dem Alter

Es ist noch immer „Land unter“ und Salzburgs Infrastruktur um die Salzach liegt darnieder, was mir gleich 5 Mails mit „Lehrverantsaltung entfällt“ und einen Nachmittag am Laptop einbrachte 😉 Dabei kommt einem so einiges unter.

Der kleine Luiz Antonio erklärt ganz großartig und schlüssig, warum er keinen Octopus essen möchte…

Versteht doch eigentlich jedes Kind, oder?

Aber umso älter wir werden, desto mehr werden wir durch andere, durch kluge Erwachsene konditioniert, desto härter gehen wir mit uns selbst und anderen um und viele versteinern innerlich, werden verbittert und begegnen anderen mit Gleichgültigkeit, Abwehr, Neid und Missgunst, vermeintlich „schwächeren“ Lebewesen mit physischer und psychischer Gewalt, aus der Angst heraus, selbst womöglich unter die Räder zu kommen.
Denn was machen Tiere und Menschen, wenn sie Angst bekommen und einen Angriff wittern?
Klassisch gäbe es da fight, flight, freeze und flirt/fiddle about, übrigens eine interessante Thematik. Eine dieser Strategien werden sie jedenfalls wählen, für vermeintlich „starke“ Menschen gibt es in unserer Kultur allerdings nur einen Weg: In die Offensive gehen!

Leider vergessen Menschen dabei gerne, dass Gewalt (egal ob an anderen Tieren oder Menschen) immer nur mehr Gewalt hervorruft. Um es nochmal eindringlicher zu wiederholen:
Gewalt, psychischer oder physischer Natur, ist oft ein Zeichen von Hilflosigkeit, Überforderung, Angst und Unwissen, daher lehne ich natürlich auch beim Hund Erziehungsmethoden ab, die mit starken Zwängen arbeiten. Mal nicht ganz so ernst, aber durchaus in seiner Meinung ernstzunehmend, schreibt hier Willi Wollmatingen über die neue Hundeflüsterin im ZDF, die in Anlehnung an Herrn Millan arbeitet. Zu einem späteren Zeitpunkt möchte ich gerne zu einigen Kommentaren in diesem Beitrag etwas schreiben, vorerst tut es aber dieses Zitat:

“When another person makes you suffer, it is because he suffers deeply within himself, and his suffering is spilling over. He does not need punishment; he needs help. That’s the message he is sending.”

― Thich Nhat Hanh

Außerdem ist mir heute ein Beitrag auf dem Blog Friendship for Dogs aufgefallen, dem ich zwar nicht vollumfänglich zustimmen kann, der mir jedoch in sehr weiten Teilen aus der Seele spricht. Die folgenden Abschnitte spiegeln meine derzeitige Einstellung gut wieder, im Bezug auf Menschen, die ich aus meinem Leben ausschließen musste und natürlich generell im Bezug auf andere Lebewesen:

Es macht mich immer wieder traurig, zu erleben, wie wenig Mühe sich Menschen geben, sich in ein Gegenüber oder eine Situation hineinzudenken bzw. einzufühlen.

Ganz abartig finde ich das Verhalten, die Fähigkeiten meines Gegenübers absichtlich ins schlechte Licht zu rücken, um selber besser dazustehen und im Umkehrschluss, mein oft unangemessenes Handeln diesem Lebewesen gegenüber zu rechtfertigen.

Doch wer gibt uns das Recht, einem Gegenüber, der uns in Liebe begegnet, als Schwächling zu verurteilen und ihm ungebremst in die Seele zu springen und seinen Willen zu brechen, damit er so lebt wie Menschen es für richtig erachten?? Habe ich nicht viel mehr die Verantwortung, so etwas Reines und Liebevolles zu schützen und zu behüten? Warum kann ich es nicht genießen, dass mir etwas in Liebe begegnet? Warum wittere ich immer Unheil und Verrat? Macht es mir vielleicht Angst? Angst vor Gefühlen, Angst vor Vertrauen, Angst vor Nähe?

Mir nicht – ich genieße es.

Als ich das erkannt habe, wollte ich mein Leben ändern… die Welt verändern… und stellte fest, dass mir genau in diesem Moment meine Leichtigkeit im Leben verloren ging. Die Leichtigkeit die ich brauche, um flexibel zu sein, so flexibel, um in dieser rauen und oft lieblosen Welt zu bestehen.

Mir nichts mehr daraus zu machen, wenn wieder mal einer sagt, dass ich merkwürdig bin, nicht in Selbstmitleid zu versinken, weil mich nicht alle lieb haben oder alle meiner Meinung sind. Ja zu sagen, obwohl alle mit dem Kopf schütteln und Nein zu sagen, wenn alle anderen auch von mir ein selbstverständliches Ja erwarten. Noch kostet es auch mal Kraft und Mühe, sich aufzurichten und zum eigenen Handeln und Tun zu stehen, aber für meinen Hund ist es das Wert. Alleine schon, weil Liebe bekanntlich das Einzige ist, was sich verdoppelt, wenn man sie teilt.

Und so lerne ich gerade, jeden so zu lassen wie er ist und ihn da abzuholen, wo er steht, oder auch ihn stehen zu lassen, wenn er nicht gehen möchte… und erlebe und bewege damit die unglaublichsten Dinge.

Es öffnen sich Türen, die vorher verschlossen schienen, und vor allem begegnen mir Menschen, denen meine Art zu Denken und zu Leben nicht fremd ist. Und das lässt mich hoffen, hoffen auf eine Welt in der lieb zu sein nicht gleichzusetzen ist mit schwach zu sein und Stärke nicht Gewalt bedeutet.

Es finden sich Menschen zusammen, für die Liebe und Respekt keine Fremdwörter sind, sondern der Schlüssel für ein erfülltes Leben. Ein Leben in dem alle Lebewesen das sind was sie sind – ein Stück vom großen Ganzen, nicht mehr aber auch nicht weniger.

„Irrtümer“ von Katrin Bargheer, Hunde Institut, im Februar 2013

Ist doch schön, oder nicht? 😉

Auf dieser Basis haben wir versucht, für unsere Welpen die passenden Familien zu finden, und auch, wenn es mitunter lange gedauert hat und wir sicherlich einigen Interessenten (ohne böse Absichten) vor den Kopf gestoßen haben – es hat geklappt!
Einen Wurf Welpen so aufzuziehen, wie das bei uns der Fall ist und das wirklich zeitweilig zu seiner Lebensaufgabe zu machen, ist unglaublich anstrengend. Physisch und emotional. Aber wenn Ressourcen knapp sind, zeigt sich immer, wer und was einem im Leben wertvoll ist und eine echte Bereicherung – und was nicht. Diese Erfahrung, zusammen mit der Freude und dem Glück, das man selbst erlebt und weitergibt, ist das, was wirklich zählt.
Besonders die Berichte von Menschen, die zuerst mit Ablehnung reagiert hatten und sich auf einmal, womöglich sogar nach vielen Jahren, nach Jahrzehnten, öffnen konnten und das Glück in Form eines Welpen in ihr Leben gelassen haben, rühren mich immer sehr.
Eigentlich weiß ich das ja – dass so ein Hund tatsächlich das Leben positiv verändern kann – aber trotzdem erstaunt es mich immer wieder, wie sehr es oft der Fall ist.

Danke, dass ihr uns daran teilhaben lasst!

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