Whippet im Bett

Heute Nacht hat der kleine Amadeus bei uns geschlafen, von halb 12 bis halb 8 war er super brav, musste kein einziges Mal raus und hat seine Geschäftchen am Morgen brav draußen erledigt. Ich glaube, er hätte auch wesentlich länger durchgehalten, nur ich musste aus den Federn und die anderen Wuzzen versorgen. Anfangs schlief er an meinem Hals, später dann unten bei meinen Füßen, ganz problemlos.

Manchmal kommen ja Welpeninteressenten mit den eigenartigsten Vorstellungen, weshalb ich kurz etwas dazu schreiben möchte:
Alle Welpen und auch erwachsene Hunde, aber ganz besonders Windhunde, lieben und benötigen in aller Regel Körperkontakt zu anderen Hunden und zum Menschen. Kontaktliegen stärkt die Bindung und fördert das Vertrauen, gerade bei Welpen ist das sehr wichtig. Windhunde haben ein angeborenes „Bett-Gen“, selbst die unsichersten Pflegehunde aus Spanien, die in ihrem Leben noch nicht einmal ein Haus betreten hatten, fanden zielstrebig in den ersten Minuten bis Stunden das Bett und machten es sich darin bequem. Mich hat das nie gestört, hat man doch deutlich gemerkt, was für Fortschritte sie nach einer Nacht im Bett machen. Eine erhöhte Liegestatt oder das Teilen selbiger hat übrigens nichts mit Rang und Dominanz zu tun, oft ganz im Gegenteil!
Und wenn das nicht zieht:
Ich hatte nie bei irgendeinem Welpen Probleme mit der Stubenreinheit in der Nacht, weder bei meinen, noch bei den Pflegewelpen. Das sieht natürlich ganz anders aus, wenn man den Welpen im Wohnzimmer lässt. Oder gar im Bad, weil er da nicht so viel dreckig macht, oder in der Box, weil er dort auch nichts zerstört!
Ich persönlich finde es extrem grausam, Welpen von der Mutter und den Geschwistern, dem restlichen Rudel, ihrer Bezugsperson (Züchter) und der gewohnten Umgebung wegzunehmen und dann über die Nacht alleine in einem Zimmer zu deponieren. Es spielt für den Welpen keine Rolle, dass seine neuen Familienmitglieder womöglich nur eine Tür weiter schlafen. Ohne seine Familie ist er verloren, er wird alles daran setzen, wieder zu seinen Menschen zu gelangen. Soziale Isolation ist eine der härtesten „Strafen“ (manche bezeichnen sowas auch als Folter) für einen Welpen. Dass er auch mal alleine sein muss, sollte unbedingt Schritt für Schritt geübt werden, damit sich keine Verlassensängste manifestieren.
Hat er sich außerdem einmal angewöhnt, nachts seine Geschäft im Haus zu verrichten, wird man das nur schwer wieder berichtigen können.
Deshalb gehören Welpen für mich unbedingt ins Schlafzimmer oder man verlegt seine eigene Schlafstelle auf die Couch, bis der Junghund zuverlässig stubenrein ist und gelernt hat, auch mal alleine zu sein. Dann kann man ihn noch immer umgewöhnen. Meine erwachsenen Hunde schlafen meist im Wohnzimmer und haben damit keinerlei Probleme, stehen nicht einmal mehr auf, wenn wir ins Bett gehen. Mindestens bis zum 5. Monat waren sie aber alle mit im Bett und manchmal dürfen sie das auch noch heute. Selbst der Mann des Hauses hat nämlich eingesehen, dass die Vorteile überwiegen und wehrt sich nicht mehr gegen Welpen und Pflegehunde im Schlafzimmer 😉
Man erspart sich und dem Hund damit viel Leid, Frust und Arbeit.

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