Wahre Liebe braucht das Abenteuer

oder Wie wir den B-Wurf auf den Weg brachten 😉

Die Wurfplanung stand ja schon eine Weile und planmäßig sollte Bluni im Dezember/Jänner läufig werden, nach der erfolgreichen Zuchtzulassung im Juli müsste sich also der Rest, nämlich die beiden geforderten Ausstellungen, gut ausgehen. Dachten wir bis zum 23. November 2012, als Bluni nämlich läufig wurde. Die Enttäuschung war natürlich da, schließlich muss der Zeitpunkt für einen Wurf auch immer passend sein und so wäre er gerade perfekt gewesen. Wir freundeten uns also mit dem Gedanken an, keine Welpen, dafür aber von Beginn an eine feine Saison zu haben. Keine schlechte Alternative!

Tag 12 kam, Tag 14 kam und irgendwie zeigte Bluni diesmal keine Anzeichen für die hochfruchtbare Phase. Tag 15 kam, der Freitag vor der Ausstellung, und Bluni und Buddy meinten – jetzt wirds interessant 😉 Leise Hoffnung keimte und der Entschluss: Wenn Bluni gut steht, fahren wir!
Man muss dazu wissen, dass Bluni bisher immer früher stand und auch Enya bereits an Tag 12 gedeckt wurde, was bekanntermaßen einen sehr großen Wurf brachte, von dem dann zum Glück „nur“ 8 Welpen geboren wurden. Erfolgreicher Decktag war nun der 17. Tag.
Die Ausstellung brachten wir dann auch „sehr gut“ hinter uns, am Sonntag richtete die Richterin zügig und wir machten uns bereits zu Mittag auf den Weg ins nur mehr 1,5 Stunden entfernte Purkersdorf.
Lucky empfing uns dort schon mit freudigem Gejaule, der wusste offenbar schon ganz genau, worum es ging. Was ihm Inge erzählt hat, bleibt wohl ihr Geheimnis, jedenfalls fackelten die beiden Nasen nach einem gemeinsamen Spaziergang nicht lange und hielten, nachdem sie die Technik mal beherrschten, eine leidenschaftliche Hochzeit (nach der anderen ;)) ab. Weder Lucky noch Bluni wurden „der Sache“ überdrüssig und so gabs für uns eigentlich nicht viel zu tun, außer beobachten und quatschen, ein bisschen unterstützen, Papierkram erledigen, zur Abwechslung mal die Hunde füttern und selbst etwas essen.
Vielen Dank an dieser Stelle an Inge für alles, es war ein lustiger Nachmittag und Abend! 😀

Nur mit dem Hängen klappte es auch nach einem durchaus längeren Akt nicht so ganz und wir rätselten, woran das liegen könnte. Gründe gibt es einige, aber alle schienen nicht recht passend. An dieser Stelle eine ganz kurze Aufklärung an diejenigen, die sich mit Hundesex noch nicht so ganz genau auskennen – wers nicht lesen möchte weil er sich ekelt, überspringt bitte den folgenden Absatz und geht nochmal in sich, ob Tierhaltung eigentlich generell was für ihn ist…

Hunde regeln ihre Fortpflanzung im Normalfall selbst, man muss ihnen nur die Möglichkeit dazu lassen und die nötige Ruhe. Für den Erhalt einer Rasse ist es von großer Bedeutung, dass Hündinnen und Rüden deckwillig und deckfähig sind, ohne Maulkorb, ohne Festhalten (gegen Unterstützung während des Hängens ist selbstverständlich nichts einzuwenden) oder gar Festbinden, ohne Zwang, ohne „Hinaufheben“. Ich halte rein gar nichts von erzwungenen Deckakten, erst recht finde ich extrem bedenklich, was ich auf einem Zuchtwartseminar des ÖKV von Zuchtwarten der verschiedensten Rassen gehört habe – nämlich, dass genügend Rassen nicht einmal mehr in der Lage sind, sich selbstständig fortzupflanzen. Und dass die Zuchtwarte, die ja eigentlich durch Aufklärung ein wenig einwirken könnten und sollten, selbst ziemlich hilflos und ahnungslos danebenstehen. Ohne entsprechende Hebebühnen und Kräne kämen Rüden gewisser Großrassen gar nicht mehr auf die Hündin! Vorgezogen wird natürlich dann die künstliche Besamung…
Meine Meinung: Wer nicht deckt und wer sich nicht decken lässt, hat in der Zucht nichts verloren. Richtiger Zeitpunkt vorausgesetzt. Und die Sympathie der Hunde füreinander ist ein wichtiges Kriterium, die Auswahl eines Fortpflanzungspartners erfolgt durch eine Reihe von Mechanismen (die Auswirkungen des Geruchs und Immunsystems auf die Partnerwahl auch bei uns Menschen sind ja durch die Medien richtig gut dargestellt worden), die sich im Laufe der Evolution gut bewährt haben. Durch das massive Eingreifen des Menschen ändert man nichts zum Positiven.

Idealerweise läuft es aber so ab: Freies Kennenlernen, (Vor-)Spiel mit allen Möglichkeiten, die Hunden eben so offen stehen, die Hündin stellt sich bereit, der Rüde reitet auf und dringt mit dem noch nicht erigierten Penis ein – dazu der „Penis“knochen, der eigentlich nur in der Eichel sitzt. Dabei gibt er schon das erste Ejakulat ab, das aus der Prostata stammt und noch keine Samen enthält. Es ist basisch und macht so das saure Scheidenmillieu der Hündin für die Spermien verträglicher.
Erst im Laufe des eigentlichen Deckaktes kommt es zur Erektion, wobei der Rüde portionsweise das zweite Ejakulat abgibt, das nun die Spermien enthält. Und erst danach kommt es zum Hängen durch das Anschwellen des Penisknotens und der Verengung der Scheidenmuskultur, währenddessen das dritte Ejakulat, wiederum aus der Prostata, abgegeben wird. Dies dient vermutlich dem Einschwemmen der Spermien in die Gebärmutterhörner, von denen die Hündin bekanntlich zwei hat.
Da die Hündin auch mehrere Eisprünge hat, kann idealerweise zu diesem Zeitpunkt, also wenige Sekunden nach der Abgabe der Spermien und dem Einschwemmen in die Gebärmutter, bereits eine Befruchtung erfolgen und auch in den Tagen danach, was die minimal unterschiedliche Entwicklung mancher Welpen bei der Geburt erklärt und auch die Möglichkeit, mehrere Väter in einem Wurf zu haben. Das Hängen hat also wohl auch die Funktion, die Befruchtung (zumindest einiger Eizellen) durch den gerade deckenden Rüden zu sichern.
Nachdem es bei anderen, ähnlichen Tierarten und letztlich auch beim Menschen ohne Hängen und „Nachspülen“ zur Befruchtung kommt und Hündinnen anatomisch keine sonstigen Hindernisse aufweisen, die das Hängen und das dritte Ejakulat notwendig machen würden, ist also auch ein Deckakt ohne Hängen sehr oft erfolgreich. Hauptsache, der Rüde hat den Samen in der Hündin abgegeben, den Weg finden die Spermien von alleine. Gesunde Spermien überleben übrigens (je nach Literatur) bis zu 7 Tage in der Hündin, auf alle Fälle aber wie beim Menschen 5 Tage, es bleibt ihnen also viel Zeit.

Doch zurück zu unserem B-Wurf.

Als wir gerade von einem zweiten Spaziergang zurückkamen und überlegten, ob ein weiterer Tag und weitere Deckakte sinnvoll wären, da hingen die beiden endlich. Juhu!

Lucky und Bluni 008
Da freut sich einer wie ein Kind 😉

Während des ganzen Aufenthaltes und sogar während dem Hängen war Lucky sehr galant und zärtlich, putze Bluni vorsichtig die Öhrchen, was Bluni ihrerseits erwiederte – zu keinem Zeitpunkt war es irgendwie stressig oder unangenehm, auch für uns Menschen nicht, und das hat sicherlich zu einer erfolgreichen Liebschaft beigetragen. Besser kann man es sich nicht wünschen, gerade für zwei Hunde ohne Deckerfahrung. Beide behalten das sicherlich in guter Erinnerung.

Nach einer Verschnaufpause traten wir zufrieden unsere Heimreise an, die dann allerdings 5 Stunden dauern sollte und begleitet war von einem heftigen Schneesturm, umgekippten LKW’s, total überforderten Straßenmeistereien und ungeräumten Straßen mit 30cm und mehr Neuschnee, also allerlei Problemchen, denen Hundezüchter einfach ausgesetzt sind 😛 Jeder Züchter kennt solche Geschichten und ich höre sie immer wieder gerne, denn es macht einem klar, man ist nicht alleine auf der Welt mit diesem eigenwilligen „Hobby“.
Die wunderbare Sitzheizung rettete uns jedenfalls den Hintern und die Hunde (Enya war auch mit uns unterwegs) hatten es ebenfalls schön kuschelig. Zuhause angekommen konnten sie dann ausgeruht mit den Daheimgebliebenen durch die Schneemassen toben, während wir erst mal die Einfahrt freischaufeln mussten, schließlich wars schon längst wieder Montag und da ruft der Alltag.
Lucky dagegen konnte sich zufrieden ausschlafen, er war sicher genauso hundemüde wie wir.

Lucky und Bluni 010

In Folge suchten wir natürlich täglich nach den kleinen Anzeichen, die eine Trächtigkeit verraten, und es war schon recht bald recht Verdächtiges zu finden 😉 Für Buddy wäre Bluni gerne auch noch einige Tage gestanden, aber obwohl er kastriert ist und es mir für die beiden sehr leid tat, da geht nix. Das noch zu „Kastration zur Eliminierung des Rüdenverhaltens“.
So, und jetzt sind wir endlich da, wo wir anfangs hinwollten: Der gestrige Ultraschall zeigte eindeutig und auf Anhieb 5 Fruchtkammern! Mehr zur Trächtigkeitsdiagnose gibts übrigens auf der (neu gestalteten) HP.
Wir rechnen mit kleinen lobitos (diesmal eher weniger azul, sondern mit Schwarzpigment) um den 9./10. Februar 2013!

Und jetzt gibts eine Bildschirm-Auszeit für mich, die Homepage ist nämlich auch (fast) fertig und wieder online 😀

www.lobito-azul.at

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