Nachtrag 29.7.2012 ZZL und Training in Krenglbach

Da man für die Coursing- und Rennlizenz bei den Whippets eine Größenmessung und einen Verkehrstest braucht, machten wir uns am 29.7. auf nach Krenglbach, wo eine Zuchtzulassung stattfand. Im Anschluss an das Prozedere sollten unsere Hunde und Biene noch 2 Trainingsläufe absolvieren. Schon im Vorfeld war mir gar nicht wohl, aus irgendeinem Grund stressen (nicht nur) mich Rennbahnen immer ganz gewaltig :/ Erst wenn alles erledigt ist, fällt der Stresspegel langsam und man kann den Tag in Ruhe ausklingen lassen. Naja, könnte…

Das Wetter in diesem Katastrophensommer war selbstverständlich an die Stimmungslage der Anwesenden angepasst: Kam einem der Vormittag wie ein Aufenthalt in einem überfüllten Dampfbad vor, wurden die lauten Rufe nach einer Dusche von den Wettergöttern subito erhört und gewaltige Gewitter gingen gegen Mittag nieder, gefolgt von hochsommerlicher, sonnenstichartiger Hitze und erneuten Schauern. Das Ringtraining mit Nina Neswadba fiel also ins Wasser, ist nach meinen Beobachtungen (beim Aufwärmen der Hunde im Vorbeilaufen) aber wirklich empfehlenswert für Ausstellungsbegeisterte und wird an einem anderen Termin nachgeholt!
Die Animagis haben wir nun zum ersten Mal etwas näher betrachtet, natürlich sieht man sich gelegentlich, aber das war der erste echte Kontakt und Bluni fand in Coco einen echten Gentleman, auf dessen Rücken sie sogar den vollen Kopf ein wenig ausruhen durfte 🙂 Sehr süß, sehr freundliches Rudel!

Die Messungen verliefen für uns zufriedenstellend, ich wusste ja bereits, wie groß meine Hunde sind. Bluni in entspannter Atmosphäre 44cm, auf dem rutschigen Biertisch zwischen 43cm und 46cm und letztlich irgendwas mit 44cm (bekommen wir erst zugeschickt, da ÖHZB in Eintragung). Buddy Zuhause 49,5cm und auf diesem schrecklichen Tisch 48cm bis 51cm – auch irgendwas mit 50cm, na egal, Hauptsache im Maß. Wichtig ist die Größe nur für die Lizenzen, da Hunde in Übergröße in der Nationalen Größenklasse laufen müssen – bei uns in Österreich ist die aber quasi leer 😉 😉
Wenn man keine Ausstellungshunde hat, sondern welche, die nur für tierärztliche Behandlungen auf einen glatten Tisch gehoben werden, leidet man schon ein wenig mit den Hunden und ärgert sich, dass sie so verkrampft stehen. Aber dafür üben? Nee, da kann ich so stur wie ein Whippet sein 😛 Der nächste einzumessende Hunde ist Biene, und die ist kleiner als Bluni, da kann ein bisschen Krampf im Nacken keinen Schaden anrichten.
Verkehrstest war natürlich für niemanden ein Problem, Buddy hatte sowieso exakt 2 Jahre zuvor nach mehrmonatiger Ausbildung die 3-tägige Abschlussprüfung zum Therapiehund abgelegt. Die stand eigentlich vom 26.-28.7. für Enya an, zum Glück war ich nicht fit genug, das wäre pure Überforderung für uns beide gewesen.
Auch Ares nahm am Verkehrstest teil und braucht nun noch die Größenmessung, die er ja hoffentlich dann im Rahmen einer ZZL macht 😉

Unser knackiger Jungspund Ares mit ebenfalls ziemlich knackigem Frauchen 😛
Bluni hat die ZZL praktischerweise gleich erledigt.

Nach dem anstrengenden Teil kam der lustige, die Trainingsläufe.


Im Gegensatz zu ihrem ersten Coursing, wo sie leider den Hasen immer wieder verlor, war Biene diesmal nicht zu halten und ließ auch Bluni hinter sich – bis sie 2 johlende Windspiele im Ziel ablenkten

und Bluni einen feinen Kill präsentierte 😉


(Danke an youtube für die interessante musikalische Untermalung :P)

Unsere Flitzemaus hat den Ehrgeiz und den latenten Wahnsinn ihrer Mutter im Bezug auf’s Rennen geerbt, dazu die perfekte Anatomie und die Größe knapp über dem unteren Limit – oohja, wir können es kaum erwarten 😀
Was Bluni anatomisch zum Nachteil gereicht, macht sie durch Eifer und Freude wett und besonders freue ich mich über ein Verhalten, das sie jetzt immer an den Tag legt: Sie hüpft und jammert kurz, setzt sich dann hin und wartet still! Was für eine Selbstkontrolle bei einem Whippet, die ja bekanntermaßen ein bisschen zum Austicken neigen 😉 Zurückzuführen eindeutig auf das Training mit dem Rudel, soll nochmal einer sagen, das lohnt sich beim Windhund nicht.

So, und dann waren da natürlich noch die beiden Läufe von Enya und Buddy.
Völlig fertig ;)
Die beiden sind zuletzt 2009 auf der Rennbahn „gelaufen“, wobei das nur einige wenige Meter waren. Etwas irritiert suchten sie daher beim 1. Durchgang nach dem Haken an der Sache, also dem hakenschlagenden Hasi 😉 Beim 2. Durchgang jedoch legte Enya schon am Start eine derartige Geschwindigkeit vor, dass unser Startkastenhelfer (übrigens Schwiegeropa vom Ares und ehemaliger Vorstand im WRKA) nur noch „Zieh schneller, schneller!“ zum Turm rief. Und Enya war viel zu schnell, ich weiß ja, dass sie amStart regelrecht explodiert. Rasch ließ sie Buddy hinter sich zurück, bretterte mit einer irren Geschwindigkeit in die Kurve
nach der Kurve
und auf die Sandgrube zu


Buddy mit einigen Hundelängen Abstand

Da stand sie in der Sandgrube, die innerste Zehe der linken Vorderpfote waagerecht abstehend. Mein Herz sank, 1001 Gedanken schossen mir durch den Kopf… Mein irrer Krötling, Jagdsau vor dem Herrn, deren Existenz und einzige Befriedigung das Rennen und Hetzen ist, auf der Höhe ihrer Form… Danke an alle, die gleich ihre Handys zückten und Tierärzte verständigten – leider war der Bahn-TA schon weg. Nachdem niemand zur Bahn kommen konnte, packten wir alles zusammen und machten uns auf den Weg Richtung Bad Reichenhall, wo wir in die Pidinger Gemeinschaftspraxis fuhren. Diese ist auf orthopädische und neurologische Sportverletzungen spezialisiert. Dort angekommen war die Zehe wie durch Zauberhand reponiert, Röntgenbilder zeigten keine Auffälligkeiten, Entzündungshemmer und ein dicker Verband und die Empfehlung, in 3 Wochen wiederzukommen.
Am nächsten Tag waren wir noch immer ganz zittrig, von einem ruhigen Ausklang konnte nicht die Rede sein. Was für ein Tag. Durchwachsen und extrem, wie das Wetter 😉
Nun, wir werden sehen, wie es weitergeht. Sieht nicht so schlecht aus, zum Glück!

Die supertollen Fotos stammen von Andi, JabaLuLe’s! Ganz herzlichen Dank, auch für die liebe Unterstützung!